IT-Dienstleister in Neckarsulm

Speicherchip-Knappheit bremst Bechtle-Pläne für 2026

Bechtle bleibt wegen knapper Speicherchips bei den Zielen für 2026 vorsichtig. Der Vorstand sieht weiter Unsicherheiten bei Preisen und Lieferungen.

Bechtle rüstet Behörden und gewerbliche Kunden vor allem aus dem Mittelstand mit PCs und Netzwerkgeräten aus.

© dpa/Bernd Weißbrod

Bechtle rüstet Behörden und gewerbliche Kunden vor allem aus dem Mittelstand mit PCs und Netzwerkgeräten aus.

Von red/dpa/lsw

Der IT-Dienstleister Bechtle setzt sich nach dem zuletzt holprigen Geschäft auch für 2026 verhaltene Ziele wegen der kritischen Versorgungslage bei Speicherchips. Vor allem bei den Ergebniszielen sei der Vorstand zurückhaltend vorgegangen, sagte der Konzernchef Thomas Olemotz des in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) ansässigen Unternehmens. Aktuell sei es wegen der Liefersituation und der Preisentwicklung auf dem Markt von Speicherchips seriös, keine konkreten Szenarien für den Jahresverlauf zu machen. Als großer Anbieter mit strategischen Beziehungen zu seinen Kunden könne Bechtle aber auch profitieren. 

Bechtle rüstet Behörden und gewerbliche Kunden vor allem aus dem Mittelstand mit PCs und Netzwerkgeräten aus und vertreibt auch selbst Hardware über den eigenen Onlinehandel. Zuletzt sind hauptsächlich die Preise für Speicherchips stark gestiegen, weil sie im Zuge des Ausbaus von Rechenzentren und Infrastruktur für Künstliche Intelligenz knapp geworden sind und auf Sicht wohl auch bleiben. Das trübt die Aussichten vieler Hardwareanbieter und Dienstleister deutlich.

Ehrgeizige Ziele für 2030

Umsatz und Vorsteuerergebnis dürften 2026 in einer Bandbreite von null bis 5 Prozent zulegen, teilte der Konzern weiter mit. „Wir haben uns entschieden, vorbehaltlos mit offenen Karten zu spielen“, sagte Olemotz zum Ausblick. Vergangenes Jahr stieg der Umsatz wie bereits bekannt um knapp 2 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn lag bei 324,2 Millionen Euro und damit 6 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Beim Geschäftsvolumen insgesamt gab es einen Anstieg um gut 8 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro. Hier sind auch Softwareverkäufe mit dem vollen Verkaufspreis erfasst. Beim Umsatz darf sich Bechtle diesen nur teilweise anrechnen.

2030 will der Konzern mindestens 10 Milliarden Euro Geschäftsvolumen erzielen. „Gerne auch früher“, sagte Olemotz. Das Ziel entspreche einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von knapp vier Prozent.

Zum Artikel

Erstellt:
20. März 2026, 13:52 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen