Ex-Filmmogul im Gefängnis
Weinstein: Manche Frauen wussten, worauf sie sich einlassen
Die Vorwürfe gegen ihn erschütterten Hollywood und deckten dunkle Strukturen hinter dem Glanz auf. Nun räumt der Ex-Filmmogul einige Fehler ein – aber nicht alle.
© Steven Hirsch/Pool New York Post/AP/dpa
Weinstein trat zuletzt gesundheitlich angeschlagen im Rollstuhl vor Gericht auf. (Archivbild)
Von dpa
New York - Der wegen Sexualverbrechen verurteilte frühere Hollywood-Produzent Harvey Weinstein weist Vorwürfe sexueller Übergriffe weiterhin zurück. Er sei zwar "aufdringlich oder übermäßig verführerisch" gewesen, habe aber "keine Frau sexuell angegriffen", sagte der 73-Jährige dem Magazin "The Hollywood Reporter". Weinstein sitzt derzeit eine Haftstrafe ab.
Zugleich sagte Weinstein, einige Frauen hätten gewusst, "was auf der Tagesordnung steht", wenn sie von einem Mann spätabends in Hotelzimmer eingeladen wurden. Manche hätten ihre Begegnungen später bereut, andere möglicherweise auf Geld gehofft. "Jedoch waren nicht alle so naiv, wie sie sich gerne gaben", zitierte ihn das Magazin.
Im Interview entschuldigte er sich bei Frauen und sagte, er hätte sie mehr respektieren sollen. "Ich habe sie irregeführt", sagte er. Auch habe er seine beiden Ehefrauen betrogen und belogen. Das sei unmoralisch. Sexuelle Angriffe habe es jedoch nicht gegeben: "Das ist die große Lüge in dieser ganzen Angelegenheit."
Weinstein: Manche haben Erfahrungen übertrieben
Zugleich räumte Weinstein ein, Grenzen überschritten und seine Machtposition missbraucht zu haben. Er habe Mitarbeiter eingesetzt, um sein Privatleben zu verbergen, und sie zum Lügen gedrängt. In der Branche habe ein Machtgefälle geherrscht, er selbst sei "beängstigend und schwierig" gewesen.
Mehrere Schauspielerinnen hätten jedoch ihre Erfahrungen übertrieben dargestellt, sagte Weinstein und nannte unter anderem Gwyneth Paltrow. Diese habe eine Begegnung mit ihm zu einer "großen Sache" gemacht, obwohl nichts passiert sei.
Prozess im April
Im April soll Weinstein erneut vor Gericht stehen. Über einen Anklagepunkt, bei dem sich die Jury nicht einigen konnte, wird neu verhandelt. Weinstein war 2020 zu 23 Jahren Haft verurteilt worden; das Urteil wurde 2024 wegen Verfahrensfehlern aufgehoben. Zuletzt trat er gesundheitlich angeschlagen im Rollstuhl vor Gericht auf.
Unabhängig davon wurde er 2023 in Kalifornien in einem separaten Verfahren wegen sexueller Übergriffe zu weiteren 16 Jahren Haft verurteilt; dagegen legte seine Verteidigung Berufung ein.
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Weinstein räumte ein, Grenzen überschritten und seine Machtposition missbraucht zu haben. (Archivbild)
