Stuttgart: Lärmgutachten zu neuer Flugroute soll helfen

dpa/lsw Stuttgart. In der Debatte um eine umstrittene neue Abflugstrecke vom Stuttgarter Flughafen sollen ein Lärmgutachten und Tests im Simulator neue Erkenntnisse bringen. Das Gutachten soll ermitteln, wie sich der Dauerschallpegel bei unterschiedlichen Routen verändert, erklärte der Vorsitzende der Fluglärmkommission Stuttgart, Christof Bolay, am Mittwoch nach einer Sitzung des Gremiums am Vortag. Bis zum nächsten Treffen im März „sollte nicht nur das Gutachten vorliegen, sondern auch Zeit sein, um die Ergebnisse interpretieren zu können“. In einem Simulator soll die Route unter anderem bei verschiedenen Wetterbedingungen ausprobiert werden.

Der Flughafen Stuttgart ist aus einem startenden Verkehrsflugzeug zu sehen. Foto: Bernd Weissbrod/dpa/Bildarchiv

Der Flughafen Stuttgart ist aus einem startenden Verkehrsflugzeug zu sehen. Foto: Bernd Weissbrod/dpa/Bildarchiv

Anlass der Diskussion ist, dass die Fluggesellschaften Lufthansa und Eurowings eine neue Abflugroute in Richtung Süden vorgeschlagen haben. Einige Kommunen wären weniger von Lärm belastet, andere mehr. Mehrere Bürgerinitiativen wollen die Änderung der Route verhindern.

Eigentlich hätte die Fluglärmkommission schon am Dienstag über die neue Route abstimmen und eine Empfehlung abgeben sollen, damit das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung den Vorschlag prüfen kann. Ein Krisengipfel auf Einladung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) vor zwei Wochen hatte aber schon die Entscheidung auf das kommende Jahr vertagt, um noch offene Fragen klären zu können.

„Zunächst ist festzuhalten, dass die angedachte Route komplett den Sicherheitsvorkehrungen entspricht. Alle Vorgaben werden zu jeder Zeit eingehalten“, erläuterte Bolay, der auch Oberbürgermeister der Stadt Ostfildern (Landkreis Esslingen) ist, nach der jüngsten Sitzung. Für die Klärung des Konflikts werde das Verkehrsministerium eine Arbeitsgruppe vorbereiten, kündigte er an. „Dazu werden Kommunen eingeladen, von denen manche be- und andere entlastet werden würden, unabhängig davon, ob sie Mitglied der Fluglärmkommission sind.“

© dpa-infocom, dpa:211103-99-847560/3

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Erstellt:
3. November 2021, 11:54 Uhr

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