Drei Tore reichen der SG Sonnenhof nur zu einem Zähler

Aspachs Regionalliga-Fußballer führen gegen den FC Homburg zwar zweimal, kommen gegen den Tabellensechsten aus dem Saarland am Ende aber nur zu einem 3:3. In einer spannenden Partie helfen beide Teams mit ihren Fehlern dem Gegner, immer wieder zurück ins Spiel zu kommen.

Aspachs Fußballer um David Hummel (Mitte) lieferten sich mit Homburg ein verbissenes und überaus spannendes Duell. Foto: T. Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Aspachs Fußballer um David Hummel (Mitte) lieferten sich mit Homburg ein verbissenes und überaus spannendes Duell. Foto: T. Sellmaier

Von Uwe Flegel

Eine gute Unterhaltung bekamen die Zuschauer gestern Abend im Regionalliga-Duell im Großaspacher Fautenhau geboten. Beim 3:3 des Regionalligisten SG Sonnenhof gegen den FC Homburg, gab’s für die Gastgeber zwar nicht den erhofften Heimsieg, dafür aber sechs Tore, reichlich Spannung und am Ende ein gerechtes Unentschieden. Eines, mit dem beide Trainer einerseits nicht so recht zufrieden waren, andererseits aber gottfroh sein durften, dass sie nicht mit leeren Händen da standen.

Großaspachs Coach Steffen Weiß gestand, dass er sich nach den phasenweise spektakulären 97 Minuten schwer tat, das Ergebnis richtig einzuordnen. War es ein gewonnener Punkt oder waren es zwei verlorene Zähler? „Ich weiß es auch nicht“, urteilte der 33-Jährige und erklärte: „Bei mir sind es auf jeden Fall sehr gemischte Gefühle.“ Das lag mit daran, dass seiner Elf eine gute Offensivleistung nicht zum ersehnten fünften Saisonsieg gereicht hatte, da sie vorn zwar drei Tore erzielte, drei weitere gute Chancen aber liegen ließ. „Wir lassen uns einfach zu viele mögliche Punkte entgehen. Das war zum Beispiel in Aalen so, das war gegen Stuttgart so und das war heute wieder so. Das tut weh, obwohl ich sagen muss, dass Homburg eine gute Mannschaft hat“, sagte Weiß und wusste, dass der Ex-Bundesligist aus dem Saarland zwischendurch sogar die besseren Karten hatte.

Dabei lag Großaspach schon nach sieben Minuten mit 1:0 vorne, als Can Karatas einen Konter erfolgreich abschloss. Die Gäste mühten sich, Druck zu machen, brauchten aber bis zur 29. Minute, um richtig gefährlich zu werden. Den 16-Meter-Flachschuss von Markus Mendler angelte sich allerdings SG-Schlussmann Markus Reule. Kurz darauf zielte Loris Weiss aus 14 Metern zu hoch und Patrick Dulleck scheiterte mit seinem Volleyschuss aus 13 Metern in Reule.

David Tomic vergibt vorne das 2:0 und im Gegenzug trifft Homburg zum Ausgleich

Auch Aspach, bei dem der zuletzt dreimal in Folge angeschlagen fehlende Mittelfeldroutinier Nico Jüllich in die Startelf zurückgekehrt war und Mo Diakite nach fast einjähriger Verletzungspause in der 65. Minute sein Saisondebüt feierte, kam zu Chancen. Steven Lewerenz zielte nach 35 Minuten aus spitzem Winkel nur knapp vorbei (35.). Fünf Minuten vor der Pause hätte die SG sogar ihren zweiten Treffer erzielen müssen, als David Tomic alleine auf Krystian Wozniak zulief, aber am FCH-Schlussmann scheiterte. Die Strafe folgte im Gegenzug, denn Homburgs Mendler hielt aus gut 30 Metern einfach mal drauf und traf mit dem Sonntagsschuss in den Winkel zum 1:1.

In der zweiten Halbzeit lieferten sich beide Teams ein Duell auf Augenhöhe, das von Minute zu Minute spannender wurde. Unter anderem weil beide Teams mit ihren Fehlern dem Kontrahenten immer wieder halfen, zurück ins Spiel zu kommen. In der 60. Minute zum Beispiel, als Jonas Kühn und Luca Plattenhardt im Aspacher Strafraum zusammen rasselten und Schiedsrichter Roy Dingler Elfmeter pfiff. In seinen Augen hatte Kühn den Arm zu weit draußen gehabt. Die heftigen Aspacher Proteste juckten Homburgs Mendler wenig, trocken jagte er den Strafstoß zum 2:1 ins Eck.

Großaspach kam mit Homburger Hilfe nur drei Minute später zum Ausgleich. Lewerenz hatte einen Eckball nach innen gedroschen und Patrick Dulleck die Kugel zum 2:2 ins eigene Netz bugsiert. 180 Sekunden darauf wäre es für die SG fast noch besser gekommen, doch Karatas scheiterte frei vor Wozniak. Lewerenz machte es in der 77. Minute besser, als er in einen zur kurz geratenen Rückpass von Daniel Di Gregorio lief und die Kugel aus zwölf Metern zum 3:2 für die Schwaben ins Netz (77.) spitzelte.

Zum Sieg reichte der Elf aus dem Fautenhau aber auch die zweite Führung letztendlich nicht. Denn in der 81. Minute versuchte Bastian Frölich einen langen und hohen Ball am Fünfmeterraum zu klären, traf mit seinem Fuß aber nicht nur die Kugel, sondern auch den Kopf von Damjan Marceta. Wieder Elfmeter für Homburg, den diesmal Dulleck souverän versenkte.

Schluss mit der Aufregung war damit jedoch noch nicht. Und auch Schiri Dingler hatte sich mittlerweile von der Dramatik anstecken lassen. In der fünften Minute der Nachspielzeit war Lewerenz mit dem Ball in Richtung FCH-Gehäuse geeilt und an der Strafraumkante gefoult worden. Der Unparteiische pfiff, entschied aber nicht auf Elfmeter, sondern auf Freistoß. Das Problem: Von Lewerenz war der Ball in die Mitte zu Sebastian Schiek geprallt, der allein vor Wozniak gestanden hätte – wenn Dingler den Vorteil hätte laufen lassen. Hatte er aber nicht und so gab es im Fautenhau gestern Abend zwar eine gute Unterhaltung, jedoch nicht die vom Tabellendreizehnten aus Aspach so ersehnten drei Punkte.

3:3 (1:1) SG Sonnenhof Großaspach: Reule – Schiek, Frölich, Müller, Kühn (86. Brändle) – Messina (86. Sadler), Jüllich (65. Diakite) – Karatas (77. Gehring), Tomic, Lewerenz – Hummel (65. Gipson). FC Homburg: Wozniak – Plattenhardt, Di Gregorio, Scholz, Stegerer – Göcer (72. Hingerl), Ristl – Weiss, Dulleck, Mendler – Marceta. Tore: 1:0 (7.) Karatas, 1:1 (40.), 2:1 (61., Foulelfmeter) Mendler, 2:2 (64., Eigentor Dulleck), 2:3 (77.) Lewerenz, 3:3 (82, Foulelfmeter) Dulleck. – Gelbe Karten: Kühn, Karatas, Frölich, Diakite/ Scholz, Ristl, Plattenhardt. – Schiedsrichter: Dingler (Birkenfeld). – Zuschauer: 300.
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Erstellt:
28. Oktober 2021, 06:00 Uhr

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