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Zwei Galeria-Karstadt-Kaufhof-Filialen im Südwesten gerettet

dpa/lsw Essen/Stuttgart. Die Einschnitte bei Galeria Karstadt Kaufhof treffen Baden-Württemberg nun doch nicht ganz so hart. Zwei Filialen werden gerettet. In den Mittelpunkt der Debatte rückt nun die Zukunft der Mitarbeiter, die nach wie vor um ihre Jobs bangen müssen.

Das Logo von Galeria Karstadt Kaufhof klebt am Schaufenster. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild

Das Logo von Galeria Karstadt Kaufhof klebt am Schaufenster. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild

Zwei von der Schließung bedrohten Galeria-Karstadt-Kaufhof-Filialen in Baden-Württemberg droht nun doch nicht das Aus. Nach Zugeständnissen der Vermieter bleiben die Filialen der Warenhäuser in Leonberg und in Singen erhalten, wie der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Warenhauskette, Jürgen Ettl, am Freitag in Essen (NRW) mitteilte. Damit sind rund 150 Arbeitsplätze gesichert.

Verdi-Landeschef Martin Gross sagte in Stuttgart: „Das ist eine gute Nachricht für alle Beschäftigten in den beiden Häusern.“ Es zeige sich, dass sich „der Einsatz für jedes Haus und jeden Arbeitsplatz verbunden mit einer breiten öffentlichen Unterstützung“ lohne. Betroffen von den offiziellen Schließungsplänen sind nach Gewerkschaftsangaben derzeit dann noch die Galeria-Kaufhof-Häuser Mannheim N7, im Stuttgarter Ortsteil Bad Cannstatt und in Göppingen sowie Karstadt Sports in der Stuttgarter Innenstadt.

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) sagte, sie habe bei einem Telefonat mit der Geschäftsführung dafür geworben, der Transfergesellschaft zusätzliche Mittel zukommen zu lassen, damit die unvermeidbar Betroffenen bessere Chancen bekämen, rasch einen neuen Arbeitsplatz zu finden. „Die Finanzierung von Transfergesellschaften ist primär Aufgabe des Betriebs, der seine Beschäftigten entlässt, und der Bundesagentur für Arbeit.“

Der zwischen Galeria Karstadt Kaufhof und dem Gesamtbetriebsrat geschlossene Transfervertrag schöpfe mit seiner Laufzeit von sechs Monaten die gesetzlich mögliche Laufzeit von zwölf Monaten nicht aus. „Es liegt nun in deren Verantwortung, zum Wohle der Beschäftigten alle vorhandenen Möglichkeiten zu nutzen“, mahnte Hoffmeister-Kraut. Ein Transfergesellschaft ist ein arbeitsmarktpolitisches Instrument. Sie soll helfen, von Arbeitslosigkeit bedrohten Mitarbeitern eines Betriebes neue Jobs zu vermitteln.

Gross sagte, sechs Monate Finanzierung für die Transfergesellschaft seien viel zu kurz, aus Gewerkschaftssicht bräuchte es ein Jahr. Er forderte das Land auf, sich finanziell daran zu beteiligen. „Das Land Baden-Württemberg würde das mit knapp vier Millionen Euro belasten.“ Jeder Monat länger als ein halbes Jahr würde also deutlich weniger als eine Million Euro kosten. „Das müssen uns die Kolleginnen und Kollegen wert sein“, sagte Gross.

SPD-Landeschef Andreas Stoch sagte, die Landesregierung sei gefordert, umgehend ihr Engagement zu verstärken. „Es ist bezeichnend, dass von Ministerpräsident Kretschmann zu diesem Thema bislang nichts zu hören ist.“

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Erstellt:
17. Juli 2020, 12:21 Uhr

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