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VfB im Aufstiegkampf: „Richtige Chance“ für Heidenheim

dpa/lsw Stuttgart. Durch das 2:0 bei Dynamo Dresden hält der VfB Stuttgart den zweiten Platz der 2. Liga. Aber das Aufstiegsrennen bleibt spannend. Der VfB steht auch gegen Osnabrück unter Druck. Heidenheim hat eine „richtige Chance“, sagte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat.

Daniel Didavi vom VfB Stuttgart in Aktion. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild

Daniel Didavi vom VfB Stuttgart in Aktion. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild

Sven Mislintat weiß, wie brenzlig die Situation ist. Jeder Ausrutscher in den nächsten vier Wochen mit noch fünf Spielen könnte dem VfB Stuttgart die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga kosten. Insbesondere der viertplatzierte Landesrivale 1. FC Heidenheim bringt die Zweitliga-Topclubs VfB und Hamburger SV in Bedrängnis. „Die machen einen Sensationsjob. Die haben eine richtige Chance“, räumte der VfB-Sportdirektor am Montag ein.

Natürlich sei die Situation im Endspurt für einen Außenseiter wie die Heidenheimer angenehmer, meinte Mislintat: „Rein psychologisch können sie nur gewinnen und Hamburg und Stuttgart können nur verlieren.“

Mit dem 2:0 bei Dynamo Dresden hatten die Stuttgarter am Pfingstsonntag zwar ihren zweiten Platz verteidigt, der am Ende den direkten Aufstieg sichern würde. Aber auch Heidenheim und der HSV gewannen und hielten den Rückstand mit zwei (HSV) sowie drei Punkten (Heidenheim) auf den VfB gering. „Wenn wir da vorne reinstoßen können, jemanden ärgern können, dann machen wir das natürlich. Aber der Druck, das ist selbstredend, der liegt natürlich bei anderen Mannschaften“, sagte Heidenheims Trainer Frank Schmidt.

Frei von Druck sieht Mislintat natürlich auch den Konkurrenten nicht. Nur der souveräne Tabellenführer Bielefeld dürfe sich einen Ausrutscher erlauben, meinte er: „Alle anderen müssen punkten.“ Er verglich den Aufstiegskampf mit einem Halbfinale oder Finale in der Champions League, bei dem wenige Situationen entscheiden würden.

Am Sonntag ist der VfB gegen den VfL Osnabrück gefordert und kann dann voraussichtlich wieder mit dem zuletzt angeschlagenen Mittelfeldspieler Daniel Didavi planen. Das Hinspiel bei den Niedersachsen hatte der VfB mit 0:1 verloren. Die Bilanz aus dem Hinrunden-Abschluss sei für den Aufstieg aber ohnehin zu wenig, mutmaßte Mislintat: „Wir können davon ausgehen, dass zwei Siege, zwei Niederlagen und ein Unentschieden nicht reichen werden.“

In Dresden hatten Hamadi Al Ghaddioui (18. Minute) und Darko Churlinov (88.) mit seinem ersten Zweitliga-Tor für den letztlich verdienten Sieg gesorgt. Einhundertprozentig zufrieden war Trainer Pellegrino Matarazzo anschließend nicht. Er hatte sich ein bisschen mehr FC-Bayern-Mentalität von seinen im zweiten Durchgang etwas nachlässigen Spielern erhofft. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir dann weitergemacht hätten, so ähnlich wie Bayern gestern auch seinen Gegner abgeschossen hat“, sagte der 42-Jährige mit Blick auf den 5:0-Sieg der Bayern gegen Fortuna Düsseldorf. Die Schwaben dagegen hatten es nach der Pause überraschend locker angehen lassen und gewannen „dreckig“, wie Matarazzo sagte.

Der Coach genießt bei den VfB-Verantwortlichen einen hohen Stellenwert. Das hatten sie am Mittwoch mit der vorzeitigen Vertragsverlängerung bis zum Sommer 2022 untermauert. Eine dringende Notwendigkeit für die Entscheidung gab es nicht, weil der Trainer schon zuvor bis zum Sommer 2021 unterschrieben hatte.

„Es ist an der Zeit zu zeigen, am Trainer liegt es nicht“, rechtfertigte Mislintat. „Es ist an der Zeit, zu zeigen, dass wir uns alle in die Verantwortung nehmen und unseren Teil dazu beitragen, dass ein sehr, sehr guter Trainer seinen Job machen kann.“ Hinter dem Trainer sollen sich die Spieler nicht mehr verstecken können.

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Erstellt:
1. Juni 2020, 11:46 Uhr

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