Nächste Möglichkeit zur Rehabilitation

In der letzten englischen Woche der Saison empfangen Großaspachs Regionalliga-Fußballer den Dritten Elversberg im Fautenhau. Für die SG ist das Duell die Chance, die vielen Enttäuschungen vergessen zu lassen und Hoffnungen für die neue Runde zu nähren.

Kai Gehring (links) erlebte mit Großaspach gegen Homburg und seinen Ex-Mitstreiter Marco Hingerl die nächste Enttäuschung. Bereits heute Abend hat die SG Sonnenhof gegen Elversberg die Gelegenheit, die bislang enttäuschende Saison ein klein wenig versöhnlicher zu gestalten. Foto: S. Mohr

© Steven Mohr/Jan Huebner

Kai Gehring (links) erlebte mit Großaspach gegen Homburg und seinen Ex-Mitstreiter Marco Hingerl die nächste Enttäuschung. Bereits heute Abend hat die SG Sonnenhof gegen Elversberg die Gelegenheit, die bislang enttäuschende Saison ein klein wenig versöhnlicher zu gestalten. Foto: S. Mohr

Von Uwe Flegel

Die Fußball-Regionalliga biegt auf die Zielgerade ein und bei der SG Sonnenhof werden fast alle froh sein, dass diese Saison in eineinhalb Monaten ein Ende hat. Nicht nur weil dann eine Mammutrunde mit 42 Spielen beendet ist. Auch weil Großaspach trotz vieler enttäuschender Vorstellungen die Liga höchstwahrscheinlich hält, da es keine Aufsteiger aus den drei Oberligen gibt (wir berichteten). Zunächst einmal gilt’s für den Viertletzten aber, heute das letzte Wochentagsspiel der Saison hinter sich zu bringen. Ab 19 Uhr ist der Tabellendritte SV Elversberg zu Gast. Eine von noch sieben SG-Möglichkeiten, die miese Bilanz etwas aufzuhübschen und damit Hoffnungen zu nähren, dass die neue Runde kein ähnliches Seuchenjahr gibt. So eine Terminhatz wie diesmal gibt es ohnehin nicht mehr, wie unser Überblick zeigt.

Nach derzeitigem Stand umfasst die Regionalliga Südwest in der neuen Saison 19 statt wie derzeit 22 Teams. Nicht mehr dabei sind der Meister und Aufsteiger in die Dritte Liga sowie die zwei Absteiger. Die besten Aussichten auf den Platz im Fahrstuhl nach oben hat Freiburg II, das fünf Punkte Vorsprung auf den Zweiten Offenbach hat. Nach unten geht es für Schlusslicht Stadtallendorf (12 Zähler), dem bereits 23 Punkte auf den Drittletzten Schott Mainz fehlen. Angesichts von nur noch 21 zu vergebenden Zählern ist das ist nicht mehr aufzuholen. Der Vorletzte Alzenau (23) wiederum hat 12 Zähler Rückstand auf den rettenden Rang 20. Da hilft nur noch ein sogenanntes Fußballwunder. Rein rechnerisch ist der Nichtabstieg aber noch möglich. Auch Großaspach (37) könnte in den letzten sieben Partien noch überholt werden.

Zuwachs aus der Dritten Liga gibt es nach momentanem Stand keinen, hat der 1. FC Kaiserslautern doch die Abstiegsplätze verlassen. Allerdings haben die Pfälzer (38 Punkte) vier Spiele vor Schluss nur zwei Zähler Vorsprung auf den Viertletzten Uerdingen und auch Waldhof Mannheim (42) ist noch nicht völlig sorgenfrei. Steigt einer der beiden ab, erhöht sich in der Regionalliga-Südwest die Mannschaftszahl auf 20, müssen gar Pfälzer und Badener runter, dann sind es 21 Teams. Eine Auswirkung auf die Abstiegsfrage in Liga vier hat der Abstieg aus Liga drei diese Saison nicht. Grund dafür sind die Statuten. In denen wurde vor der Runde festgelegt, dass es maximal sechs Absteiger in die Oberligen gibt. Hinzu kommt, dass Paragraf 47, Absatz 5, der Statuten lautet: „Steigen weniger als die vorgesehene Anzahl von Vereinen in die Regionalliga Südwest auf, so vermindert sich die Zahl der Absteiger aus der Regionalliga entsprechend.“ Heißt: Vier Aufsteiger weniger ergibt auch vier Absteiger weniger.

