Schreckminuten nach dem Riesenjubel

Binnen Sekunden weicht bei Aspachs Fußballern die Begeisterung übers unerwartete 3:2 im Duell mit dem Regionalliga-Topteam Offenbach der Sorge über den zusammengebrochenen Mohamed Diakite. Weitere Untersuchungen sollen aufklären, warum es zum Kreislaufkollaps kam.

Gerade erst zurück und nun schon wieder raus: Der lange verletzte Mohamed Diakite (Mitte). Zum Glück für den Aspacher war der Grund für den Zusammenbruch nach dem Abpfiff aber keine Herzattacke, sondern nur ein vergleichsweise harmloser Kreislaufkollaps. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Gerade erst zurück und nun schon wieder raus: Der lange verletzte Mohamed Diakite (Mitte). Zum Glück für den Aspacher war der Grund für den Zusammenbruch nach dem Abpfiff aber keine Herzattacke, sondern nur ein vergleichsweise harmloser Kreislaufkollaps. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

Erst himmelhochjauchzend und wenige Sekunden später zutiefst besorgt. Gerade noch hatten Großaspachs Regionalliga-Fußballer den unerwarteten 3:2-Heimsieg gegen Kickers Offenbach bejubelt und die Elf des Titelaspiranten aus Hessen hatte versucht, ihren Ärger über den verpassten Sprung an die Tabellenspitze zu verarbeiten, da gerieten Freud und Frust plötzlich zur Nebensache. Inmitten der Feiernden und der Zornigen lag Mohamed Diakite lang gestreckt und regungslos auf dem Boden.

„Er ist ohne Fremdeinwirkung plötzlich umgekippt“, erzählt Lucca Volkmer, Pressesprecher der SG Sonnenhof, von den Schrecksekunden und sagt: „Die Freude über den Sieg war da selbstverständlich schnell verfolgen.“ Wobei das Lächeln im Fautenhau mittlerweile wieder ein klein wenig zurückgekehrt ist. Nach einer Nacht im Winnender Krankenhaus durfte der 1,95 Meter lange US-Amerikaner die Klinik wieder verlassen. Allerdings stehen nun weitere Untersuchungen an. Zwar deutet viel darauf hin, dass der Aspacher Mittelfeldspieler lediglich einen Kreislaufkollaps erlitten hatte, doch nun soll mit zusätzlichen Tests herausgefunden werden, ob die Ursachen dafür nicht tiefer liegen.

Dank und Lob von den Verantwortlichen fürs rasche Eingreifen der Rettungskräfte

Volkmer und die SG-Verantwortlichen sind jedenfalls froh, dass „die Rettungskräfte gleich zur Stelle waren“, als sie gebraucht wurden. Nachdem sie den 25-Jährigen zunächst auf dem Platz versorgt und stabilisiert hatten, war Diakite bereits wieder bei Bewusstsein, als er mit der Trage vom Platz und zum Rettungswagen gebracht wurde.

Drei Tage später sind die schlimmsten Sorgen zum Glück verfolgen, doch wann der Fußballer wieder in den Trainingsbetrieb zurückkehren kann, das steht noch in den Sternen. Dabei hat er nach einer Knieverletzung sowie einer anschließenden OP gerade erst eine halbjährige Pause hinter sich gebracht, nachdem er schon vergangenen Herbst wegen der Knieprobleme fast komplett außen vor war. Gerade mal für 21 Partien von 59 Punktspielen stand der im Sommer 2020 vom rumänischen Zweitligisten Dacia Unirea Braila zu den Schwaben gekommene Diakite den Aspachern zur Verfügung. Ansonsten war der Mann, der sowohl in der Defensive wie im Mittelfeld vielseitig einsetzbar ist und eigentlich als Stütze des Teams eingeplant war, verletzt. Nun hatte er sich in den vergangenen drei Begegnungen zurückgekämpft, war von Spiel zu Spiel früher eingewechselt worden – und ist nun zumindest vorläufig wieder raus.

„Wir müssen erst einmal schauen, was die Ursache für den Zusammenbruch war, dann können wir überlegen, wann er wieder in den Trainingsbetrieb integriert werden kann“, erklärt Lucca Volkmer und hofft gleichzeitig, dass das Geduldsspiel für den Fußballer und für den Verein nicht so arg lange dauert. Denn angesichts der sportlichen Situation könnte die SG den groß gewachsenen, schnellen und technisch beschlagenen Mittelfeldkicker nur allzu gut gebrauchen. Zumal zum Beispiel am Freitag gegen Tabellenführer SSV Ulm mit Fabian Messina und Andrew Owusu zwei weitere Alternativen fürs zentrale Mittelfeld gegen Offenbach ihre fünfte Gelbe Karte sahen und dem Kellerkind fürs Duell mit dem Spitzenreiter nicht zur Verfügung stehen.

Für Mohamed Diakite ist das zunächst aber eher einmal zweitrangig. Wichtig ist für den US-Amerikaner nur, die Gründe für seinen Zusammenbruch herauszufinden und völlig gesund zu werden. Selbst wenn das bedeutet, dass er erst nach der Winterpause wieder auf den Platz zurückkehren und dann seinen bereits dritten Comebackversuch binnen eineinhalb Jahren im Großaspacher Fautenhau starten kann.

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Erstellt:
9. November 2021, 06:00 Uhr

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