Zur Sicherheit mit Helm auf dem Fahrrad

Zahl der Unfälle ist zu hoch: Das Polizeipräsidium Aalen und das Landratsamt starten eine gemeinsame Kampagne zur Fahrradsicherheit.

Geschäftsführer von Bikes’n’Boards Timur Selvi (von links), Polizeipräsident Reiner Möller, Geschäftsführer von Bikes’n’Boards Steffen Schuck und Landrat Richard Sigel. Foto: LRA

© Landratsamt Rems-Murr-Kreis

Geschäftsführer von Bikes’n’Boards Timur Selvi (von links), Polizeipräsident Reiner Möller, Geschäftsführer von Bikes’n’Boards Steffen Schuck und Landrat Richard Sigel. Foto: LRA

Rems-Murr. Der Rems-Murr-Kreis hat mit dem Polizeipräsidium Aalen und dem kreisweit aufgestellten Fachgeschäft Bikes’n’ Boards eine Kampagne für mehr Sicherheit im Radverkehr gestartet. In den Filialen von Bikes’n’Boards in Waiblingen, Backnang und Schorndorf werden dafür Anhänger an Rädern angebracht, die Kunden ans Tragen eines Helms erinnern sollen. Die Kampagne steht unter dem Slogan: „Ein Helm. Ein Leben. Deine Entscheidung.“ Landrat Richard Sigel betont: „Fahrradsicherheit ist für uns in allen Altersgruppen ein zentrales Anliegen. Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, setzt sich immer einem gewissen Risiko aus. Die Zahl der Unfälle ist immer noch zu hoch und vieles wäre vermeidbar.“

Steigende Unfallzahlen im Kreis

Die aktuellen Zahlen unterstreichen die Relevanz des Themas: 2024 war in Deutschland etwa jede sechste im Straßenverkehr tödlich verunglückte Person mit dem Rad unterwegs. Insgesamt verloren 441 Radfahrerinnen und Radfahrer ihr Leben, darunter 192 auf einem E-Bike. Auch im Kreis zeigt sich ein steigender Trend: Die Zahl der Fahrrad- und E-Bike-Unfälle ist seit 2021 kontinuierlich gestiegen – von 329 auf 531 Fälle 2025. Erstmals wurden 2025 auch Daten zur Helmnutzung erhoben: Bei 18 Unfällen trugen die Beteiligten keinen Helm, 15 Personen wurden leicht, drei schwer verletzt. „Gerade bei Fahrradunfällen kommt es häufig zu schweren oder sogar lebensgefährlichen Kopfverletzungen. In vielen Fällen könnte ein Helm die Folgen deutlich abmildern oder sogar verhindern. Ein kurzer Griff zum Helm vor der Fahrt kann im Ernstfall den entscheidenden Unterschied machen“, so Polizeipräsident Reiner Möller.

„Beschädigte Helme nach einem Unfall zeigen eindrücklich, welche Kräfte auf den Kopf wirken. Genau deshalb gehört der Helm für uns zur Grundausstattung – so selbstverständlich wie das Fahrrad selbst“, erklärt Timur Selvi, Geschäftsführer von Bikes’n’Boards. Neben der Helmkampagne engagiert sich der Rems-Murr-Kreis zudem mit verschiedenen Projekten für mehr Sicherheit:

Radspaß – sicher e-biken Mit diesem Projekt bietet der Landkreis Fahrsicherheitstrainings für Pedelecfahrende an. Der Landkreis war dafür Pilotkreis in Baden-Württemberg. Landrat Sigel ist selbst nicht nur Radtrainer, sondern auch E-Bike-Trainer. Die Kurse richten sich sowohl an Einsteiger als auch an alle, die ihre Fahrtechnik verbessern möchten. Neben praktischen Übungen zur Koordination und Reaktion werden Aspekte der Verkehrssicherheit vermittelt. Der Landkreis fördert in diesem Bereich zusätzliche Aktionen des Kreisseniorenrats und des Deutschen Roten Kreuzes zur Förderung der Verkehrssicherheit.

Radhelden at school Mit „Radhelden at school“ fördert der Kreis seit mehreren Jahren mit dem Württembergischen Radsportverband (WRSV) die Verkehrssicherheit von Kindern. An Grundschulen werden Fahrradaktionstage angeboten, bei denen motorische Fähigkeiten und sicheres Fahrverhalten im Mittelpunkt stehen. Seit 2022 haben 84 Schulen mit 14326 Schülerinnen und Schülern teilgenommen. Die Verkehrssicherheitsarbeit für junge Radfahrende wird durch die Fahrradprüfung an Grundschulen ergänzt, die in bewährter Weise von Polizei und Verkehrswacht durchgeführt wird. pm

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Erstellt:
24. März 2026, 14:00 Uhr

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