VW-Betriebsversammlung
Betriebsrat will Wolfsburg stärken - Ausblick auf neuen Golf
VW zeigt erstmals den elektrischen Golf 9 - allerdings nur als Umriss. Wie Betriebsratschefin Cavallo die Zukunft des Standorts Wolfsburg bewertet - und was sie von Audi und Porsche erwartet.
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VW-Betriebsratschefin vor der Skyline des Wolfsburger VW-Werks. Von hier sollen künftig wieder mehr zentrale Ansagen kommen, fordert sie.
Von dpa
Wolfsburg - Weltpremieren auf Betriebsversammlungen haben bei VW Tradition: 2023 wurde hier der damals neue Tiguan enthüllt, vergangenes Jahr im September bekam die Belegschaft als erste den ID. Polo zu sehen, wenige Tage vor der Weltpremiere auf der IAA. Jetzt gab es einen ersten Ausblick auf den kommenden vollelektrischen Golf 9. Allerdings nur als Silhouette in Schwarz-Weiß auf der Großbildleinwand vor mehreren Tausend Beschäftigten.
Das Seitenprofil sieht dabei fast genauso aus wie beim derzeitigen Golf 8. Damit, so Betriebsratschefin Daniela Cavallo, bleibe der Golf auch in der neunten Generation ein echter Wolfsburger. Dass die erste Skizze nun hier gezeigt werde, bezeichnete sie als "großartige Wertschätzung für die Belegschaft".
VW will die Produktion des aktuellen Verbrenner-Modells ab der zweiten Jahreshälfte 2027 nach Mexiko verlagern, um in Wolfsburg Platz zu machen für den Umbau für E-Modelle. Ende des Jahrzehnts soll im Stammwerk dann der vollelektrische Nachfolger anlaufen. Sorgen, dass VW die Pläne noch einmal ändere, müsse sich niemand machen, sagte Cavallo. Der E-Golf aus Wolfsburg sei "jetzt schon verbindlich beschlossen - ohne Wenn und Aber".
"Kraut und Rüben" bei Audi und Porsche
Tochtergesellschaften wie Audi und Porsche sollte der Konzern dagegen an die kürzere Leine nehmen, forderte Cavallo. "Wolfsburg muss wieder stärker Dreh- und Angelpunkt für den gesamten Konzernverbund sein", sagte sie laut Redemanuskript, das der Deutschen Presse-Agentur in Auszügen vorliegt. "Alleingänge einzelner Marken können wir uns schlicht nicht mehr leisten", so Cavallo.
"Im Moment ist das oft Kraut und Rüben", kritisierte sie. "Es mangelt an Disziplin!" Die Konzernspitze um Oliver Blume forderte sie auf, Machtworte zu sprechen, "um Marken-Egoismen einzufangen". Nur so ließen sich Synergien im Konzern nutzen. "Es braucht gemeinsame Ziele." Dafür brauche es klare Vorgaben und den nötigen Durchgriff aus dem Konzernvorstand.
Markenchef Schäfer: "Die Richtung stimmt"
Markenchef Thomas Schäfer sprach mit Blick auf die ein halbes Dutzend Weltpremieren 2026 von einem entscheidenden Jahr für Volkswagen. "Die Marke Volkswagen kommt voran, die Zahlen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagte er laut Mitteilung. "Diesen Stand haben wir uns hart erarbeitet. Die Richtung stimmt, aber wir sind noch nicht im Ziel und dürfen jetzt nicht nachlassen."
Konzernchef Oliver Blume, der eigentlich nicht auf der Rednerliste stand, wandte sich ebenfalls mit einem kurzen Statement an die Belegschaft. "Wir gehen voran in der Mobilität der Zukunft", sagte er laut Mitteilung. Das sei der Erfolg der gesamten Belegschaft und zugleich Ansporn für den Konzern. "Dafür sage ich euch Danke von Herzen - im Namen des gesamten Vorstands."
Entscheidung über Anerkennungsprämie noch offen
Noch keine Entscheidung gibt es nach Aussage Cavallos über die von ihr geforderte Anerkennungsprämie für alle Tarifbeschäftigten bei VW. Der Vorstand werde darüber erst nach der Betriebsratswahl - die kommende Woche stattfindet - entscheiden, sagte sie. Hintergrund für die Forderung ist die überraschend gute Kassenlage, die der Konzern im Januar gemeldet hatte. Cavallo hatte daraufhin gefordert, die Belegschaft an den sechs Milliarden Euro Cashflow zu beteiligen.
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Erste Skizze zur Betriebsversammlung: So soll die Silhouette der neunten Generation des Golf aussehen.
