Kein Glanz, aber gefeierte drei Punkte

Fußball-Regionalligist SG Sonnenhof Großaspach gewinnt in Stadtallendorf mit 2:0 und klettert auf einen Nichtabstiegsplatz. Marvin Cuni und Andrew Owusu erlösen die Schwaben beim Schlusslicht mit zwei Treffern in der Schlussphase.

Lieferten sich einen spannenden Kampf: Großaspachs Fußballer um Sebastian Schiek (links) und Stadtallendorfs Akteure um Del Angelo Williams. Am Ende setzten sich die Schwaben beim Schlusslicht mit 2:0 durch und bejubelten im Abstiegskampf einen wichtigen Sieg. Foto: M. Mummert

© Magdalena Mummert

Lieferten sich einen spannenden Kampf: Großaspachs Fußballer um Sebastian Schiek (links) und Stadtallendorfs Akteure um Del Angelo Williams. Am Ende setzten sich die Schwaben beim Schlusslicht mit 2:0 durch und bejubelten im Abstiegskampf einen wichtigen Sieg. Foto: M. Mummert

Von Uwe Flegel

Abstiegskampf ist meist nichts für Fußball-Ästheten. Gute Nerven, Moral und Durchhaltevermögen sind gefragt. Wie gestern Abend bei der SG Sonnenhof Großaspach. 2:0 gewann der Regionalligist aus dem Fautenhau beim Schlusslicht TSV Eintracht Stadtallendorf. Ein Erfolg, mit dem die Schwaben auf den siebtletzten Rang und damit über den Strich kletterten. Drei Punkte, die sich die Elf von Trainer Walter Thomae im wahrsten Sinne des Wortes erarbeitete. Ein Sieg, der durchaus verdient war, obwohl die Tore von Marvin Cuni und Andrew Owusu ganz, ganz spät fielen.

Schön war es nicht, aber ungemein wichtig war der Auswärtssieg für die SG. Immerhin steht sie nun auf einem Nichtabstiegsplatz. „Der Erfolg war unbedingt nötig“, machte Walter Thomae klar, dass es für seine Mannschaft gegen den Tabellenletzten nicht um Glanz und Gloria gegangen war, sondern einzig und allein um drei Zähler für das bislang doch eher schwindsüchtige Punktekonto. Diese Aufgabe wurde erledigt. Dank der Tore von Marvin Cuni in der 84. Minute und von Andrew Owusu in der Nachspielzeit. Aspachs Coach hätte sicher nichts dagegen gehabt, wenn es seine Elf etwas weniger spannend gemacht hätte, doch überrascht war er davon nicht: Schließlich seien die jüngsten Enttäuschungen gegen Alzenau und Mainz nicht spurlos an dem Team vorbei gegangen. Kleine Erfolgserlebnisse seien das Mittel, mit dem seine Mannschaft in die Spur zurückkommen müsse, so der 54-Jährige. Stadtallendorf kann dabei hilfreich sein.

„Ruhig bleiben und den Sieg erzwingen“, gab Thomae seiner Elf vor. Die erfüllte die Anforderung. Dabei hatte der Coach sie Startformation gegenüber der vergangenen Partie ordentlich verändert. In der Anfangself fanden sich zum Beispiel mit dem Noch-A-Jugendlichen Flavio Santoro und mit Özgür Özdemir zwei Akteure wieder, die in den vergangenen Wochen selten eine Rolle oder keine gespielt hatten. Angesichts zweier englischer Wochen in Folge für Aspach „ging’s auch darum, die Belastungszeiten gut zu verteilen“, erklärte Thomae. Gar nicht erst mitgefahren war Routinier Julian Leist, dessen Platz in der Innenverteidigung Ken Gipson einnahm.

Das erste Mal richtig in Erscheinung trat Özdemir dann allerdings in der Offensive, als er der zerfahrenen Partie einen Kopfball an den Innenpfosten setzte. Pech für Aspach und die beste Möglichkeit auf beiden Seiten in der ersten Halbzeit. Insgesamt war es vor der Pause sehr viel Stückwerk. Daran änderte sich nach dem Seitenwechsel zunächst einmal nichts. Der Ball flog im Herrenwaldstadion viel durch die Luft und landete eher selten beim eigenen Mitstreiter. Stadtallendorf stand tief, wartete auf Aspacher Fehler und Ungenauigkeiten, um dann schnell zu kontern. Gelegenheiten dafür hätte es durchaus gegeben, doch dem Tabellenletzten fehlte es dafür an Qualität.

Die brachte Aspachs Trainer Walter Thomae dafür nach einer Stunde mit einem Doppelwechsel von der Bank. Für Özdemir kam Sandro Sirigu ins zentrale Mittelfeld und für Santoro stürmte nun Jan Ferdinand. Der brachte Schwung und hatte prompt eine sehr gute Chance, sein Schuss aus zehn Metern wurde aber von Eintracht-Verteidiger Mirko Geisler noch von der Linie (66.) geschlagen.

In der 72. Minute waren es die Gastgeber, die zu ihrer ersten guten Chance nach der Halbzeit kamen. Doch SG-Schlussmann Mario Schragl fischte Damian Heuser den Ball noch vom Fuß. Das änderte allerdings nichts daran, dass Aspach nun aber mehr Druck machte. Marvin Cuni wurde jedoch gleich zweimal im letzten Moment abgeblockt. Auf der anderen Seite war Schragl nach 82 Minuten bei einem Zwölf-Meter-Versuch aus spitzem Winkel von Malcom Philipps auf dem Posten und durfte nur 120 Sekunden später richtig jubeln. Ferdinand hatte Marvin Cuni angespielt, der setzte sich im Zweikampf gegen Mohamed Arifi durch und spitzelte die Kugel aus sieben Metern zum 1:0 ins Netz.

Aspach feierte, die Gastgeber riskierten nun alles und liefen in einen Konter. Nach einem abgewehrten Eckball ging es bei den Schwaben schnell, Owusu war nicht mehr zu halten und besorgte das entscheidende 2:0 für die Gäste.

Großaspach hat beim Schlusslicht garantiert nicht geglänzt, aber drei wichtige Punkte geholt. Lohn dafür war der Sprung auf Rang 16 und damit auf einen Nichtabstiegsplatz. Walter Thomae war damit fürs erste zufrieden, denn: „Nach solchen Nackenschlägen ist ein solcher Zusammenhalt, dieser Teamgeist in einer Mannschaft nicht selbstverständlich.“

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Erstellt:
21. April 2021, 08:15 Uhr

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