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Der Gesprächsstoff geht niemals aus

25 Jahre SG Sonnenhof: Ehemalige und aktuelle Spieler, Trainer, Funktionäre und Fans erinnern sich an Erfolge und Anekdoten

Die Jubiläumsfeier zum 25. Geburtstag des Fußball-Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach hatte etwas von einem riesigen Klassentreffen. Ehemalige und aktuelle Spieler, Trainer und Funktionäre sowie treue Fans und Helfer, die dem Verein seit der ersten Stunde die Treue halten, waren ins Blockhaus im Fautenhau gekommen und hatten viel Gesprächsstoff. Sie quatschten über die alten Zeiten, erinnerten sich an die großen Erfolge und lachten über allerlei Anekdoten.

Zwei der vielen Macher blicken auf Meilensteine der Großaspacher Vereinsgeschichte zurück: Moderator Tankred Volkmer (Mitte) mit dem langjährigen Frontmann und heutigen Ehrenpräsidenten Werner Benignus (links) und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Andreas Möhle. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Zwei der vielen Macher blicken auf Meilensteine der Großaspacher Vereinsgeschichte zurück: Moderator Tankred Volkmer (Mitte) mit dem langjährigen Frontmann und heutigen Ehrenpräsidenten Werner Benignus (links) und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Andreas Möhle. Foto: A. Becher

Von Steffen Grün

Der Vorsitzende schaute zu Beginn in die Runde und war sichtlich glücklich. „Wir sind überwältigt, wie viele Leute gekommen sind, die mit uns feiern wollen“, sagte Andreas Benignus. Darunter „nahezu alle Meisterschafts- und Aufstiegstrainer“: Jürgen Rapolder, der die Aspacher in die Verbandsliga führte (2002), Herbert Bentz, mit dem der Sprung in die Oberliga gelang (2005), Thomas Letsch, der das Kunststück des Doubles aus WFV-Pokal-Sieg und Regionalliga-Aufstieg vollbrachte (2009) und Rüdiger Rehm, der dem Dorfklub den Weg in die Dritte Liga ebnete (2014). Lediglich derjenige, mit dem einst alles anfing, war nicht da: Görge Kalb, der den FC Sonnenhof Kleinaspach pünktlich zur Fusion mit der Spvgg Großaspach im August 1994 in die Landesliga hievte, hatte sich entschuldigt. Komplett vertreten war die Top Drei der Rekordspielerliste mit Martin Cimander (373 Pflichtspiele), Shqiprim Binakaj (364) und Dennis Grab (269), auch Rainer Häußermann – der Rekordtorschütze mit 99 Treffern – durfte nicht fehlen, zumal er zu späterer Stunde als DJ gefragt war.

Launig und humorvoll spielen sich die Moderatoren die Bälle zu

„Ich könnte diese Liste beinahe ewig erweitern“, betonte Andreas Benignus und erspähte in dem Moment noch David Kienast und Matthias Morys sowie die ehemaligen Keeper Kevin Kunz und Kevin Broll, um dann mit Andrea Shakoor zu enden. „Sie verkörpert den Dorfklub in Reinkultur“, sagte der Vorsitzende über die Frau, die sich einst als Erste in die Mitgliederliste eintrug und mit den Kollegen im Vereinsbeirat die Jubiläumsfeier organisierte. Es dürfte also auch mit ihre Idee gewesen sein, die aktuelle Vorstandschaft auf der Bühne das Vereinslied zum Besten geben zu lassen. Richtig zu beurteilen waren die Sangeskünste von Andreas Benignus, Michael und Thomas Ferber, Thomas Deters, Philipp Mergenthaler, Joannis Koukoutrigas und Patrick Eickelmann nicht, weil die Musik vom Band sie überlagerte, doch vermutlich war genau das die Absicht. Zu hören waren dann aber die Wünsche, die jeder von ihnen für diesen Abend äußerte – zum Beispiel Thomas Ferber, der auch für die Gastronomie im Fautenhau zuständig ist und daher auf großen Hunger und Durst hoffte: „Denkt daran – nicht nur der Verein braucht viel Geld, auch ich.“

Damit war der launige, humorvolle Ton gesetzt, mit dem sich auch die Moderatoren Sebastian Gehring und Tankred Volkmer die Bälle zuspielten. Mit drei Filmen und den anschließenden Talkrunden wurde auf die vergangenen 25 Jahre zurückgeblickt, den Anfang machte ein Video unter dem Motto „Wie alles begann“, das schon zum 20. Geburtstag gezeigt wurde. Mannschaftsfotos von den Dreißigern bis in die Neuzeit sorgten dafür, dass die Ex-Spieler im Publikum immer wieder ungläubig und feixend auf die gewöhnungsbedürftigen, aber damals wohl durchaus modernen Trikots und Frisuren schauten. Protagonisten wie Uli Ferber, Wolfgang Schmückle, Kurt Kraft oder Richard Trefz, um nur Beispiele zu nennen, blickten auf die Jahrzehnte mit der rasanten Entwicklung zurück und Rekordspieler Martin Cimander äußerte die Hoffnung, die SG möge „vielleicht in den nächsten sechs Jahren in die Zweite Liga“ aufsteigen. Wohlgemerkt datierte der Film von 2014, die aktuelle Elf um Trainer Oliver Zapel weiß also, was sie trotz des momentanen Abstiegsplatzes zu tun hat.

