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Selbstkritik und Ärger über den Referee

Fehlstart perfekt, aber die 1:3-Heimpleite von Großaspachs Drittliga-Fußballern gegen Kaiserslautern hat mehrere Ursachen

Erst drei Gegentore innerhalb von sieben Minuten beim 1:4 in Duisburg, nun zwei Gegentore innerhalb von vier Minuten beim 1:3 gegen Kaiserslautern: Nicht zuletzt aufgrund dieser kurzen, aber heftigen Tiefschlafphasen hat Fußball-Drittligist Großaspach einen Fehlstart hingelegt. Bei der Heimschlappe gegen den Traditionsklub vom Betzenberg haderte die SG Sonnenhof, die das Spiel zu neunt beendete, aber auch mehrmals zurecht mit Schiedsrichter Benjamin Cortus.

Zweierlei Maß: Die SG beendet die Partie zu neunt, FCK-Spieler Janik Bachmann sieht für dieses grobe Foul gegen Eric Hottmann nur Gelb. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Zweierlei Maß: Die SG beendet die Partie zu neunt, FCK-Spieler Janik Bachmann sieht für dieses grobe Foul gegen Eric Hottmann nur Gelb. Foto: A. Becher

Von Steffen Grün

Als in Duisburg zwischen der 54. und 60. Minute aus einem 1:1 ein 1:4 wurde, passierte dies in einer Phase, „in der wir alle Trümpfe in der Hand hatten“, klagte Oliver Zapel nach der Pleite im Pott. Daheim gegen Kaiserslautern nahm sich sein Team die Auszeit, noch bevor die Partie so richtig begonnen hatte. „Von der zweiten bis zur zehnten Minute war’s ein Totalausfall“, betonte der Trainer mit Blick auf die Gästetreffer nach fünf und acht Minuten.

Beim 0:1 konnte Christian Kühlwetter im Mittelfeld ungestört einen Pass auf die linke Seite spielen, und Florian Pick wurde auf seinem Weg in den Strafraum und beim Schuss ins lange Eck von Jonas Behounek lediglich staunend beobachtet. In dieser Situation habe der 21-Jährige eben „Lehrgeld bezahlt“, nahm Zapel den rechten Verteidiger aber in Schutz, zudem sei Pick in Liga drei „ein Unterschiedsspieler“. Beim 0:2 hätte sich zunächst wohl vor allem Linksverteidiger Dan-Patrick Poggenberg viel Kritik anhören müssen, weil er es versäumte einzurücken und sich in der Viererkette somit ein Riesenloch auftat. Manfred Starke spielte die Kugel genau dorthin, den Rest erledigten Dominik Schad und Timmy Thiele. Nach Studium der Fernsehbilder stellte sich allerdings heraus, dass es eine klare Abseitsposition war, was auch Aspachs Trainer erzürnte.

Trotzdem „darf und wird es eine solche Leistung nicht mehr geben“, fasste Oliver Zapel die Anfangsphase zusammen, die auch seine Spieler zur Selbstkritik veranlasste. „Wir haben die ersten zehn Minuten verpennt“, räumte Torwart Maximilian Reule ein. Die SG fing sich mit der Zeit jedoch und hätte ohne die Szene in der 45. Minute wohl bessere Chancen gehabt, das Blatt zu wenden. Der schon verwarnte Dominik Martinovic, der den ersten Karton „auf alle Fälle berechtigt“ fand, schildert die für ihn mit der Ampelkarte endende Aktion so: „Ich sehe den Gegner und will meinen Körper ganz normal reinstellen, dann springt er rein. Man kann sagen, das war dumm von mir oder clever von ihm.“ Zapel sah in diesem Fall seinen Spieler in der Verantwortung: „Wenn man in so einer Situation so in ein Kopfballduell geht oder eigentlich gar nicht geht, sondern nur den Ellenbogen ausfährt, muss man sich nicht wundern.“ Dem Offensivspieler tat sein Platzverweis „vor allem leid für die Mannschaft. Es wäre etwas drin gewesen, aber zu zehnt ist es schwer, ein 0:2 aufzuholen.“

Die Kollegen bewiesen aber Moral und veranlassten den Trainer zu einem Lob: „Die zweiten 45 Minuten darf und muss man mit 10 Mann bei diesen Witterungsbedingungen positiv sehen.“ Hilfreich wäre es gewesen, wenn der Referee in der 59. Minute den personellen Gleichstand hergestellt hätte. Als Lauterns Janik Bachmann Aspachs Eric Hottmann umsenste, griff der schon 31-mal im deutschen Oberhaus eingesetzte Benjamin Cortus nur zur Gelben Karte. „Das war Rot“, monierte Zapel, dessen Team trotzdem noch einmal Hoffnung schöpfte. Nach dem 1:2 von Kai Gehring (82.) „kann das Spiel noch in eine Richtung kippen, die man nicht mehr für möglich gehalten hätte“, sagte FCK-Trainer Sascha Hildmann an seiner früheren Wirkungsstätte und sein damaliger Vorgänger Oliver Zapel, der inzwischen auch zu seinen Nachfolgern zählt, befand: „Ein 2:2 wäre aufgrund unserer moralischen Leistung nicht unverdient gewesen.“ Stattdessen gab es kurz vor Schluss die Ampelkarte für Kai Gehring wegen eines angeblichen Schubsers, was Aspachs Trainer überhaupt nicht nachvollziehen konnte: „Ich habe die Szene dreimal am Fernseher gesehen und dreimal nichts erkannt.“

Zu neunt gab es noch das 1:3, der Fehlstart war perfekt. „Wir stehen nach zwei Spielen mit null Punkten da, damit können wir nicht zufrieden sein, auch wenn es ein schweres Auftaktprogramm war“, sagte Sportdirektor Joannis Koukoutrigas. „Wir müssen die Situation annehmen und gucken, dass wir Würzburg schlagen“, richtete SG-Keeper Reule den Fokus bereits auf die Partie bei den Mainfranken am Dienstag um 19 Uhr: „Es bringt alles nichts, wir müssen Punkte und Siege holen.“

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Erstellt:
29. Juli 2019, 06:00 Uhr

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