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Stiftung fordert Pflichtkurse für jeden in Erster Hilfe

dpa/lsw Winnenden. Ein Unfall, ein Herzstillstand, ein ertrinkendes Kind. Wer traut sich in solchen Fällen Erste Hilfe zu? Die Björn Steiger Stiftung spricht von Hemmungen und schlägt eine Lösung vor.

Teilnehmer eines Erste-Hilfe-Kurses üben an einer Trainingspuppe. Foto: Vanessa Köneke/Archivbild

Teilnehmer eines Erste-Hilfe-Kurses üben an einer Trainingspuppe. Foto: Vanessa Köneke/Archivbild

Nur etwa jeder Zweite soll sich einer Umfrage zufolge zutrauen, im Notfall Erste Hilfe leisten zu können. Deshalb fordert die Björn Steiger Stiftung - auch mit Blick auf den Personalmangel beim Rettungsdienst und Wartezeiten - Erste-Hilfe-Kurse für jeden ohne jede Ausrede. „Es gilt, regelmäßig die Kenntnisse über Erste Hilfe aufzufrischen, so dass die wichtigsten Grundlagen beherrscht werden und Laien in der Lage sind, zu helfen, bis Notarzt und Rettungsdienst am Notfallort eintreffen“, sagte Ulrich Schreiner, der Geschäftsführer im Bereich Rettungsdienst der Björn Steiger Stiftung.

Der Rettungsdienst sei an seinen Grenzen angelangt, in vielen Regionen kranke das System der Notfallversorgung. „Bis bundesweit einheitliche Strukturen den Rettungsdienst effizienter machen und die akuten Probleme lösen, muss die professionelle Notfallrettung unterstützt werden“, schlug die Stiftung im Vorfeld des internationalen Tags der Ersten Hilfe (14. September) vor. Dazu gehöre auch, dass Laien in einem Notfall wüssten, wie sie helfen könnten. Wichtig sei zum Beispiel zu wissen, wie die stabile Seitenlage oder eine Herzdruckmassage funktioniere. Hier sollen die Pflichtkurse früheres Wissen auffrischen.

Laienhelfer seien möglicherweise entscheidend, wenn es um Leben und Tod gehe. „Ein einziger Erste-Hilfe-Kurs im Leben, um den Führerschein zu erlangen, reicht aber bei weitem nicht aus, um im Ernstfall überlegt zu handeln“, sagte Schreiner, dessen Stiftung sich für eine bessere Notfallversorgung einsetzt.

In den Kursen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) finden sich nach Auskunft des Landesverbands vergleichsweise wenige Interessierte, die sich fortbilden wollen. „Wir haben vor allem Betriebssanitäter und Fahranfänger“, sagte Sprecher Udo Bangerter. Er empfiehlt jedem, Kenntnisse aufzufrischen und mindestens einen weiteren Kurs zu machen nach der Fahrschule. „Bei Notfällen werden die gefühlten Hürden sonst mit den Jahren immer höher und das Eingreifen immer seltener“, sagte Bangerter.

Skeptisch sind die Experten vom Deutschen Roten Kreuz, wenn es um eine Verpflichtung zu den Kursen geht: „Freiwilligkeit ist einer unserer Grundsätze“, sagte der DRK-Sprecher. Er sieht eine bessere Möglichkeit vor allem in Angeboten wie dem Programm „Löwen retten Leben“, in dem Lehrer zum Thema Laien-Reanimation fortgebildet werden und erfahren, wie sie dies im Unterricht einbauen können.

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Erstellt:
12. September 2019, 12:54 Uhr

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