Trump machte Stimmung gegen sie
US-Abgeordnete Omar in Minneapolis attackiert
US-Präsident Trump griff die linke Abgeordnete aus Minneapolis immer wieder heftigst an. Inmitten der angespannten Lage wird Ilhan Omar nun bei einer Rede attackiert.
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Ilhan Omar (links) und Donald Trump (rechts). (Archivbilder)
Von red/dpa
Die prominente demokratische US-Abgeordnete Ilhan Omar ist bei einem Auftritt in Minneapolis von einem Mann aus dem Publikum angegriffen worden. Omar forderte angesichts des brutalen Vorgehens der Sicherheitskräfte des Bundes in der Stadt gerade den Rücktritt von Heimatschutzministerin Kristi Noem, als der unbekannte Täter plötzlich aufstand, auf sie zu ging und sie mit einer nicht zu erkennenden Substanz anspritzte.
Videos des Vorfalls zeigen, wie der Angreifer eine Flüssigkeit auf Omar spritzt und sie beschimpft. Sicherheitskräfte überwältigen den Mann, bringen ihn zu Boden und führen ihn dann aus dem Raum. In den wenigen Sekunden, bevor ein Personenschützer eingreift, schien der Mann nicht zu versuchen, sich auf die unmittelbar vor ihm am Podium stehende Abgeordnete zu stürzen oder sie weiter tätlich anzugreifen.
Omar setzte ihren Auftritt nach Angriff fort
Omar setzte ihren Auftritt danach fort. Man dürfe Angreifern nicht das letzte Wort überlassen, sagte die 43-Jährige. Menschen wie der Täter verstünden nicht, dass der Bundesstaat Minnesota und seine Bürgerinnen und Bürger stark und widerstandsfähig seien. „Wir bleiben widerstandsfähig - was auch immer sie vielleicht auf uns schleudern“, sagte Omar unter Jubel und Applaus der Anwesenden. „Ich werde meine Rede zu Ende führen.“
NEW -- Rep. Ilhan Omar was just charged by a man at a town hall event in Minneapolis. Crowd says he "sprayed her" with something. You can hear Omar demand to continue the town hall -- and she's back to speaking now from the podium. pic.twitter.com/4OpSWHo0Z9 — Jay O'Brien (@jayobtv) January 28, 2026
Auf der Plattform X schrieb sie später noch, ihr gehe es gut. Ein „kleiner Unruhestifter“ werde sie nicht einschüchtern und davon abhalten, ihre Arbeit zu machen. Omar dankte den Bürgern ihres Wahlkreises, die zu ihr hielten. Ihr Büro erklärte, der Angreifer habe eine Spritze benutzt, um sie mit einer unbekannten Substanz anzuspritzen. Er sei festgenommen worden.
Trump greift Omar verbal immer wieder heftigst an
Der Sender ABC News berichtete, US-Präsident Donald Trump habe in einem Telefoninterview am Dienstagabend (Ortszeit) gesagt, dass er keine Videoaufnahmen zu dem Angriff gesehen habe. „Ich halte sie für eine Betrügerin“, bekräftigte Trump demnach seine bereits häufiger vorgebrachte Anschuldigung. Ohne Beweise dafür zu nennen, suggerierte er dem Sender zufolge auch, dass sie den Angriff inszeniert haben könnte: „Wie ich sie kenne, hat sie sich wahrscheinlich selbst besprühen lassen.“
I’m ok. I’m a survivor so this small agitator isn’t going to intimidate me from doing my work. I don’t let bullies win. Grateful to my incredible constituents who rallied behind me. Minnesota strong. — Ilhan Omar (@IlhanMN) January 28, 2026
Der US-Präsident greift die schwarze Abgeordnete immer wieder heftigst an. Mit Blick auf ihre somalische Wurzeln hat er der US-Bürgerin schon häufiger nahegelegt, sie solle nach Somalia „zurückgehen“. Bisweilen bezeichnete er die linke Abgeordnete auch als „garstig“ oder machte sich über das Kopftuch der Muslimin lustig. Kritiker bezeichnen solche Angriffe Trumps als rassistisch.
Für manche konservative Republikaner ist die Demokratin Omar ein beliebtes Feindbild - sie ist politisch weit links angesiedelt, eine erfolgreiche schwarze Muslimin und gibt sich trotz aller Kritik stets unbeugsam. Omar hat in der Vergangenheit auch von Morddrohungen gegen sie berichtet.
Minneapolis ist in Aufruhr
Die von Omar im Kongress vertretene Stadt Minneapolis befindet sich seit Wochen in Aufruhr. Grund ist ein massiver und oft brutal geführter Einsatz von hochgerüsteten Sicherheitskräften des Bundes, die Trumps rigorose Abschiebe-Politik durchsetzen. Die Stimmung in der Stadt ist - auch nach zwei Tötungen von US-Bürgern durch Sicherheitskräfte des Bundes - extrem angespannt.
Als Omar gerade acht Jahre alt war, floh ihre Familie aus Somalia, einem Krisenstaat am Horn von Afrika. Die heutige Abgeordnete zog dann 1997 mit ihrer Familie nach Minneapolis. Seit 2019 ist sie Abgeordnete im Repräsentantenhaus in Washington.
