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Der Neuanfang der runderneuerten SG

Nach sechs Runden als Drittligist kämpfen die Fußballer aus Großaspach künftig wieder in der vierthöchsten Spielklasse um Punkte. Mit der Erinnerung ans 3:1 über Bamberg im ersten Regionalliga-Spiel der Klubgeschichte vor elf Jahren geht’s nun nach Pirmasens.

Vor elf Jahren begann für Neuling Großaspach das Unternehmen Regionalliga siegreich. Patrick Marschlich, Nicolo Mazzola, Michael Deiß (von links) bejubelten mit der SG damals ein 3:1 über Bamberg, zu dem Mazzola und Deiß je ein Tor beisteuerten. Nach sechs Jahren Abstinenz geht’s nun wieder in der vierthöchsten Klasse um Punkte. In Pirmasens startet Aspach morgen aber als Absteiger aus Liga drei in die Saison.  Archivfoto: B. Strohmaier

Vor elf Jahren begann für Neuling Großaspach das Unternehmen Regionalliga siegreich. Patrick Marschlich, Nicolo Mazzola, Michael Deiß (von links) bejubelten mit der SG damals ein 3:1 über Bamberg, zu dem Mazzola und Deiß je ein Tor beisteuerten. Nach sechs Jahren Abstinenz geht’s nun wieder in der vierthöchsten Klasse um Punkte. In Pirmasens startet Aspach morgen aber als Absteiger aus Liga drei in die Saison. Archivfoto: B. Strohmaier

Von Uwe Flegel

Wenn Schiedsrichter Arianit Besiri morgen im Pirmasenser Stadion Husterhöhe um 14 Uhr in seine Pfeife bläst, dann starten Großaspachs Fußballer in ihr sechstes Regionalliga-Jahr. Zwischen Saison fünf und dieser Spielzeit liegen allerdings sechs Runden in der Dritten Liga. Heißt: Was am 9. August 2009 mit einem 3:1 gegen Eintracht Bamberg begann, findet nun morgen eine Fortsetzung. Diesmal allerdings unter anderen Vorzeichen. War die Partie vor elf Jahren ein wichtiger Schritt auf dem Aspacher Weg nach oben, ist das Duell mit dem Ex-Bundesligisten FK Pirmasens nun der Neuanfang nach dem ersten Abstieg in der Geschichte der SG Sonnenhof.

1994 schlossen sich der FC Sonnenhof Kleinaspach und die Spvgg Großaspach zur SG Sonnenhof Großaspach zusammen. Damals ging es in der Landesliga auf Punktejagd. Peu à peu kletterte der Verein aus dem Fautenhau hoch. Im Sommer 2009 war die Regionalliga erreicht, nachdem die SG zuvor unter Trainer Thomas Letsch Oberliga-Meister und WFV-Pokalsieger geworden war. Die vierthöchste Spielklasse war damals in drei Staffeln (Süd, West, Nord) mit je 18 Mannschaften eingeteilt. Aspach spielte im Süden. Neben den baden-württembergischen Klubs waren dort noch Vereine aus Bayern, Rheinland-Pfalz und Hessen zu Hause. Die SG musste ihre Heimspiele allerdings im Heilbronner Frankenstadion austragen, da die Sportanlage im Fautenhau nicht den Anforderungen des Fußballverbands entsprach. Die Punktspielpremiere gelang der Aspacher Elf, in der Akteure wie Dennis Grab, Rüdiger Rehm, Martin Cimander, Fabian Aupperle, Manuel Wengert sowie Abedin Krasniqi standen und für die Michael Deiß, der heutige TSG-Spieler Shqiprim Binakaj und Nicolo Mazzola die Tore zum 3:1 über Eintracht Bamberg erzielten. Am Ende war der Neuling Zwölfter und hatte den Ligaverbleib souverän geschafft. Dennoch hatte Trainer und Ex-VfB-Profi Jürgen Hartmann im Frühjahr gehen müssen und war von Rüdiger Rehm, der als eine Art Spielertrainer fungierte, und Norbert Gundelsweiler ersetzt worden.

