Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Kein Meilenstein, aber ein kleiner Schritt

Großaspachs Drittliga-Fußballer zeigen beim Teilerfolg in Kaiserslautern die Tugenden, die im Abstiegskampf gefordert sind

Sogenannte Big Points waren es nicht. „Ein Punkt mit dem wir leben können“, war das 0:0 beim 1. FC Kaiserslautern für Aspachs neuen Coach Mike Sadlo aber schon. Die Fußballer des Vorletzten der Dritten Liga hatten im Fritz-Walter-Stadion das eingebracht, was Abstiegskampf ausmacht. Leidenschaft und Einsatz. „Die SG hat aufopferungsvoll gekämpft“, anerkannte FCK-Trainer Boris Schommers.

Gezeichnet vom Abstiegskampf und hochzufrieden mit dem Punktgewinn: Großaspachs Fußballer um Torwart Maximilian Reule. Foto: F. Kleer

© Fabian Kleer

Gezeichnet vom Abstiegskampf und hochzufrieden mit dem Punktgewinn: Großaspachs Fußballer um Torwart Maximilian Reule. Foto: F. Kleer

Von Uwe Flegel

An der Stätte, an der in der deutschen Fußball-Historie schon so manch große Geschichte geschrieben worden ist, war es am Montagabend vor allem zugig und nass. Entsprechend sahen Rasen und Trikots der Spieler aus. Durchgeweicht, schlammig und verdreckt. Der Betzenberg erweckte an diesem kalten Montagabend nicht einmal den geringsten Anschein, vor fast 14 Jahren Bestandteil eines Sommermärchens gewesen zu sein. Das wiederum juckte die in gelb gewandeten Akteure um den bärenstarken Torhüter Maximilian Reule herzlich wenig. Sie hatten sich zwar den großen Traum vom Auswärtssieg nicht erfüllt, bejubelten aber einen Teilerfolg. Ein Punkt, der nicht unverdient war. Zwar hatten die sogenannten roten Teufel viel versucht, um den Schwaben die Hölle heißzumachen, doch die hatten kühl und konzentriert gut dagegen gehalten.

„Wir wollten uns nicht verstecken, hoch anlaufen und konsequent pressen“, erklärte Mike Sadlo. Eine Marschroute, die in Aspach nicht ganz neu ist. Künftig soll sie aber konsequenter und unabhängig vom Gegner verfolgt werden. Entsprechend zufrieden waren Sadlo und sein Partner im Trainergespann Heiner Backhaus mit der „hohen Laufbereitschaft“ ihrer Mannschaft. Wobei die Nachfolger von Oliver Zapel auch wussten, dass in der ersten Halbzeit in der Offensive der Ball zu oft und zu schnell verloren gegangen war. „Uns hat die Entlastung gefehlt“, bestätigte Sadlo, der mit der Defensivarbeit dafür umso zufriedener sein durfte. Einzig nach zwei Standardsituationen und einem Konter kurz vor der Pause waren die Pfälzer trotz Überlegenheit richtig gefährlich.

Ein Beweis dafür, dass beim Kellerkind aus dem Fautenhau die Balance zwischen Angriff und Abwehr recht gut passte, obwohl mit Sebastian Bösel ein wichtiger Mittelfeldmann nicht mit in die Pfalz gefahren war. Die Wadenverletzung des 25-Jährigen ist zwar weitgehend ausgeheilt, doch richtig fit ist er eben noch nicht. Das neue Trainerduo wollte jedenfalls kein Risiko eingehen und baute im zentralen Mittelfeld auf das Trio Nico Jüllich, Onur Ünlücifci und Winterzugang Kamer Krasniqi. Die hatten in der Formation bislang zwar fast noch nie zusammen gespielt, verstanden sich aber trotzdem bereits. Die favorisierten Pfälzer fanden jedenfalls fast keine Möglichkeit, sich einfach durchs Zentrum durchzuspielen. Dazu war Aspach zu gut. Ähnliches gilt fürs Tempo in den Aktionen nach vorne. Den „Überfallfußball“, den Backhaus bei der offiziellen Trainervorstellung als Vorgabe ans Team angekündigt hatte, gab es zwar noch nicht, das Umschaltspiel nach der Halbzeit war jedoch schon ganz ordentlich.

Richtig klasse war sogar das, was ganz hinten verrichtet wurde. „Er hat sich ein Privatgefecht mit meinen Stürmern und dem Publikum geliefert“, urteilte Kaiserslauterns Coach Schommers über Maximilian Reule. In der Tat sah es so aus, als sei die Atmosphäre auf dem Betzenberg für den Schlussmann der SG Sonnenhof Motivation pur. Von „sehr viel Adrenalin“ sprach der Torhüter nach der Partie und berichtete über die rund 10 000 FCK-Fans, die er nach der Halbzeit im Rücken hatte: „Die haben mich, glaub ich 45 Minuten durchbeleidigt, mit Batterien und Feuerzeugen beworfen.“ Seine Reaktion: „Ich bin ruhig geblieben und habe so eine Leistung gebracht – ich bin zufrieden.“ Das Lob für seine Leistung durfte er zu Recht genießen, hatte er dafür zuvor doch alles gegeben. Auf dem Platz und in den Duellen mit den Fanatikern aus der Westkurve: „Ich habe es auch ein bisschen genossen, sie ein bisschen provoziert. Es macht Spaß, vor so einer Kulisse Fußball zu spielen.“ Besonders ihm, wie zu sehen war. Reules positives Fazit: „Ein verdienter Punkt. So kann es weitergehen.“ Dann aber gerne auch mal mit sogenannten Big Points.

Info
Viele Aktionen fürs erste Heimspiel unter neuem Namen

In der ersten Heimpartie des neuen Jahres trifft Großaspach am Montag ab 19 Uhr auf die Würzburger Kickers. Dabei kommt es zu einer Premiere. Das erste Mal geht es in der Wir-machen-Druck-Arena um Punkte.

Gegen die Unterfranken geht es für die Schwaben im Abstiegskampf um wichtige Punkte. Dabei hofft die SG auf viel Zuschauerunterstützung. Deshalb gibt es rund ums Spiel einige Aktionen. Zum Beispiel vom Aspacher Autohaus Möhle. Dort erhält ab sofort jeder Kunde, der bis Montag, 12 Uhr, ein Waschprogramm für sein Fahrzeug bucht, eine Freikarte fürs Würzburg-Spiel.

Vergünstigte Tickets können sich diejenigen Fußballfans sichern, die schon eine Karte für die bereits ausverkauften Auftritte von DJ Ötzi am Freitag sowie Samstag auf dem Dorfplatz des Hotels Sonnenhof haben. Legen sie die Eintrittskarte vom Winter-Open-Air an der Rezeption des Hotels Sonnenhof vor, dann kann’s fürs Würzburg-Spiel ein Ticket zum Aktionspreis von fünf Euro geben (solange der Vorrat reicht).

Vor der Partie am Montag gibt es von 18 bis 19 Uhr im und um das Wirtshaus der Fautenhau Alm eine sogenannte After-Work-Party, mit Specials und Special-Preisen.

Zum Artikel

Erstellt:
29. Januar 2020, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!