Edelmetalle
Silberpreis um 14 % gefallen - Die Gründe im Überblick
Der Silberpreis ist am Donnerstag im Tagesvergleich um 14 % gefallen und notiert nun unter der Marke von 70 US-Dollar. Was sind die Gründe für diesen drastischen Rückgang?
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Der Silberpreis ist am Donnerstag um 14 % gefallen und notiert aktuell unter der 70-Dollar-Marke. Erfahren Sie, wie die US-Geldpolitik und geopolitische Spannungen den Markt beeinflussen.
Von Matthias Kemter
Am Donnerstag erlebte der Silbermarkt einen massiven Einbruch. Der Preis für das Edelmetall fiel um 14 % und notierte im Tief bei rund 67 US-Dollar. Die Gründe für diesen Rückgang sind vielfältig und hängen eng mit der aktuellen US-Geldpolitik sowie geopolitischen Spannungen zusammen.
US-Geldpolitik belastet Edelmetalle
Ein zentraler Faktor für den Preisverfall ist die restriktive Haltung der US-Notenbank Fed. Obwohl die Zinsen unverändert blieben, stellte die Fed im gestrigen Zinsentscheid lediglich eine Zinssenkung für das laufende Jahr in Aussicht. Dies enttäuschte die Marktteilnehmer, die ursprünglich mit zwei Zinsschritten gerechnet hatten. Die Aussicht auf eine weiterhin straffe Geldpolitik stärkte den US-Dollar, was Edelmetalle wie Silber unter Druck setzte. Da Silber in US-Dollar gehandelt wird, verteuert ein starker Dollar das Edelmetall für internationale Käufer und dämpft somit die Nachfrage. Auch US-Staatsanleihen werden mit vermeintlich höheren Zinsen gegenüber zinslosen Edelmetallen lukrativer.
Geopolitische Spannungen und der Iran-Krieg
Trotz der Eskalation im Nahen Osten bleibt die klassische Flucht in die „sicheren Häfen“ Gold und Silber scheinbar aus. Seit Beginn des Krieges im Nahen Osten am 28. Februar sind die Kurse nach einem kurzen Aufwind schnell wieder gefallen. Der Grund, warum sich keine nachhaltige Rally entwickelte, liegt vor allem darin, dass die Sorgen um eine Nahost-Eskalation bereits im Vorfeld in die Kurse eingeflossen sind. Ganze 20 Prozent zog der Silberpreis in den 10 Tagen vor dem Beginn des Iran-Krieges an. Die historische Edelmetall-Rally im Januar hat auch gezeigt, wie überhitzt und spekulativ der Markt mittlerweile ist. Um über 60 Prozent stieg der Kurs im Januar und korrigierte sich anschließend innerhalb einer Woche wieder auf den Vormonatsstand. Bei solch einer Volatilität macht es Sinn, wenn weitere Korrekturen ebenfalls stärker ausfallen.
Warum scheint der Dollar aktuell so stark zu sein?
Ein entscheidender Faktor für den Höhenflug des US-Dollars ist neben den Zinsaussichten die Position der USA als Energieexporteur. Während andere Länder wie Japan oder Europa stark von Energieimporten abhängig sind und unter den steigenden Ölpreisen leiden, profitieren die USA von hohen Energiepreisen, da sie selbst Öl exportieren. Zudem wird Öl weltweit in US-Dollar gehandelt, was die Nachfrage nach der Währung zusätzlich antreibt. Auch die Schwäche anderer sicherer Häfen wie des japanischen Yen und die Attraktivität von US-Staatsanleihen mit hohen Zinsen spielen dem Dollar in die Karten. Zudem generieren die Märkte zu Beginn von neuen Krisen oft Liquidität, um Lücken woanders zu stopfen. Die Leitwährung Dollar ist dabei oft die pragmatische erste Wahl und das trotz unvorhersehbarer US-Politik, hoher US-Verschuldung und all den Risiken, welche die Währung im vergangenen Jahr belastet haben.