„Es war das Ansinnen, dass es irgendwann den FC Aspach geben sollte“, blickte Uli Ferber in der Talkrunde auf die Zeit der Fusionsverhandlungen zurück: „Zwei Vereine waren so weit.“ Zwei aber nicht, die Spvgg Kleinaspach/Allmersbach und der TSV Bad Rietenau gehen bis heute ihren eigenen Weg und beobachten trotzdem interessiert, was sich bei der SG Sonnenhof Großaspach seit 1994 tut. Der zweite Film mit dem Titel „Mehr als ein Club“ beleuchtete Themen wie den von 1995 bis 1999 ausgetragenen Desso-DLW-Cup, das Testspiel gegen den VfB Stuttgart zum 10. Vereinsgeburtstag, den Bau des Stadions, das ebenfalls mit einer Partie gegen den Nachbarn aus der Landeshauptstadt eingeweiht wurde und weitere Testspiele wie das gegen die Bayern mit Pep Guardiola. Zudem wurde die Arbeit der Ehrenamtlichen mit Fotos gewürdigt, die unter anderem den Kampf gegen die Schneemassen auf dem Platz zeigten. „Ich kriege immer noch fast Gänsehaut, wenn ich das sehe“, sagte der ehemalige Präsident Werner Benignus zu den Bildern, die den Bau der Arena im Zeitraffer dokumentierten.

Einen Blick auf die Trainer im vergangenen Vierteljahrhundert, zu denen auch spätere Erstliga-Coaches wie Markus Gisdol oder Alexander Zorniger gehörten, sowie auf die Spieler mit Heldenstatus und die vielen Erfolge warf der dritte Einspieler auf der Leinwand. Von den 21 Übungsleitern, zu denen auch Interimstrainer wie Erwin Weitbrecht, Hans-Jürgen Boysen, Uwe Rapolder, Markus Lang und Joannis Koukoutrigas gezählt werden, tauchten elf auf der Bühne auf. „Es war unbeschreiblich“, erinnerte sich Jürgen Rapolder an den Sieg beim Lokalrivalen TSG Backnang, mit dem 2002 der Sprung in die Verbandsliga perfekt gemacht wurde. Vom vergeblichen Anlauf in die Oberliga, als die SG den Heidenheimern den Vortritt lassen musste, aber auch vom gelungenen Versuch 2005 berichtete Herbert Bentz. „Es war ein tolles Jahr, alles hat zusammengepasst“, blickte Thomas Letsch auf das Double 2009: Ihm komme es vor, „als wenn es gestern gewesen wäre – einfach schön“. Rüdiger Rehm, der Aufstiegscoach von 2014, betonte den familiären Charakter des Vereins: „Man kommt immer gerne wieder.“ Für ihn seien seine insgesamt acht Jahre im Fautenhau prägend gewesen.

Eine Talkrunde mit den Meisterkapitänen Klaus Petz und Sven Vogel (Landesliga), Markus Gentner (Verbandsliga) und Dennis Grab (Oberliga) läutete das Ende des offiziellen Teils ein. Nach der Tombola mit Preisen wie Tickets für Heimspiele von Arsenal London oder Benfica Lissabon mitsamt Fluggutscheinen, fürs DFB-Pokal-Finale oder verschiedene Bundesliga-Partien, um nur einige Beispiele zu nennen, sorgte die vom RTL-Supertalent bekannte „Rebel Tell Band“ für Stimmung.

Die Meistertrainer der SG Sonnenhof (von links): Rüdiger Rehm, Herbert Bentz, Thomas Letsch und Jürgen Rapolder stehen für den Durchmarsch von der Landesliga in die Dritte Liga. Foto: M. Mummert

Die Meistertrainer der SG Sonnenhof (von links): Rüdiger Rehm, Herbert Bentz, Thomas Letsch und Jürgen Rapolder stehen für den Durchmarsch von der Landesliga in die Dritte Liga. Foto: M. Mummert

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Erstellt:
18. November 2019, 11:30 Uhr

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