In der Oberliga Baden-Württemberg bleibt es übrigens bei 21 Vereinen. Sofern Großaspach in den letzten sieben Spielen nicht noch die 14 Punkte Vorsprung auf Alzenau verspielt, irgendein Gericht die Beschlüsse der Verbände noch kippt oder ein Team nächste Runde nicht mehr will.

Bei der SG Sonnenhof können die Verantwortlichen damit beginnen, den Kader für eine neue Regionalliga-Saison zu planen. Klar ist, dass Torhüter Oliver Schnitzler nicht mehr dabei ist. Der erst im Sommer von Drittliga-Mitabsteiger Preußen Münster gekommene Schlussmann wechselt zum Westfalen-Oberligisten Sportfreunde Siegen. Für den 25-Jährigen endet damit ein eher unglückliches einjähriges Kapitel. Nachdem er zu Saisonbeginn die Nummer eins war, warf ihn erst eine Rote Karte im Heimspiel gegen den SC Freiburg II und dann ein Riss der Achillessehne bereits zu Beginn der Saison aus der Bahn. Nun will der gebürtige Gummersbacher, der in der Jugend von Bayer 04 Leverkusen ausgebildet wurde, in der Nähe der alten Heimat einen Neuanfang starten. Schnitzler ist nach Edelreservist Nico Purtscher (SF Schwäbisch Hall, Landesliga) der zweite Torhüter, der die SG im Sommer verlässt. Von den vier Schlussmännern hat ohnehin nur der 19-jährige David Nreca-Bisinger einen Vertrag, der nicht nach dieser Saison endet, läuft doch der Kontrakt von Mario Schragl ebenfalls aus.

Thomae fordert fürs Duell mit dem Team der Stunde eine Reaktion von seiner Mannschaft

Mit Blick aufs Heimspiel heute Abend gegen den Tabellendritten aus dem Saarland sagt SG-Trainer Walter Thomae: „Mit der ersten Halbzeit in Homburg konnte ich leben, die zweite Hälfte war für mich dann unerklärlich. Diese Niederlage ging aufgrund des zweiten Durchgangs und trotz unseres Führungstreffers am Ende dann auch völlig in Ordnung. Wir müssen endlich Verantwortung übernehmen und über 90 Minuten in der Lage sein, das abzurufen, was wir uns im Vorfeld einer Partie vorgenommen haben – dies muss ich von jedem einzelnen Spieler einfach auch erwarten können. Für uns gibt es nun zu Hause gegen eine formstarke Elversberger Mannschaft bereits die nächste Möglichkeit, um eine klare Reaktion zu zeigen. Es muss nach wie vor unser Anspruch sein, hier etwas Zählbares einzufahren.“

Der von Horst Steffen gecoachte SV Elversberg kommt mit einer Serie von 13 Spielen ohne Niederlage in den Fautenhau. Dabei gelangen der Elf aus der Nachbargemeinde der Stadt Neunkirchen zehn Siege und drei Unentschieden. Trotzdem beträgt der Rückstand auf den Tabellenersten SC Freiburg II immer noch stolze sieben Punkte.

Personell gibt es bei Aspach wohl keine Veränderungen. Torwart Oliver Schnitzler (Achillessehnenriss), Mohamed Diakite (Knieprobleme), Nils Anhölcher (Rückenprobleme), Dominik Widemann (Mittelhandbruch) und Nicolas Jüllich (Oberschenkelprobleme) fehlen weiterhin. Fraglich ist zudem der Einsatz von Joel Gerezgiher.

Zuschauer sind weiterhin keine zugelassen. Ein Internetlivestream bietet Fans aber die Möglichkeit aktuell am Ball zu sein. Buchbar ist der Tagespass für fünf Euro unter anderem über www.bkz.de/sport/sg-sonnenhof.

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Erstellt:
4. Mai 2021, 06:00 Uhr

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