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Ein Aspacher Lebenszeichen in Chemnitz

Der Drittliga-Vorletzte siegt bei heimstarken Sachsen verdient mit 1:0. Orrin McKinze Gaines belohnt mit seinem ersten Saisontor eine läuferisch und taktisch starke Leistung. SG-Elf gegenüber der Unterhaching-Partie auf zehn Positionen verändert.

Gaben gestern Abend keinen Zentimeter Rasen preis: Großaspachs Fußballer um Niklas Sommer und Joel Gerezgiher (links). Das schwäbische Kellerkind war dem Chemnitzer FC um Tarsis Bonga meist einen Schritt voraus und sicherte sich einen verdienten 1:0-Erfolg.Foto: picturepoint

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Gaben gestern Abend keinen Zentimeter Rasen preis: Großaspachs Fußballer um Niklas Sommer und Joel Gerezgiher (links). Das schwäbische Kellerkind war dem Chemnitzer FC um Tarsis Bonga meist einen Schritt voraus und sicherte sich einen verdienten 1:0-Erfolg.Foto: picturepoint

Von Uwe Flegel

Ob es zum Nichtabstieg noch reicht, das ist weiterhin sehr fraglich. Fakt aber ist, dass sich Fußball-Drittligist SG Sonnenhof Großaspach noch nicht aufgegeben hat. Beim Chemnitzer FC sicherte sich der Vorletzte dank einer couragierten und taktisch guten Leistung einen verdienten 1:0-Erfolg. Entscheidend für die drei Punkte war der Treffer von Orrin McKinze Gaines kurz nach der Halbzeit. Für Kapitän Julian Leist war der Auswärtssieg ein weiteres Beispiel dafür, dass „die Mannschaft trotz der Situation völlig intakt ist.“ Wobei der erfahrene Abwehrchef weit weg davon war, den Erfolg als die große Wende zu bezeichnen. So ruhig und schlich wie er zuvor seine Arbeit auf dem Platz verrichtet hatte, sagte er nun zum Thema Abstiegskampf: „Es sind noch ein paar Spiele, in denen wir weiterhin so auftreten müssen.“

Großaspachs Coach Hans-Jürgen Boysen hatte ja angekündigt, dass er die Rotationsmaschine anwerfen wird. „Wenn es schon so ist, dass unsere Mannschaft mit viel zu wenig Vorbereitung ins Rennen geschickt wird, dann muss der Trainer halt Schutzmaßnahmen ergreifen“, begründete der 63-jährige Coach die Maßnahme, die an Gründlichkeit nichts zu wünschen übrig ließ. Von der Elf, die beim letztendlichen 0:2 zu Hause gegen Unterhaching zu Beginn auf dem Platz gestanden hatte, blieb nur noch Sebastian Bösel übrig. Auf den anderen zehn Position fanden sich neue Spieler. Joel Gerezgiher, der nach seiner 13-monatigen Verletzungspause am vergangenen Wochenende seine ersten Saisonminuten auf dem Platz verbracht hatte, feierte diesmal gar sein Startelfdebüt.

Trotz des beinahe vollständigen Austausches der Anfangsformation hatte die SG keine Anlaufschwierigkeiten. Die Schwaben zeigten, dass sie nicht mit leeren Händen aus Sachsen heimkehren wollten. Großaspach hatte mehr vom Spiel und durchaus auch gute Möglichkeiten. In der dritten Minute waren aber sowohl Matthias Morys wie auch Kai Brünker zu unentschlossen, als sie nach einem Chemnitzer Abwehrfehler plötzlich viel Platz hatten. In der 27. Minute war es dann Joel Gerezgiher, der nach einer Flanke von Orrin McKinze Gaines auf der halbrechten Seite recht frei zum Schuss kam, den Ball volley aus acht Metern aber nur ans Außennetz setzte. Erst kurz vor der Pause gab es ein Lebenszeichen von den Hausherren, als Matti Langer aus sechs Metern frei zum Kopfball kam, SG-Torwart Constantin Frommann hatte mit dem schwachen Versuch aber keinerlei Probleme.

Nach 48 Minuten traf Orrin McKinze Gaines zum verdienten 1:0. Nach einer Balleroberung am eigenen Strafraum ging’s beim Vorletzten schnell. Hinzu kam ein präzises Zuspiel von Gerezgiher in den Lauf des schnellen Gaines, der noch zwei Chemnitzer austanzte und die Kugel unhaltbar ins kurze Eck jagte. Aspach am Ende goldene Tor war der erste Saisontreffer des 22-jährigen Texaners. Die Gäste zogen sich nach der Führung nicht zurück. In der 58. Minute war Kai Brünker auf dem Weg zum zweiten SG-Treffer, wurde aber von Sören Reddemann kurz vor vor dem Strafraum noch unsanft gestoppt. Die Schwaben forderten vehement einen Freistoß, doch der sächsische Schiedsrichter Alexander Sather zeigte Gnade für den letzten Mann der Sachsen. Er ließ weiterspielen.

Was beim Kellerkind aus dem Fautenhau diesmal passte, das war die Defensivarbeit. Chemnitz blieb nach der Pause ohne Chance. Auch weil Sebastian Bösel und Nico Jüllich im zentralen Mittelfeld gute Arbeit verrichteten und die Hausherren ständig unter Druck setzten. In der 82. Minute hatte der eingewechselte Panagiotis Vlachodimos nach einem Konter di Vorentscheidung auf dem Fuß. Den 16-Meter-Schuss holte CFC-Schlussmann Jakub Jakubov aber aus der Ecke.

Richtig unter Druck gerieten die Gäste auch nicht in den insgesamt sieben Minuten Nachspielzeit, in der Dominik Martinovic eine weitere gute Möglichkeit für Großaspach vergab, als er von Gehring freigespielt wurde aus 16 Metern aber nur die Latte traf. Auf der anderen Seite drosch Chemnitz einen langen Ball nach dem anderen in den SG-Strafraum, doch immer wieder war ein Schwabe zur Stelle, um das Leder rechtzeitig aus der Gefahrenzone zu befördern. Trainer Boysen schien davon wenig überrascht: „Wir haben es nicht nur gehofft, sondern waren überzeugt, dass wir es schaffen werden.“

Chemnitzer FC: Jakubov – Itter, Hoheneder, Reddemann, Sirigu – Garcia, Bohl (56. Schoppenhauer), Langer (71. Krebs), Bonga (71. Oesterhelweg) – Bozic (56. Tuma), Hosiner

SG Sonnenhof Großaspach: Frommann – Sommer, Leist, Slamar, Behounek – Bösel, Jüllich (88. Gipson) – McKinze Gaines (72. Vlachodimos), Gerezgiher (75. Krasniqi), Morys (75. Martinovic) – Brünker (88. Gehring).

Tor: 0:1 (48.) McKinze Gaines. – Gelbe Karten: Hosiner, Scoppenhauer, Garcia, Sirigu / Slamar, Krasniqi, Gipson, Frommann. – Schiedsrichter: Sather (Grimma).

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Erstellt:
3. Juni 2020, 23:21 Uhr

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