Ein Sieg fürs angeknackste Selbstvertrauen

Die Fußballer der SG Sonnenhof Großaspach haben in der verkorksten Regionalliga-Saison doch noch Grund zum Jubeln. Die Mannschaft von Trainer Rainer Scharinger landete im württembergischen Duell gegen den VfR Aalen einen 3:2-Heimerfolg.

Can Karatas (Dritter von rechts) nimmt die Glückwünsche für seine beiden Treffer im Heimspiel gegen den VfR Aalen entgegen. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Can Karatas (Dritter von rechts) nimmt die Glückwünsche für seine beiden Treffer im Heimspiel gegen den VfR Aalen entgegen. Foto: A. Becher

Von Heiko Schmidt

„Ich freue mich für die Jungs. Das haben sie sich verdient“, sagte der Großaspacher Coach Rainer Scharinger nach dem 3:2-Erfolg seiner Schützlinge gegen den VfR Aalen. In seiner Analyse ging der 54-Jährige anschließend noch tiefer. „Wir haben uns ins Spiel gekämpft und mit viel Leidenschaft verteidigt“, waren Scharingers Eindrücke. In der Tat, die Großaspacher zeigten gute Ansätze. So zum Beispiel in der Anfangsphase der Begegnung zwischen zwei durch personelle Ausfälle arg gebeutelten Mannschaften – Aalen ließ deshalb sogar einen Platz auf der Einwechselbank frei. Der Pfostenknaller von Dominik Widemann und der frühe Führungstreffer von Can Karatas zeigten, dass der Sonnenhof auf einem guten Weg ist. Das war auch in der Schlussviertelstunde der Partie zu sehen, als mit den Toren von Sebastian Schiek und erneut Can Karatas der knappe Heimsieg eingetütet wurde.

Auf der anderen Seite gab es wie schon in anderen Spielen in dieser Runde einige Fehler aufseiten der Gastgeber. „Wir haben oft die falschen Entscheidungen auf dem Platz getroffen“, nimmt Coach Scharinger kein Blatt vor den Mund. Das machte sich auch in der Spielweise der Mannschaft aus dem Fautenhau bemerkbar. Eigentlich sollte mit der Grundordnung 4:3:3 begonnen werden, es sah aber immer nach einem 4:4:2 aus. „Ich wollte auch auf ein 3:5:2 wechseln“, sagte Scharinger. Das hatte allerdings auch nicht so richtig geklappt. Der Trainer gibt eine Begründung dafür: „Viele Spieler sind sehr verunsichert.“ Das möchte der Trainer aber in den kommenden zwei Wochen und den bevorstehenden zwei Begegnungen ändern.

Seine Hauptaufgabe in der verbleibenden Zeit bei der SG Sonnenhof formuliert Scharinger so: „Es geht viel um Basisarbeit bei den Spielern. Wir müssen vieles von ganz vorne aufrollen.“ Der 54-Jährige schiebt nach: „Es sind noch zwei schwierige Spiele. Wir wollen die Saison gut und professionell zu Ende bringen.“ Erste Ansätze zeigten die SG-Akteure beim 3:2-Heimsieg gegen den VfR Aalen. Dabei ragte besonders Can Karatas heraus. Der zweifache Torschütze war im Angriff der Gastgeber der Dreh- und Angelpunkt. Mit etwas mehr Kaltschnäuzigkeit wäre ihm bestimmt auch noch ein weiterer Treffer gelungen. Zudem arbeitete der 20-Jährige, der von der zweiten Mannschaft des FC Bayern München ausgeliehen ist, auch in der Defensive mit. Sollte er eine ähnlich starke Leistung am kommenden Samstag um 14 Uhr in der Partie beim zweiten Team des FSV Mainz 05 und im letzten Saisonmatch am Samstag, 12. Juni, um 14 Uhr zu Hause gegen den Bahlinger SC abrufen, dann könnte den Großaspachern bestimmt noch ein weiterer Erfolg gelingen. Der Dreier gegen Aalen sollte aber schon Balsam für das angeknackste Selbstvertrauen der Großaspacher sein. Auf jeden Fall tut der Erfolg gegen den württembergischen Rivalen aus Aalen der SG gut. Die Großaspacher kletterten damit in der Tabelle ein wenig hoch und zogen am TSV Schott Mainz vorbei. Die Großaspacher stehen nun auf Rang 19. Außerdem wurde die Negativserie mit sechs Niederlagen hintereinander beendet.

Unklar ist momentan, wie der Trainer bei der Mannschaft aus dem Fautenhau in der neuen Saison heißen wird. Rainer Scharinger scheint es wohl nicht zu werden. Er machte klar: „Ich bin jetzt da, um dem Verein und den Spielern zu helfen. Da geht es nicht um mich.“ Mehr wollte er nicht dazu sagen.

Erste Einsprüche abgewiesen

Das Berufungsgericht der Regionalliga Südwest hat die Anträge der Oberligisten Eintracht Trier und Wormatia Worms als unzulässig abgewiesen. Beide Vereine hatten gegen die Verringerung der Anzahl der Absteiger von sechs auf zwei und die Nichtzulassung von Aufsteigern geklagt.

Weitere Verfahren zur Aufstiegsfrage in die Regionalliga sind derzeit beim Landgericht Stuttgart und beim Landgericht Mannheim anhängig. Dort versuchen die Oberligisten SGV Freiberg, SG Barockstadt Fulda-Lehnerz und Stuttgarter Kickers den Aufstieg im einstweiligen Rechtsschutz durchzusetzen.

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Erstellt:
31. Mai 2021, 06:00 Uhr

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