Seit zwei Jahrzehnten rollt’s in Spiegelberg
Der Lautertal-Bikemarathon ist alljährlich der Abschluss der Radsportrennen der Region. Zudem hat sich die Veranstaltung der Feuerwehr der kleinen Gemeinde zum wohl größten Sportevent im Schwäbischen Wald entwickelt. Am 11. Oktober gibts die 19. Auflage.
© Alexander Becher
Die Mountainbiker beherrschen am zweiten Sonntag im Oktober das Bild in Spiegelberg und in den oft herbstlich bunten Wäldern rund um die Lautertalgemeinde. Archivfotos: Alexander Becher
Zwei Jahrzehnte ist es her, als am Sonntagmorgen des 8. Oktober 2006 oberhalb der Spiegelberger Grundschule zum ersten Mal der Startschuss für den Lautertal-Bikemarathon ertönte. Am 11. Oktober 2026 steigt die vermutlich größte Sportveranstaltung im Schwäbischen Wald bereits zum 19. Mal. Siegfried Rosenberger war von Anfang an einer der Köpfe des Organisationsteams und sagt stolz: „Wir haben bis heute fast immer nur positives Feedback von den Teilnehmern erhalten.“ Das sei wohl auch der Grund, weshalb sie so viele Stammgäste haben. Wie gelingt es ihm und den anderen ehrenamtlichen Organisatoren, seit so langer Zeit eine Veranstaltung zu stemmen, zu der in ihren besten Zeiten 750 Radsportler kamen? „Wir haben ein funktionierendes Team, in dem jeder weiß, was er zu tun hat, und das von Jahr zu Jahr besser wird.“
Rosenberger zum Beispiel erledigt neben seinen anderen Tätigkeiten auch noch die Anfragen unserer Zeitung. Er steht stets parat, wenn unsere Zeitung auf den Veranstalter zukommt und fragt, warum in der Lautertalgemeinde die Feuerwehr für den Radsport verantwortlich ist. Der 59-Jährige schmunzelt bei der Frage und sagt dann: „Einige Freuerwehrfreunde und ich waren damals radsportmäßig ziemlich viel unterwegs.“ Als in jener Zeit aus den drei Feuerwehrabteilungen Jux, Nassach und Spiegelberg eine Einheit mit zwei Zügen wurde, sei zudem überlegt worden, eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen, die den Gemeinsinn stärkt. Heinz Bauer habe ein Mountainbike-Downhill-Rennen von Dauernberg runter vorgeschlagen. Ein guter Gedanke, aber offenbar nicht perfekt. Denn einige Diskussionsbeiträge später war der Lautertal-Bikemarathon beschlossen. Siegfried Rosenberger erzählt: „Wir haben die Veranstaltung innerhalb von drei, vier Monaten aus dem Boden gestampft.“
Ausrichter war zunächst die damals von Oliver Bürker als Kommandant geleitete Spiegelberger Feuerwehr, seit dem fünften Rennen ist es der Feuerwehrförderverein mit Siegfried Rosenberger an der Spitze. Schwitzen lassen er und seine Mitstreiter die vielen Radsportler, damit sich die Floriansjünger der rund 2150 Einwohner großen Gemeinde finanziell etwas dazuverdienen. Auch deshalb richtet der Verein den Bikemarathon bis heute ohne große Agentur und weitgehend alleine aus. Wie hoch die Summe im Durchschnitt ist und war, mit der zusätzliche Ausrüstung gekauft und die Kinder- sowie Jugendfeuerwehr unterstützt werden können, sagt Rosenberger nicht. Aber: „Es bleibt was hängen.“ Die Schafferei, die auch mit Unterstützung anderer Vereine aus dem Ort wie dem MSC Jux und dem SV Spiegelberg sowie Verwandten, Bekannten sowie Freunden bewältigt wird, und der Zeitaufwand sind nicht vergebens.
Ohne die Hilfe des Rathauses hätten es Rosenberger und Co. nicht gewagt
Worüber Rosenberger heute noch glücklich ist, das ist, dass der frühere Bürgermeister Uwe Bossert und seine Verwaltung von Beginn an hinter dem Bikemarathon standen. Sie führten die Gespräche mit anderen Behörden und Verwaltungen, holten Genehmigungen ein. Und davon bedarf es für eine Radsportrennen durch Wald und Flur einige. „Ohne diese Unterstützung wäre es nicht gegangen“, bekennt Rosenberger. Das auch, weil vor dem ersten Marathon besonders viel Bürokratie anstand und es auch nicht zu wenige offene Fragen gab.
Die waren alle gelöst, als bei der Premiere vor 20 Jahren rund 250 Bikerinnen und Biker starteten. Wie heute hatten die schon damals die Wahl, die Runde einmal, zweimal oder gar dreimal zu fahren. In Zahlen sind das 27,5, 55,2 oder 82,8 Kilometer. Und das auf dem seit zwei Jahrzehnten nahezu identischen Kurs. „Es gab nur kleine Korrekturen“, berichtet der Kopf des Organisationsteams. Wesentlich größer waren die Schwankungen in den Starterzahlen zwischen Anfang und heute. Auf die 250 Männer und Frauen zu Beginn folgten Jahre mit ständig steigenden Zahlen. Bis zu 750 Starter warens in den besten Jahren. Rosenberger sagt: „Einmal waren unsere Startplätze innerhalb von vier Wochen ausgebucht.“
Seit Corona hat sich das geändert. Zwischen 500 und 550 Teilnehmende seien es mittlerweile, so der 59-jährige Spiegelberger, der hinzufügt: „Der große Mountainbikehype ist auch ein wenig vorbei.“ Die Macher in der Lautertalgemeinde ficht das jedoch nicht groß an. Seit Januar organisieren und planen sie schon wieder fleißig. Schließlich soll weiterhin am zweiten Sonntag im Oktober morgens oberhalb der Spiegelberger Grundschule und direkt neben dem Sportplatz der Startschuss für die wohl größte Sportveranstaltung im Schwäbischen Wald ertönen.
© Alexander Becher
Siegfried Rosenberger (rechts) steht stets parat, wenn es organisatorische Fragen gibt.
Anmeldung Wer beim 19. Lautertal-Bikemarathon am 11. Oktober am Start stehen will, kann sich online bereits anmelden. Wer das bis zum 31. August macht, erhält ein kostenloses Radtrikot. Weitere Infos gibt es unter www.lautertal-bikemarathon.de.
