Studie: Überschuldung im Südwesten nimmt weiter leicht ab

dpa/lsw Stuttgart. Die Zahl der Menschen im Südwesten, die ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können, ist einer Studie zufolge trotz Corona-Pandemie auch in diesem Jahr gesunken. Rund 750 000 Baden-Württemberger über 18 Jahren waren laut „Schuldneratlas 2020“ der Wirtschaftsauskunftei Creditreform überschuldet - 8000 weniger als vor einem Jahr. Die Überschuldungsquote sank ebenfalls leicht auf nun 8,11 Prozent. Das ist im Vergleich der Bundesländer weiter der zweitbeste Wert hinter Bayern mit 7,14 Prozent, wie aus den am Dienstag veröffentlichten Zahlen hervorgeht.

Eine Frau steht in ihrer Küche. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Illustration

Eine Frau steht in ihrer Küche. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Illustration

Bundesweit gelten laut der Studie 6,85 Millionen Menschen als überschuldet, das heißt, sie müssen über einen längeren Zeitraum mehr Geld ausgeben als sie einnehmen. Das entspricht einer Quote von 9,87 Prozent und ist ebenfalls ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr.

Allerdings würden sich die Folgen der Corona-Krise zeitversetzt noch gravierend auswirken, prognostizieren die Experten von Creditreform. „Die langfristigen Perspektiven für die Überschuldungsentwicklung sind besorgniserregend, da die Corona-Pandemie auch eine weitere Polarisierung von Einkommen und Vermögen bewirkt“, sagte Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Wirtschaftsforschung bei Creditreform. Während Gutverdiener Ausfälle gut kompensieren könnten, habe der ärmere Teil der Bevölkerung keine oder nur sehr geringe finanzielle Reserven.

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10. November 2020, 11:09 Uhr

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