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Eine Erfolgsgeschichte mit vier Aufstiegen

Vor 25 Jahren fusionierten die Spvgg Großaspach und der FC Sonnenhof Kleinaspach zur SG Sonnenhof Großaspach

Liebesheirat oder Vernunftehe? Richtig passend findet Andrea Shakor beide Begriffe nicht. Sie, die sich vor 25 Jahren als erste in die Mitgliederliste der neuen SG Sonnenhof Großaspach eingetragen hat. Sicher ist sich die Aspacherin dagegen in einem anderen Punkt: „Wenn ich sehe, was sich aus der Fusion entwickelt hat, dann haben wir alles richtig gemacht.“

Trug sich vor 25 Jahren als erste in die Mitgliedsliste der neuen SG Sonnenhof Großaspach ein: Andrea Shakor. Foto: B. Strohmaier

Trug sich vor 25 Jahren als erste in die Mitgliedsliste der neuen SG Sonnenhof Großaspach ein: Andrea Shakor. Foto: B. Strohmaier

Von Uwe Flegel

Andrea Shakor ist beim Klub aus dem Fautenhau so etwas wie die gute Seele des Vereins. Sie war schon dabei, als der FC Sonnenhof Kleinaspach und die Spvgg Großaspach noch eigene Wege gingen. Mit sechs Jahren hatte sie bei der Sportvereinigung mit Turnen angefangen. Zudem war Vater Martin Schmidt bei den Fußballern unter anderem Abteilungsleiter. Die Tochter ist praktisch mit dem Sport groß geworden und packt nun selbst als Mitglied im SG-Vereinsbeirat sowie im Bereich Vermarktung und Sponsorenbetreuung kräftig mit an.

Sie hat die Trainer miterlebt, die in 25 Jahren im Fautenhau tätig waren. Solche wie Urgestein Görge Kalb, oder Jürgen Rapolder, mit dem der Verein 2002 von der Landes- in die Verbandsliga aufgestiegen ist, und Herbert Bentz, der die SG drei Jahre später in die Oberliga führte. Sie hat Markus Gisdol, Thomas Letsch, unter dem 2010 der Aufstieg in die Regionalliga und der WFV-Pokalsieg gelang, sowie Alexander Zorniger arbeiten sehen, die nach ihrer Zeit im Fautenhau in Deutschland, Österreich und Dänemark in der ersten Liga arbeiteten. Sie war dabei, als Aspach unter Rüdiger Rehm im Sommer 2014 den Sprung in die Dritte Liga schaffte. „Jede Zeit war schön“, will Andrea Shakor nichts missen und ist stolz, dass „wir seit der Fusion nie ab- sondern immer nur aufgestiegen sind – und ich hoffe, dass das so bleibt.“

Der Zusammenschluss vor 25 Jahren war für Andrea Shakor ein wichtiger und richtiger Schritt „und das sehe nicht nur ich so“. Sie erzählt: „Der eine Verein hatte Ziele, der andere ein Sportgelände.“ Auch deshalb sei die Fusion eine Entscheidung mit Weitblick gewesen, die frischen Wind mitgebracht habe. Als reine Vernunftehe sieht sie das Ganze trotzdem nicht. Eher als Verbindung, „bei der sich das Herz für die SG mit der Zeit entwickelt hat“. Als Beispiel führt sie die für einen Drittligisten große Zahl an Ehrenamtlichen an: „Schaffer gab’s hier schon immer, aber so viele wie heute . . . .“

Dabei weiß die Aspacherin, dass bei der Sportvereinigung vor 25 Jahren nicht jeder überzeugt davon war, mit dem FC Sonnenhof einen gemeinsamen Verein zu bilden. Sie selbst war von Anfang an dafür. Auch weil Andrea Shakor die Landesliga nicht als das oberste der Gefühle für den neuen Klub betrachtete, „dass wir allerdings eine solche Erfolgsgeschichte schreiben, daran hätte ich auch nicht gedacht.“ Sie mache es glücklich, wenn sie im Fernsehen oder im Radio den Satz höre: „Schauen wir nach Großaspach.“ Da spricht Heimatliebe. Das gilt auch für den Namen Dorfklub, den der Verein als Marke eintragen ließ. „Diesen Dorfklub lebe ich, darauf bin ich stolz“, sagt die mittlerweile 56-Jährige und hat einen Vorschlag: „Den Mannschaftsbus mit dem Schriftzug Dorfklub haben wir ja schon. Was ich mir wünschen würde, das wäre ein Dorfklub-Fanbus.“

Bleibt die Frage, ob es wirklich gar nichts gibt, was sie an der Entwicklung der vergangenen Jahre bedauert? Shakor überlegt lange, ehe sie sagt: „Ein bisschen schade ist, dass es bei uns nur noch Fußball gibt.“ Aber die Trennung sei angesichts der finanziellen Risiken für die anderen Abteilungen richtig gewesen. Zudem gebe es noch alte Verbundenheit. „Mit den Turnern ist es für mich zum Beispiel ein Verhältnis von Bruder zu Schwester.“ Zu viel zurückzublicken, hindere einen ohnehin daran, vorwärtszukommen. „Ich sage immer: die SG ist, was sie ist, weil wir sind, wie wir sind.“ Und das sind 25 Jahre, in denen angesichts einer solchen Erfolgsgeschichte sehr viel richtig gemacht worden ist.

25 Jahre SG Sonnenhof Großaspach

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Mit 99 Toren der Rekordtorschütze: Rainer Häußermann.
Mit 99 Toren der Rekordtorschütze: Rainer Häußermann.

© Bernd Strohmaier

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Die erste Vorstandschaft der SG im August 1994 (hinten von links): Erwin Weitbrecht, Josef Kiefer, Michael Ankenbrand, Dieter Mechler, Andrea Shakor, Michael Andiel, Thomas Straub, Jürgen Hoffmann, Heinz Jung, Hartmut Haas sowie (vorne) Uli Ferber, Wolfgang Schmückle, Hans-Rudi Zeisl, Klaus Ferber

© Bernd Strohmaier

Füllte vor 25 Jahren als erste den Mitgliedsantrag aus: Andrea Shakor, die . . ....
Füllte vor 25 Jahren als erste den Mitgliedsantrag aus: Andrea Shakor, die . . . .

© Bernd Strohmaier

. . . . heute noch bei der SG mit anpackt.
. . . . heute noch bei der SG mit anpackt.

© Magdalena Mummert

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Der bislang wohl größte Erfolg der Vereinsgeschichte: Der Aufstieg am 1. Juni 2014 in die Dritte Liga in Wolfsburg.

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Die erste von insgesamt vier Aufstiegsfeiern in den 25 Jahren. 2002 bejubelten Markus Gentner (Zweiter von links), Markus Widmann (rechts), Fans und Mitstreiter den Sprung von der Landes- in die Verbandsliga. Und das ausgerechnet im Etzwiesen-Stadion des Erzrivalen TSG Backnang.

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Der Rekordspieler: Martin Cimander. In 373 Partien war er für die SG Sonnenhof am Ball und spielte als einzige in allen vier Ligen für Großaspach.

© Alexander Becher Fotografie

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Erstellt:
14. November 2019, 06:00 Uhr

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