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RTL sucht in Waiblingen nach Ninjas

Die Fernsehshow „Ninja Warrior“ gilt als eine der härtesten – Profikletterer, Sporttherapeuten und Turner am Start

Sie müssen beweglich, ausdauernd und vor allem in den Armen und Schultern kräftig sein: Die Teilnehmer der RTL-Show „Ninja Warrior Germany“. Eine derAuswahlrunden für die Fernsehausstrahlung fand gestern und vorgestern in der Kletterhalle „Active Garden“ am Remspark in Waiblingen statt.

Francois Lagalante in der Waiblinger Kletterhalle. Der Heilbronner will „der Welt zeigen, dass man es auch mit 1,60 Meter schaffen kann“. Foto: B. Büttner

© Benjamin Büttner

Francois Lagalante in der Waiblinger Kletterhalle. Der Heilbronner will „der Welt zeigen, dass man es auch mit 1,60 Meter schaffen kann“. Foto: B. Büttner

Von Konstantin Riffler

WAIBLINGEN. Schon im Eingangsbereich zur Kletterhalle schlägt dem Besucher der Geruch von Turnmatten und Schweiß entgegen. Dann hört man Anfeuerungsrufe. Ein junger Mann hangelt sich an Ringen und Griffen, die wie Bananen aussehen, über den Hallenboden. Fünf Stationen müssen die Teilnehmer absolvieren: Jede besteht aus einer Übung, die Sprünge, Liegestütze, Balancieren oder Hangeln beinhaltet. Je nach Übung haben die Teilnehmer zwischen 30 Sekunden und drei Minuten Zeit. Mehr Wiederholungen ergeben mehr Punkte. Am Ende wird zusammengezählt. Wer in Waiblingen weiterkommt, darf Mitte Mai an der Fernsehshow teilnehmen – wer es hier nicht schafft, ist draußen. Eine neue Chance gibt es dann erst wieder im nächsten Jahr.

„Der Anreiz, bei der Show mitzumachen, ist echt cool. Das ist ein richtig geiler Hindernisparcours, den ich mir so niemals zusammenstellen könnte“, erklärt der Casting-Teilnehmer Karim El Azzay seine Begeisterung für die Veranstaltung. Er und sein Bruder Yasin haben es schon zweimal ins Finale der Show geschafft. Beide waren jahrelang im Turnverein aktiv. Karim arbeitet heute als Sporttherapeut im Sportverein Fellbach. Dort gibt der 28-Jährige auch Ninja-Warrior-Kurse für Kinder. „Es ist erschreckend, dass sich 80 Prozent der Kinder nicht einmal fünf Sekunden an den Ringen in der Luft halten können. Aber deshalb ist es gut, dass sie in den Kurs kommen.“ Insgesamt werden in Waiblingen 400 Teilnehmer die fünf Stationen durchlaufen, darunter auch Tim Tasol aus Backnang. Eine der Stationen gibt es so auch eins zu eins in dem Originalparcours in der Fernsehshow: die Himmelsleiter. Hier müssen die Athleten an einer Stange hängend mit dieser Stange eine Stufe nach der anderen hochspringen. Dann geht es wieder mühsam nach unten. In fünf Städten castet RTL für die Fernsehshow: in Köln, wo der Sender seinen Hauptsitz hat, in München, Hamburg, Erfurt und Waiblingen. Waiblingen ist in diesem Jahr zum ersten Mal Casting-Ort. Erst im vergangenen November hatten Timo und Ingrid Marschner die Kletterhalle hinter dem Remspark eröffnet. Die Marschners, die seit Mitte der 1990er-Jahre in Korb in einer ehemaligen Squashhalle Kletterbegeisterten ein Zuhause bieten, haben jahrelang nach einem geeigneten Objekt gesucht. Im vergangenen Jahr stießen sie auf die Halle an der B14. Ihr Ninja-Parcours in Waiblingen gehört nach RTL-Angaben zu den fünf größten Deutschlands. Sohn Kim Marschner hat es in der RTL-Show schon weit gebracht. Er holte sich in der Ninja-Warrior-Staffel von 2018 den zweiten Platz. Die Übungen beim Casting bereiten ihm keine Sorgen: „Das ist mehr ein Krafttest, aber mit dem Ninja-Parcours hat das recht wenig zu tun“, sagt der Profiboulderer, der auch im deutschen Nationalteam Klettern ist und im Jahr 2024 an den Olympischen Spielen in Paris teilnehmen will.

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Erstellt:
15. Februar 2020, 06:00 Uhr

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