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Bestmarken in allen Bereichen

Boom-Liga: Die Fans strömen in Scharen, das Fernsehen ist präsent, die Sponsoren sind großzügig

Steigende Zuschauerzahlen, eine hohe TV-Präsenz und viele Traditionsvereine, dazu etliche Spieler und Trainer mit erfolgreicher Vergangenheit oder vielversprechender Zukunft: Die Dritte Liga boomt und übt dadurch auch eine ausgeprägte Anziehungskraft auf Sponsoren aus. Neue Bestmarken in allen Bereichen kann vor ihrer mittlerweile sechsten Saison in dieser Spielklasse auch die SG Sonnenhof Großaspach verkünden.

Duelle mit Traditionsklubs wie Kaiserslautern locken die Massen nach Großaspach, aber auch sonst steigt der Schnitt bei der SG wie in der ganzen Liga.

© Sportfotografie Alexander Becher

Duelle mit Traditionsklubs wie Kaiserslautern locken die Massen nach Großaspach, aber auch sonst steigt der Schnitt bei der SG wie in der ganzen Liga.

Von Steffen Grün

Die Zuschauerzahlen: In der vergangenen Runde kletterte die Zahl der Zuschauer, die zu den insgesamt 380 Drittliga-Spielen in die Stadien strömten, zum ersten Mal über die Dreimillionenmarke. Um ganz genau zu sein, waren es 3090122 Fans, die für einen Schnitt von etwas mehr als 8100 Besuchern pro Begegnung sorgten.

Mit Kaiserslautern, Braunschweig und 1860 München blieben der Dritten Liga ihre größten Zugpferde erhalten. Von den Absteigern aus der Zweiten Bundesliga und den Aufsteigern aus den Regionalligen dürften vor allem Magdeburg, Duisburg und Mannheim Garanten für stattliche Kulissen sein. „Der Zuschauerschnitt wird sicherlich nicht sinken“, prophezeit Philipp Mergenthaler und denkt bei diesen Worten auch an den eigenen Verein, der in der Vorsaison immerhin über 2800 Fans pro Partie in den Fautenhau lockte – „Das hat natürlich mit Spielen wie gegen Kaiserslautern zu tun“, erinnert das Vorstandsmitglied der SG Sonnenhof an das erste Heimspiel, als 9500 Besucher für eine ausverkaufte Mechatronik-Arena sorgten, zudem zeigte die Spieltagsvermarktung mit Sponsoren die erhoffte Wirkung: „Es wäre sogar noch mehr drin gewesen, wenn nicht ausgerechnet die Duelle mit Karlsruhe und 1860 an Montagabenden stattgefunden hätten – dieser Termin ist für Familien schwierig, zudem boykottieren aktive Fanszenen wie die der Löwen die Montagsspiele grundsätzlich.“

Als Vorwurf an den DFB will Mergenthaler diese Rechnung aber nicht verstanden wissen, im Gegenteil: „Wir dürfen uns nicht beklagen, weil 19 von 20 Drittliga-Vereinen im Sinnes des TV-Vertrags für Montagsspiele gestimmt haben – auch wir. Wenn sich einzelne Vereine jetzt plötzlich rausreden, ist das nicht glaubwürdig.“

Die TV Reichweite: Rund 840000 Euro pro Drittliga-Verein gibt es vom Fernsehen, das für diesen Betrag in stattlichem Umfang sendete. 2018/2019 kamen laut DFB-Saisonreport 1400 Stunden TV-Berichterstattung zusammen, auf die Liveübertragung aller 380 Begegnungen bei Telekom Sport entfällt der Löwenanteil. Der Rest verteilt sich auf Sendungen in den Dritten Programmen wie „Sport am Samstag“ beim SWR oder auf die ARD-Sportschau: Das Erste erreichte mit den Drittliga-Spielberichten seines Flaggschiffs 193,16 Millionen Menschen, etwa 2,74 Millionen pro Sendung. „Die Reichweite ist natürlich höher, wenn danach noch die Bundesliga kommt“, erklärt Mergenthaler. Für die SG Sonnenhof unterscheidet der Funktionär in quantitative und qualitative Reichweite, Letztere „ist für uns brutal wichtig, wer die Spiele unseres Teams live sehen will, kann sie live sehen“. Diesem Bereich, der Jahr für Jahr wachse, ordnet er allerdings auch die Präsenz in den Print- und sozialen Medien, Aktionen wie Kindergarten- und Schulbesuche oder die Dorfklub-Fußballschule zu. „Das ist das, was wir beeinflussen können“, betont Mergenthaler.

Die Vermarktung: Die Attraktivität der Liga in diesem Bereich im Allgemeinen zeige sich zum Beispiel an Partnerschaften wie mit Bwin als Ligasponsor und Adidas mit dem einheitlichen Spielball. Die SG Sonnenhof im Speziellen werde bundesweit als „außergewöhnlicher Verein wahrgenommen und ist auch deshalb als Partner für Firmen aus der Region sehr interessant – vom Weltmarktführer bis zum Kleinbetrieb“, sagt Mergenthaler, der voller Stolz verrät, dass die Sponsoring-Einnahmen in der neuen Runde zum ersten Mal auf über 2 Millionen Euro steigen. Das ist der dickste Batzen im Rahmen des Gesamtbudgets der Aspacher, das inzwischen etwa 3,4 Millionen Euro pro Runde beträgt und von dem knapp über 2 Millionen Euro auf den Profibereich entfallen.

Die größten Namen: Einziger Weltmeister in Liga drei bleibt der Uerdinger Kevin Großkreutz – ein Alleinstellungsmerkmal, das auf einen Leistungsknick in der Karriere hindeutet. Das Trikot des finanzkräftigen Vereins um den Investoren Mikhail Ponomarev trägt nun auch Jan Kirchhoff, der 80 Erstliga-Spiele auf dem Buckel hat und bei Schalke und Bayern sogar Champions-League-Luft schnupperte. Marvin Compper, von Celtic Glasgow zu Duisburg gewechselt, bestritt 2008 sogar ein Länderspiel für das deutsche A-Team, weitere bekannte Namen finden sich beinahe allerorten. Auf den Trainerbänken gilt dies zum Beispiel für Torsten Lieberknecht (Duisburg), Jeff Saibene (Ingolstadt), Bernhard Trares (Mannheim) oder Daniel Bierofka (1860). Und dann wäre da noch Sebastian Hoeneß (Bayern II), der Sohn von Dieter und Neffe von Uli Hoeneß.

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Erstellt:
18. Juli 2019, 11:30 Uhr

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