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Nach Krawallen: Videoüberwachung an Wochenenden geplant

dpa/lsw Stuttgart. Nach den Krawallen will die Stadt Stuttgart aufrüsten: 30 Kameras sollen künftig die Orte beobachten, auf denen die Polizei zuletzt am meisten zu tun hatte. Unterdessen wächst die Liste der verhafteten mutmaßlichen Randalierer.

Handschellen hängen am Gürtel eines Justizbeamten. Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild

Handschellen hängen am Gürtel eines Justizbeamten. Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild

Als Reaktion auf die Krawalle in Stuttgart will die Stadt an Wochenenden eine nächtliche Videoüberwachung auf zentralen Plätzen in der City einführen. Geplant sei eine Beobachtung mit 30 Kameras in den Nächten auf Samstag, auf Sonntag und vor Feiertagen jeweils von 20.00 bis 6.00 Uhr. Ein entsprechender Vorschlag der Stadtverwaltung für die erste derartige Überwachung im öffentlichen Stuttgarter Raum könnte am kommenden Mittwoch vom Gemeinderat entschieden werden, teilte ein Sprecher des Rathauses am Donnerstag mit.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) warb für den Vorschlag: Die Polizei könne mit den Kameras kritische Situationen frühzeitig erkennen. Es gebe zudem eine Signalwirkung, weil dies potenzielle Straftäter abschrecke. „Wir wollen das Sicherheitsgefühl aller Bürgerinnen und Bürger verstärken und öffentlichen Angsträumen entgegenwirken“, ergänzte Kuhn.

Nach den Ausschreitungen hat die Polizei bislang nach eigenen Angaben 49 Tatverdächtige identifiziert. Gegen 26 Menschen wurden Haftbefehle erlassen, 18 von ihnen sitzen in Untersuchungshaft. Zuletzt seien vier Männer im Alter zwischen 16 und 19 Jahren verhaftet worden, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag.

Ein 17-Jähriger soll eine Schaufensterscheibe und einen Streifenwagen zerstört haben. Einem 16-Jährigen und einem weiteren 17-Jährigen wird zur Last gelegt, sich daran beteiligt zu haben. Der jüngere des Duos soll zudem Polizisten mit einer Flasche beworfen haben. Außerdem wurde ein 19-Jähriger festgenommen, gegen den bereits ein Haftbefehl vorlag. Er soll in der Nacht der Krawalle zusammen mit einem schon in Untersuchungshaft sitzenden drei Jahre jüngeren Jugendlichen einen Studenten geschlagen und gezielt gegen den Kopf getreten haben. Beiden wird unter anderem gemeinschaftlicher versuchter Totschlag vorgeworfen.

Bei den vier Männern handelt es sich um Deutsche. Rund 75 Beamte versuchen weiterhin, Verdächtige zu ermitteln, die sich an den Ausschreitungen und Plünderungen in der Nacht zum 21. Juni beteiligt haben.

Fritz Kuhn, Oberbürgermeister von Stuttgart, spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Fritz Kuhn, Oberbürgermeister von Stuttgart, spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

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Erstellt:
23. Juli 2020, 15:36 Uhr

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