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Stuttgarter Friedenspreis geht an Assange

dpa/lsw Stuttgart. Der Stuttgarter Friedenspreis 2020 des Vereins „Die Anstifter“ geht an den inhaftierten Wikileaks-Gründers Julian Assange. Der gebürtige Australier sitzt seit etwa einem Jahr in einer Haftanstalt in London. Die Auszeichnung für Assange sei „ein Zeichen, das Recht auf bedingungslose Informations- und Pressefreiheit nicht nur zu schützen, sondern durchzusetzen“, erklärte die Vereinsvorsitzende Annette Ohme-Reinicke am Dienstag in Stuttgart.

Julian Assange, Wikileaks-Gründer, grüßt auf dem Balkon der Botschaft von Ecuador. Foto: Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

Julian Assange, Wikileaks-Gründer, grüßt auf dem Balkon der Botschaft von Ecuador. Foto: Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

Die Organisation ehrt mit der Auszeichnung Menschen oder Projekte, die sich in besonderer Weise für Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität einsetzen. Der mit 5000 Euro dotierte Preis soll am 6. Dezember (11.00) in Stuttgart vergeben werden.

Die US-Justiz wirft Assange vor, der Whistleblowerin Chelsea Manning geholfen zu haben, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu veröffentlichen. Dabei soll Washington zufolge insbesondere die Sicherheit von US-Informanten aufs Spiel gesetzt worden sein. Bei einer Verurteilung in allen 18 Anklagepunkten drohen Assange bis zu 175 Jahre Haft. Der 49-Jährige bestreitet die Vorwürfe. Die Wikileaks-Enthüllungen hatten auch zur Aufdeckung von Kriegsverbrechen durch US-Soldaten geführt.

Assange hatte sich aus Angst vor einer Auslieferung an die USA 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet. Damals lag gegen ihn ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor. Die Ermittlungen wurden jedoch später eingestellt.

Die britische Polizei verhaftete Assange im April 2019, weil er mit der Flucht in die Botschaft gegen Kautionsauflagen verstoßen hatte. Wegen des Auslieferungsantrags der USA ist Assange immer noch im Gefängnis.

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Erstellt:
21. Juli 2020, 10:20 Uhr

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