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116 Kommunen beteiligen sich an Strom- und Gasnetzen

dpa/lsw Stuttgart/Karlsruhe. Die NetzeBW gibt einen Teil ihrer Strom- und Gasnetze in kommunale Hand und macht Städte und Gemeinden zu Miteigentümern. Wer sich einkauft, bekommt Einfluss und Rendite. Aber nicht alle haben das nötige Geld dafür.

„Netze BW“ steht auf einem Schild am Eingang der EnBW City in Stuttgart. Foto: Christoph Schmidt/dpa/Archivbild

„Netze BW“ steht auf einem Schild am Eingang der EnBW City in Stuttgart. Foto: Christoph Schmidt/dpa/Archivbild

116 Städte und Gemeinden aus dem ganzen Land sind jetzt Miteigentümer der Strom- und Gasnetze im Südwesten. Zusammen besitzen sie mittelbar rund neun Prozent der Anteile an der Netzgesellschaft NetzeBW, wie deren Mutterkonzern EnBW am Donnerstag mitteilte. Die Anteile werden von einer kommunalen Beteiligungsgesellschaft gehalten, in die sich die Kommunen eingekauft haben - mit Summen von 200 000 bis hin zu knapp zwölf Millionen Euro.

EnBW und NetzeBW hatten im Sommer vergangenen Jahres angekündigt, einen Teil der Netze in die Hand der Kommunen abzugeben, die im Gegenzug für ihr Engagement mit einer jährlichen Rendite von 3,6 Prozent rechnen können. „Unsere Erwartungen wurden schon jetzt und trotz Corona übertroffen, sowohl zahlenmäßig als auch von der Höhe der Einlagen her“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der NetzeBW, Christoph Müller. 205 Millionen Euro haben die Kommunen zusammen gezahlt.

Neben den zu erwartenden Einnahmen habe für viele Städte und Gemeinden auch eine wichtige Rolle gespielt, in ihrer Funktion als Miteigentümer auch mitbestimmen zu können, hieß es. Der EnBW wiederum gehe es nicht darum, Geld zu machen, versicherte Müller. Im Fokus stehe eine Stärkung der Partnerschaft mit den und die Bindung an die Kommunen.

„EnBW vernetzt“, so der Name des Programms, steht allerdings nicht allen Kommunen im Land offen, sondern nur den knapp 570, in denen die NetzeBW zum Stichtag 1. Juli 2019 Eigentümerin des Strom- oder Gasnetzes war. Wie viele Anteile jede Kommune kaufen kann, hängt unter anderem von ihrer Größe ab.

Maximal ein knappes Viertel an der NetzeBW soll in kommunale Hände gehen. Für die nächste Beteiligungsrunde in einem Jahr hätten bereits 18 Kommunen zugesagt, in 300 werde noch beraten. 100 lehnten die Offerte den Angaben zufolge ab - meist fehlte schlicht das Geld. „Gerade vor dem Hintergrund der Corona-Krise warten manche Kommunen verständlicherweise ab, Finanzmittel zu binden“, sagte Müller. „Ich bin trotzdem zuversichtlich, dass wir in den nächsten zwölf Monaten nochmals deutlich zulegen werden.“

Nach der Sommerpause sollen die bereits eingestiegenen Kommunen nun einen der beiden Geschäftsführer für die Beteiligungsgesellschaft wählen und zudem zwei Kandidaten für den Aufsichtsrat der NetzeBW benennen. Ein Gremium aus allen kommunalen Anteilseignern soll künftig jeweils im Frühjahr zusammenkommen.

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Erstellt:
9. Juli 2020, 07:42 Uhr

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