Das Ergebnis ist dasselbe, die Leistung allerdings etwas besser

Neuauflage des WFV-Pokal-Spiels der vergangenen Saison: Fußball- Regionalligist Großaspach siegt beim Landesligisten Sindringen/ Ernsbach abermals mit 3:0.

Die Großaspacher bejubelten bei Sindringen/Ernsbach letztlich nur drei Treffer, weil sie einige Torchancen versiebten.Foto: M. Schmerbeck

Die Großaspacher bejubelten bei Sindringen/Ernsbach letztlich nur drei Treffer, weil sie einige Torchancen versiebten.Foto: M. Schmerbeck

Von Steffen Grün

Vor einem knappen Jahr hatte die SG Sonnenhof zum ersten Mal bei der SG Sindringen/Ernsbach antreten müssen. Damals war der Klub aus dem Fautenhau gerade aus der Dritten Liga abgestiegen und landete in der ersten WFV-Pokal-Runde einen glanzlosen 3:0-Pflichtsieg. Einen Schönheitspreis gab’s für die Großaspacher auch beim erneuten Duell, nun in Runde zwei, nicht zu gewinnen. Zumindest einen etwas besseren Eindruck hinterließen sie aber schon, obwohl das Resultat dasselbe war. So brauchten sie zum Beispiel nicht zwei Foulelfmeter, um auf die Siegerstraße einzubiegen, sondern erzielten alle Treffer aus dem Spiel heraus.

Vielleicht auch deshalb bescheinigte der Trainer der Einheimischen dem haushohen Favoriten einen stärkeren Auftritt als noch im August 2020, dem eigenen Team allerdings auch. „Für unsere Verhältnisse haben wir es recht ordentlich gemacht“, lobte Tobias Strothmann. Steffen Weiß nickte, denn Großaspachs neuer Coach konnte wohl gut nachvollziehen, warum sein Kollege einen Fünferabwehrriegel bei Ballbesitz der Gäste und lange Pässe nach den Balleroberungen angeordnet hatte. Was bleibt einem krassen Außenseiter denn auch anderes übrig, wenn er einen drei Spielklassen höher um Punkte kämpfenden Kontrahenten wenigstens etwas ärgern will. „Wir wollten dem Gegner das Tempo nehmen, weil wir es nicht mitgehen können“, erklärte Strothmann.

Der schon fast entschuldigende Unterton wäre angesichts der respektablen Leistung des Landesligisten nicht nötig gewesen. Der Zweck heiligt die Mittel, denn tatsächlich konstatierte SG-Trainer Weiß, dass seine Truppe mit dem kompakt und tief stehenden Rivalen gewisse Probleme gehabt hatte. Nicht so, dass der Sieg ansatzweise in Gefahr gewesen wäre, aber doch so, dass in seinen Augen kein standesgemäßes Resultat heraussprang. „Klar kann man sagen, wir haben so gut wie nichts zugelassen und 3:0 gewonnen, aber ich sage ohne dem Gegner zu nahe treten zu wollen auch, dass wir gegen so einen Gegner sieben oder acht Tore machen müssen“, betonte der 32-Jährige.

Großaspach zieht in die dritte Pokalrunde ein
Fußball-Regionalligist SG Sonnenhof Großaspach hat mit dem 3:0-Erfolg beim Landesligisten SG Sindringen/Ernsbach die zweite Runde im WFV-Pokal erreicht. Die Tore sind hier im BKZ-Video zu sehen.

Das hätte funktionieren können, wenn die Gäste ihre Chancen viel konsequenter genutzt hätten. Taten sie aber nicht – das lag an ihnen selbst und an Stefan Grötsch. Alleine Aspachs Mittelstürmer David Hummel scheiterte in der ersten Halbzeit dreimal am Keeper der SG Sindringen/Ernsbach, jeweils einmal erging es Steven Lewerenz und Ken Gipson so. Machtlos war Grötsch in der 42. Minute. Der Regionalligist kam über rechts, Gipsons scharfe Flanke drückte Lewerenz am langen Pfosten über die Linie. Oder war mit Jonas Max ein Spieler der Hausherren zuletzt am Ball? Möglich, unter dem Strich aber egal. Auf alle Fälle hatte Großaspach den Bann noch vor dem Seitenwechsel gebrochen, was die Aufgabe für die zweiten 45 Minuten doch ein bisschen erleichterte.

Die Vorentscheidung fiel in der 49. Minute. Nachdem Hummel von Thilo Baier gefoult worden war, nahm Joel Gerezgiher aus halbrechter Position und etwa 20 Metern Maß. Er zirkelte die Kugel an der Mauer vorbei zum 2:0 ins rechte Eck. Das 3:0 in der 74. Minute war in der Entstehung dann „so, wie ich mir das vorstelle“, verriet Weiß: „Da haben wir einen Achter gut positioniert zwischen den Linien. Der wird angespielt, läuft auf den Rechtsverteidiger des Gegners zu, dadurch entsteht ein zwei gegen eins. Der Ball geht nach außen zu unserem Linksverteidiger, der spielt den Ball sofort scharf rein. Zack, Tor – so soll es laufen.“

Wohl dosiertes Lob vom SG-Trainer, der auch viel Kritik übte: „Wir haben noch viel, viel Arbeit vor uns. Das Gegenpressing ist noch nicht gut, die Positionierung der einzelnen Spieler ist manchmal noch nicht so gut.“ Alles Dinge, die es schon am Mittwoch im WFV-Pokal-Drittrundenspiel besser zu machen gilt. Klappt es nicht, könnte den Aspachern ein weiteres Mal das frühe Aus drohen, denn beim Oberligisten FSV 08 Bietigheim-Bissingen wartet um 19 Uhr keine leichte Aufgabe. Besondere Brisanz gewinnt das Duell dadurch, dass der Rivale von Markus Lang gecoacht wird. Der 45-Jährige war bei der SG zu Drittliga-Zeiten mehrere Male erfolgreicher Interimscoach, doch als es um den Neuaufbau nach dem Abstieg ging, fiel die Wahl nicht auf ihn, sondern auf Hans-Jürgen Boysen. Nun also das Wiedersehen.

SG Sindringen/Ernsbach: Grötsch – Julian Winkler, Max, Thilo Baier, Chris-Michael Nöthe (39. Sehfert), Romenski – Robin Winkler (67. Jonas Nöthe), Christian Baier, Endreß, Kollmar (46. Lotfi) – Roth (83. Spiller).

SG Sonnenhof Großaspach: Nreca-Bisinger – Gipson, Müller, Gehring, Brändle – Jüllich – Held (61. Ivan), Gerezgiher (79. Sadler), Owusu (12. Messina), Lewerenz – Hummel (67. Ferdinand).

Tore: 0:1 (42.) Lewerenz, 0:2 (49.) Gerezgiher, 0:3 (74.) Ivan. – Gelbe Karten: Endreß, Thilo Baier/ Messina, Gerezgiher. – Schiedsrichter: Schipper (Stuttgart). – Zuschauer: 500.

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Erstellt:
2. August 2021, 11:30 Uhr

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