Verdacht auf Wolf in Murrhardt bestätigt sich nicht

Nach Riss eines Rehs und Untersuchungen im Labor steht fest: Es war ein Hund.

Für die Rehrisse im Bereich Murrhardt war kein Wolf verantwortlich. Symbolbild: AB Photography / Adobe Stock

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Für die Rehrisse im Bereich Murrhardt war kein Wolf verantwortlich. Symbolbild: AB Photography / Adobe Stock

Rems-Murr. In den vergangenen Wochen sind dem Landratsamt Rems-Murr Kreis vermehrt Rehrisse im Bereich Murrhardt gemeldet worden – der letzte Rehriss Mitte Mai. Daraufhin hatten die Wildtierbeauftragten des Landkreises umgehend die Situation vor Ort untersucht und in Absprache mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Abstrichproben an das Senckenberg Zentrum für Wildtiergenetik zur Untersuchung geschickt. Nun liegen die Ergebnisse vor: Die FVA teilte nun mit, dass die Beteiligung eines Wolfs ausgeschlossen werden kann. Ein Hund wurde als Verursacher bestätigt.

Freilaufende und wildernde Hunde stellen eine erhebliche Gefahr für Wildtiere dar. Besonders kritisch ist die aktuelle Jahreszeit. Während der Brut- und Setzzeit im Frühjahr und Frühsommer reagieren viele Wildtiere äußerst empfindlich auf Störungen. Hochtragende Rehgeißen können durch Stress Fehl- oder Frühgeburten erleiden. Werden Muttertiere gerissen, bleiben verwaiste Jungtiere oft unversorgt und schutzlos zurück. Forstdezernent Gerd Holzwarth weist zudem darauf hin, dass Hetzjagden durch Hunde nicht selten zu schweren Verletzungen führen, etwa wenn Tiere in Panik flüchten und sich in Zäunen verfangen. Meist schaffen es Haushunde nicht, ihre Beute zu töten und verletzen sie jedoch stark, was zum qualvollen Tod führt.

Vor diesem Hintergrund wird an alle Hundehalterinnen und Hundehalter appelliert, ihre Tiere in Feld und Flur anzuleinen oder stets unter Kontrolle im unmittelbaren Einwirkungsbereich zu halten. Wird ein Hund als Verursacher eines Wildtierrisses identifiziert, kann dies rechtliche Konsequenzen sowie ein Bußgeld für die Halterin oder den Halter nach sich ziehen.

Im Kreis wurde zuletzt 2024 eindeutig ein Wolf dokumentiert

Wölfe ernähren sich zu weit mehr als 90 Prozent von Wildtieren – insbesondere Rehe, Rothirsche und Wildschweine gehören in das Beuteschema. Grundsätzlich ist das Auffinden eines Wildtierrisses daher möglich. In Baden-Württemberg sind derzeit vier männliche Einzeltiere sowie ein Wolfspaar im Schwarzwald bestätigt. Mit dem Auftauchen durchziehender Einzeltiere ist überall in Baden-Württemberg zu rechnen. Die FVA bestätigte, dass es sich bei dem Tier, das Anfang Mai von einer Wildtierkamera im Raum Murrhardt aufgenommen wurde, sehr wahrscheinlich um einen Wolf handelte. Aufgrund der Bildqualität konnte die Aufnahme jedoch nicht als eindeutiger Nachweis gemäß den Monitoringstandards eingestuft werden Weitere Aufnahmen oder Hinweise auf das Tier wurden dem Landratsamt Rems-Murr-Kreis bislang nicht gemeldet. Der letzte eindeutige Nachweis eines Wolfes im Kreis wurde im April 2024 im Bereich Rudersberg dokumentiert.

Grundsätzlich sollte man nicht auf Wildtiere zugehen und diese auch nicht bedrängen – selbst wenn sich ein Wildtier in einer Notsituation befindet, also beispielsweise verletzt ist. Spaziergängerinnen und Spaziergänger sollten auf den Wegen bleiben und sich an Ruhezeiten und die Leinenpflicht für Hunde in Schutzgebieten halten. Wildtiere sollten zudem unter keinen Umständen gefüttert werden, da bei einer regelmäßigen Fütterung von Menschen ein aufdringliches oder aggressives Verhalten entwickelt werden kann. Auch eine indirekte Fütterung zum Beispiel durch das Liegenlassen von Speiseresten ist zu vermeiden. Weitere Informationen gibt es beim Forstamt des Rems-Murr-Kreises per E-Mail an forst@rems-murr-kreis.de oder telefonisch unter 07151/5014367. lra

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Erstellt:
12. Juni 2026, 14:32 Uhr

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