New York

UN wirft Israel sexuelle Gewalt in Konfliktgebieten vor

Setzt Israel sexuelle Gewalt systematisch im Nahostkonflikt ein? Die UN halten entsprechende Informationen für glaubwürdig und setzen israelische Behörden auf eine schwarze Liste.

Israels UN-Botschafter Danny Danon. Die Vereinten Nationen haben Israel offenbar auf eine „schwarze Liste“ zu sexueller Gewalt in Konflikten gesetzt.

© IMAGO/Pacific Press Agency/IMAGO/Lev Radin

Israels UN-Botschafter Danny Danon. Die Vereinten Nationen haben Israel offenbar auf eine „schwarze Liste“ zu sexueller Gewalt in Konflikten gesetzt.

Von red/KNA

Die Vereinten Nationen haben offenbar Israel in eine "schwarze Liste" für Länder und Gruppen aufgenommen, die glaubhaft verdächtigt werden, in bewaffneten Konflikten systematisch sexuelle Gewalt auszuüben. Das teilte Israels UN-Botschafter Danny Danon am Donnerstag über die Plattform X mit und sprach gleichzeitig von "Blutverleumdung". Der Schritt sei eine von Tatsachen und Realität losgelöste, politische Entscheidung.

Laut israelischen Medienberichten wurde der israelische Strafvollzugsdienst auf der UN-Liste für 2026 aufgeführt. Weitere israelische Behörden seien in ein Überwachungssystem aufgenommen worden, um eine mögliche zukünftige Aufnahme zu prüfen.

Warnung schon vor zehn Monaten

Im August hatte die UN die Hamas erstmals in den Jahresbericht über konfliktbezogene sexuelle Gewalt aufgenommen. Gleichzeitig hatte UN-Generalsekretär António Guterres Israel gewarnt, dass ihm die Aufnahme in den Jahresbericht 2026 drohe, sofern es keine Maßnahmen zur Beendigung aller Akte sexueller Gewalt ergreife. Laut Guterres gibt es "glaubwürdige Informationen über Verstöße israelischer Streit- und Sicherheitskräfte gegen Palästinenser in mehreren Gefängnissen, einem Internierungslager und einem Militärstützpunkt", die zu "erheblichen Bedenken hinsichtlich der Muster bestimmter Formen sexueller Gewalt" führten.

Danon wies alle Vorwürfe zurück. Israel habe laut Danon zu jeder Anschuldigung Beweise, Dokumente und detaillierte Stellungnahmen vorgelegt sowie die UN eingeladen, sich vor Ort ein Bild zu machen. "Wenn die Fakten nicht ins Bild passen, ändert man bei der UN einfach die Darstellung", so Danon.

Vorwürfe von Menschenrechtlern

Unter anderem die Organisation "Ärzte für Menschenrechte Israel" (Physicians for Human Rights Israel) hatte Israel vorgeworfen, hunderte medizinische Fachkräfte aus dem Gazastreifen ohne Anklage festzuhalten und in israelischen Haftanstalten zu missbrauchen, einschließlich sexuellen Missbrauchs.

Im Januar 2025 hatte die Sonderbeauftragte des Generalsekretärs für sexuelle Gewalt in Konflikten, Pramila Patten, die Untersuchung der von der Hamas am 7. Oktober 2023 begangenen Kriegsverbrechen laut Berichten an die Bedingung geknüpft, auch Vorwürfe sexueller Gewalt an palästinensischen Häftlingen durch israelische Soldaten untersuchen zu dürfen. Israel hatte dies abgelehnt.

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Erstellt:
28. Mai 2026, 14:08 Uhr

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