2010 übernahm Alexander Zorniger im Sommer den Trainerposten. Unter der Anleitung des gebürtigen Gmünders gab es in dessen erster Saison, in der die Heimspiele weiterhin in Heilbronn ausgetragen werden mussten, den 14. Platz. Mit der Rückkehr in den umgebauten Fautenhau ging es für Großaspach und Zorniger in der Runde 2011/2012 rasant bergauf. Hinter dem Meister Stuttgarter Kickers wurde die SG Zweiter. Danach verabschiedete sich der Coach zu RB Leipzig und Aspach spielte von nun an in der neu gegründeten Regionalliga Südwest. Grund für Zweiteres war eine Ligareform, mit der die Zahl an Regionalligen von drei auf fünf erhöht wurde. Eine Änderung, die von Anfang an äußerst umstritten war und die viele gerne wieder rückgängig machen würden.

2012 begann die Trainerära Rüdiger Rehm im Fautenhau. Der gebürtige Heilbronner war vier Jahre zuvor vom Oberliga-Rivalen TSV Crailsheim nach Großaspach gekommen. Dort hatte der Mittelfeldmann mit 188 Zweitliga-Spielen auf dem Buckel sofort eine Führungsrolle übernommen, war als spielender Co-Trainer der verlängerte Arm der Coaches gewesen und war während einer Erkrankung von Thomas Letsch sowie nach dem Aus von Jürgen Hartmann zweimal auch als Interimstrainer eingesprungen. Im zweiten Jahr unter Zorniger hatte sich Rehm dann bereits auf seine Rolle als Co-Trainer konzentriert und hatte nun die Chefrolle übernommen. Mit dem neuen und gleichzeitig altbekannten Coach an der Seitenlinie fühlte sich die SG Sonnenhof in der neuen Liga allerdings pudelwohl. Im ersten Jahr gab es einen ordentlichen vierten Platz. In der zweiten Saison feierten Rehm und sein Team die Meisterschaft sowie dank des Erfolgs in der Relegation gegen Nordmeister VfL Wolfsburg II (0:0 und 1:0) im Mai 2014 den Sprung in die Dritte Liga. Mit Verteidiger Kai Gehring und Mittelfeldorganisator Nico Jüllich sind derzeit noch zwei Aufstiegshelden für die SG am Ball.

2014 begannen für Großaspach sechs Jahre im Profifußball. Vom heutigen Kader trugen neben Gehring und Jüllich auch Julian Leist sowie Rückkehrer Sebastian Schiek in der Premierensaison bereits das Trikot des sogenannten Dorfklubs. Der verbuchte in den vergangenen sechs Jahren die Platzierungen 15, 7, 10, 14, 15 sowie 19 und beschäftigte mit Rüdiger Rehm, Uwe Rapolder, Oliver Zapel, Sascha Hildmann, Florian Schnorrenberg, Markus Lang und Hans-Jürgen Boysen sieben Chef- und Interimstrainer.

2020 kämpft die SG Sonnenhof Großaspach nun ab Samstag, 5. September, wieder in der vierthöchsten Spielklasse um Punkte. Wenn für Kai Gehring, Nico Jüllich, Julian Leist, Sebastian Schiek und ihre vielen neuen Mitstreiter morgen aber der erste Anpfiff der Saison ertönt, dann beginnt das Team von Hans-Jürgen Boysen das Unternehmen Regionalliga nicht mehr wie vor elf Jahren gegen Bamberg mit der Euphorie eines Neulings. Der Klub aus dem Fautenhau und sein völlig umgekrempelter Kader starten im Pirmasenser Stadion Husterhöhe den Neuanfang als Absteiger aus der Dritten Liga. Entsprechend anders ist die Erwartungshaltung bei den Fans und im Verein.

Wenn die SG Sonnenhof in dieser Saison in der Regionalliga um den Sieg kämpft, dann können unsere Leser auch dann stets am Ball sein, wenn sie nicht im Stadion sitzen. Unter www.bkz.de/sg-sonnenhof gibt es von allen anderen Großaspacher Partien den gewohnten Liveticker. Vom SG-Auftakt beim FK Pirmasens gibt es morgen ab 14 Uhr aber nicht nur einen Ticker, sondern zudem im Internet unter www.sporttotal.tv einen kostenlosen Livestream. Im Stadion sind vom Gesundheitsamt insgesamt 350 Zuschauer zugelassen. Liveticker und Livestream

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Erstellt:
4. September 2020, 06:00 Uhr

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