Vermeintliche Fehlentscheidung

Morddrohungen gegen Schiri: Staatsanwaltschaft ermittelt

Der italienische Schiedsrichter Federico La Penna erhält nach einer umstrittenen Gelb-Rot-Karte Morddrohungen. Die Staatsanwaltschaft in Mailand ermittelt nun gegen die Täter.

Referee Federico La Penna und seine Familie werden nach einem Spiel in der Serie A bedroht (Archivfoto).

© IMAGO/Gribaudi/ImagePhoto/IMAGO/www.imagephotoagency.it

Referee Federico La Penna und seine Familie werden nach einem Spiel in der Serie A bedroht (Archivfoto).

Von red/SID

Nachdem der italienische Schiedsrichter Federico La Penna wegen einer vermeintlichen Fehlentscheidung Morddrohungen erhalten hat, ermittelt nun die Mailänder Staatsanwaltschaft in dem Fall. Der 42 Jahre alte Referee hatte zuvor angesichts der Drohungen gegen ihn und seine Familie Anzeige erstattet. Vorausgegangen war La Pennas Einsatz im Serie-A-Spiel zwischen Inter Mailand und Juventus Turin (3:2) am Samstagabend.

La Penna hatte dabei den bereits verwarnten Juventus-Profi Pierre Kalulu kurz vor der Pause mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Der Schiedsrichter ahndete ein Foul von Kalulu gegen Inter-Verteidiger Alessandro Bastoni. Die TV-Bilder legten allerdings nahe, dass Kalulu Bastoni lediglich leicht am Arm berührt hatte und nicht, wie von La Penna angenommen, mit einem taktischen Foul zu stoppen versuchte. Da der Video-Assistent nur bei Roten Karten eingreifen darf, blieb eine Korrektur aus.

Gewalt gegen Schiedsrichter gesellschaftliches Problem

Medienberichten zufolge riet die italienische Polizei daraufhin La Penna, aus Sicherheitsgründen vorerst zu Hause zu bleiben. Weil Schiedsrichter in Italien in der Vergangenheit immer wieder bedroht worden waren, hatten die Behörden im vergangenen Jahr die Gesetzeslage in solchen Fällen verschärft. So wurde unter anderem festgelegt, dass diejenigen, die einen Schiedsrichter attackieren, mit denselben Strafen rechnen müssen, als würden sie einen Polizisten angreifen.

Antonio Zappi vom italienischen Schiedsrichterverband (AIA) erinnerte anlässlich dieser Änderung im Strafgesetzbuch, dass die Gewalt gegen Schiedsrichter ein gesellschaftliches Problem sei und es in den vergangenen Jahren wiederholt Übergriffe gegeben habe.

Zum Artikel

Erstellt:
17. Februar 2026, 11:58 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen