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Ulmer Münster bunt zum Tag des offenen Denkmals

dpa/lsw Ulm. Ulm ist in diesem Jahr Eröffnungsstadt für den bundesweiten Tag des offenen Denkmals. Ein Mammutprogramm an Veranstaltungen zeigt auch das Wahrzeichen der Stadt in ganz neuem Licht.

Einen Kontrast bilden das Münster und das von dem New Yorker Architekt Meier entworfene Stadthaus in Ulm. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/Archiv

Einen Kontrast bilden das Münster und das von dem New Yorker Architekt Meier entworfene Stadthaus in Ulm. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/Archiv

Wandel und Fortschritt, die sich in Gebäuden oder Orten zeigen: Beim Tag des offenen Denkmals (8. September) stehen in diesem Jahr Umbrüche im Mittelpunkt. Ausgangspunkt ist das 100-Jahre-Jubiläum der Kunstschule Bauhaus. Sichtbar soll das Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ aber auch in geschützten historischen Holzkegelbahnen oder Klöstern werden. „Thema sind Umbrüche an einem jeden Denkmal“, sagte Sarah Wiechers von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Die Bauhaus-Ästhetik gilt als Paradebeispiel moderner Architektur. Doch der Tag des offenen Denkmals will gerade die Relativität des Modernitätsbegriffs anschaulich machen. Wiechers: „Was heute alt ist, war in seiner Entstehungszeit ja modern.“ Wandel und Fortschritt könnten Theater betreffen, die ihre Programmatik änderten, oder Industriedenkmale wie die Zeche Zollverein in Essen (Nordrhein-Westfalen), die zum Kulturschauplatz umgenutzt wurde.

Die zentrale Auftaktfeier für bundesweit 8000 Veranstaltungen findet in diesem Jahr in Ulm statt. Nach der Eröffnung mit Staatssekretärin Katrin Schütz (CDU), Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU) und Jörg Haspel, Stiftungsratsvorsitzender der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, geht es bei einer Podiumsdiskussion um die Frage, was ein Denkmal modern macht.

Die Stiftung organisiert den Tag des offenen Denkmals zum 27. Mal und rechnet wie in den Vorjahren mit rund 3,5 Millionen Besuchern bundesweit.

Wiechers zufolge zeigt sich baulicher Zeitgeist in der Eröffnungsstadt besonders eklatant: Dort steht das spätmittelalterliche Münster mit seinem knapp 162 Meter hohen Kirchturm in direkter Nachbarschaft zum Stadthaus. Letzteres wurde erst 1993 eröffnet und im Januar dieses Jahres unter Schutz gestellt. Damit ist es laut Wiechers Baden-Württembergs jüngstes Denkmal.

Das bislang populärere Wahrzeichen Ulms jedoch erhält zum Denkmaltag eine ganz neue Inszenierung. Eine audiovisuelle Konzertperformance namens „Resonanzen“ soll das Mittelschiff des dunklen Münsters in eine riesige Videolandschaft verwandeln. Zu elektronischen Klängen, Orgel und Percussion flirren dann Schriftfetzen und Gesichtszüge über die Wände. Säulen und Kruzifixe erstrahlen in Gelb, Blau und Violet.

Die musikalische Illumination der Kirche findet schon am Vorabend des Aktionstags statt. Am Samstag (7. September) veranstaltet die Landesdenkmalpflege Baden-Württemberg ihre Nacht des offenen Denkmals. Besucher in Ulm haben an diesem Wochenende die Wahl zwischen 110 Angeboten, darunter eine Speedführung für Jugendliche und eine Donaufahrt mit einer Solar-Fähre.

In Baden-Württemberg können Interessierte beispielsweise einen Frühschoppen im 1114 erstmals erwähnten Wirtshaus Krone in der Gemeinde Kleines Wiesental (Kreis Lörrach) besuchen oder sich pompöse Villen in Baden-Baden zeigen lassen. Auch der Abstieg in den Bunker auf dem Stuttgarter Diakonissenplatz ist möglich: Gebaut von den Nationalsozialisten, wurde er 1980 für den Atomfall generalsaniert.

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Erstellt:
2. September 2019, 08:02 Uhr

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