Bisher gab’s für die SG Sonnenhof zweimal Prügel
Der Fußball-Regionalligist aus dem Fautenhau gastiert beim Tabellenzweiten TSV Steinbach Haiger, gegen den die SG Sonnenhof beide Spiele deutlich mit 0:4 verlor. Im dritten Versuch wollen die Schwaben die Horrorbilanz gegen die Hessen nun zumindest ein Stück weit aufpolieren.
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Wirkte zuletzt sehr nachdenklich: Großaspachs Trainer Steffen Weiß, dessen Elf seit vier Spielen auf einen Sieg wartet. Foto: T. Sellmaier
Von Uwe Flegel
„Am besten schicken wir die Punkte gleich mit der Post.“ Weltmeister Paul Breitner war es, der 1982 nach einer fast schon obligatorischen Niederlage seiner Bayern beim 1. FC Kaiserslautern mit Fatalismus darauf reagierte, dass es für die erfolgsverwöhnten Münchner in jener Zeit am Betzenberg außer einer sportlichen Watschn grundsätzlich nichts zu holen gab. Warum also hinfahren, wenn die Niederlage im Prinzip schon vorher feststeht? Nun, ganz so weit ist es bei Großaspachs Regionalliga-Fußballern und ihren Duellen mit dem TSV Steinbach Haiger nicht. Auch wenn die beiden einzigen Vergleiche zwischen beiden Mannschaften jeweils mit 4:0 an die Hessen gingen. Eine schwäbische Horrorbilanz, die morgen ab 14 Uhr im Sibre-Sportzentrum unbedingt aufpoliert werden soll.
Das erste Spiel gegeneinander ist ziemlich genau ein Jahr her. Am Freitag, 25. September 2020, gastierte die SG bei dem ambitionierten Kontrahenten aus der 19000 Einwohner großen Stadt vom östlichen Rand des Westerwaldes. Die Flutlichtpartie war kaum angepfiffen, da war sie auch schon entschieden. Nach vier Minuten führte die Elf aus der zwischen Wetzlar und Siegen gelegenen Kommune bereits mit 2:0. Sascha Marquet und Enis Bytyqi hatten das Durcheinander in der Aspacher Abwehr zu zwei frühen Toren genutzt. Die Elf aus dem Fautenhau war die gesamte Partie eigentlich chancenlos. Am Ende musste das Team von Trainer Hans-Jürgen Boysen froh sein, dass nur noch Florian Richter (75.) und Sascha Marquet (88.) für Steinbach trafen und es am Ende nur bei einem 0:4 blieb. Müßig ist es, darüber zu diskutieren, ob es in einer ohnehin schwachen SG-Saison die schlechteste Saisonleistung Aspachs war. Sicher ist, dass der TSV Steinbach an diesem Abend mindestens eine Klasse besser war.
Das zweite Duell gab es am Samstag, 6. März dieses Jahres, und endete wieder mit einer 0:4-Niederlage der SG Sonnenhof. Deren Trainer hieß mittlerweile Walter Thomae und dessen Team hielt im Vergleich zur Vorrunde zunächst deutlich besser mit. Trotzdem lagen die Schwaben nach zehn Minuten erneut zurück, nachdem Ko Sawada für Steinbach einen Konter erfolgreich abgeschlossen hatte. In der zweiten Halbzeit waren Aspachs Hoffnungen, wenigstens einen Teilerfolg landen zu können, jedoch schnell dahin. Serhan Ilhan (48.), Sören Eismann (78.) und Christian März (79.) sorgten für den zweiten deutlichen Sieg der Hessen gegen die Elf aus dem Fautenhau.
Der dritte Vergleich beider Vereine steht nun am morgigen Samstag auf dem Programm. Dabei empfängt der Tabellenzweite aus dem Lahn-Dill-Kreis den Neunten vom Rand des Naturparks Schwäbischer Wald. Großaspachs Coach Steffen Weiß ist sich der Schwere der Auswärtsaufgabe bewusst, sagt aber kämpferisch: „Wir fahren dort volle Attacke.“ Allerdings wartet seine Elf nach einem guten Start nun bereits seit vier Spielen auf einen Sieg. Nach drei Niederlagen in Folge gab es jedoch nun am Dienstag daheim gegen Gießen wenigstens einen Teilerfolg. Wurde das 1:1 gegen den Tabellenletzten eher als enttäuschend angesehen, so würde ein Unentschieden beim Titelaspiranten sicher deutlich positiver eingeordnet. Zumal mit der Partie für Aspach die zweite englische Woche in Folge endet, während der TSV Steinbach Haiger unter der Woche spielfrei war und damit entsprechend ausgeruht ins Duell mit der SG geht.
Personal Verzichten muss Großaspach morgen auf Mohamed Diakite (Reha nach Knie-OP), David-Nreca-Bisinger (Reha nach Meniskusriss), Jonas Meiser (Muskelfaserriss im Oberschenkel) und Andrew Owusu (Teilruptur des Außenbandes am Sprunggelenk). Fraglich sind Joel Gerezgiher (Bänderdehnung am Sprunggelenk) und Sebastian Schiek (krank).
Gegner Der TSV Steinbach Haiger spielt seine siebte Saison in der Regionalliga-Südwest. Ging es für die Hessen dort zunächst um den Klassenverbleib, so zählt die Elf von Trainer Adrian Alipour mittlerweile zu den Titelaspiranten. Vergangene Saison gab’s für Steinbach Rang fünf. Zweimal gewann der Verein bereits den Hessenpokal (2018 und 2020). Vergangenen Sommer stand der Klub aus dem nördlichen Bereich Mittelhessens im Endspiel und unterlag gegen den vom Ex-Aspacher Rüdiger Rehm trainierten Drittligisten SV Wehen Wiesbaden klar mit 0:3.
Saisonverlauf Aspach kam gut aus den Startblöcken, sammelte in den ersten sechs Spielen 13 Punkte, ist nun aber bereits seit vier Partien ohne Sieg und mit 14 Zählern auf Rang neun. Steinbach kam dagegen nur langsam auf Touren, drehte dann aber auf. In den ersten drei Begegnungen holten die Hessen nur zwei Punkte. Das 1:2 beim FSV Mainz 05 II am dritten Spieltag blieb bislang allerdings die einzige Niederlage. Danach folgten sechs Siege in Folge, mit denen es vom Tabellenkeller hoch auf Rang zwei ging. Mit 20 Punkten hat der TSV nur einen Zähler weniger als Spitzenreiter Mainz 05 II, hat aber auch ein Spiel weniger als der Tabellenführer.
