SG Sonnenhof: Ein Hoffnungsträger mit Trainingsrückstand

Die personelle Lage des Fußball-Regionalligisten Großaspach lässt dem lange verletzten Torhüter Maximilian Reule keine Zeit, in Ruhe wieder fit zu werden. Nach dem 1:3 zum Einstand gegen den FSV Mainz 05 II ist die Routine des Schlussmanns nun auch gegen Schott Mainz gefordert.

Trotz fehlender Vorbereitung nun wieder als Torhüter im Einsatz: Großaspachs lange verletzter Rückkehrer Maximilian Reule. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Trotz fehlender Vorbereitung nun wieder als Torhüter im Einsatz: Großaspachs lange verletzter Rückkehrer Maximilian Reule. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

Ein Traum-Comeback war das Aspacher Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 II für Maximilian Reule sicherlich keins. Schließlich war das 1:3 für den Fußball-Regionalligisten SG Sonnenhof die erste Saisonniederlage. Und das beim ersten Einsatz nach der Rückkehr des Schlussmanns vom Ligarivalen SSV Ulm. Ein Wiederbeginn im Fautenhau, der für den 27-Jährigen trotz all seiner Erfahrung irgendwie ein Sprung ins kalte Wasser war. Nach seinem Muskelfaserriss hatte er zuvor nur wenige Trainingseinheiten hinter sich gebracht. „Da muss man durch“, sagt Reule nach seiner Premiere gegen den FSV Mainz 05 II sowie vor seinem zweiten SG-Einsatz in dieser Saison morgen ab 14 Uhr beim TSV Schott Mainz.

„Klar hätte ich mir einen besseren Einstand gewünscht“, sagt der Mann, der schon zu Drittliga-Zeiten der Schwaben drei Jahre lang in Aspach unter Vertrag gestanden hat. Da war er in den ersten beiden Runden hinter dem mittlerweile beim Zweitligisten Dynamo Dresden im Tor stehenden Kevin Broll die Nummer zwei. Nach dessen Wechsel zu den Sachsen erkämpfte sich der aus dem Schwarzwaldstädtchen Bad Wildbad stammende Reule den Stammplatz zwischen den Pfosten. Den Gang in die Regionalliga machte er aber nicht mit. Nun, ein Jahr später, ist er zurück, war zunächst aber erst einmal verletzt und damit außen vor. Bis zum vergangenen Sonntag. Denn nachdem sich David Nreca-Bisinger zum Saisonauftakt den Meniskus schwer beschädigt hatte, meldete sich vor dem Duell der zuvor noch unbesiegten SG mit Spitzenreiter Mainz II auch noch A-Jugend-Torwart Lukas Britzelmeir ab, der bei den Siegen gegen Kassel und Walldorf die Lücke auf der Torhüterposition geschlossen hatte.

Das gute Gefühl des SG-Rückkehrers erweist sich rasch als trügerisch

Also musste Reule ran, obwohl er erst zu Wochenbeginn ins Einzel- und am Donnerstag vor dem Spitzenspiel ins Mannschaftstraining eingestiegen war. „Trotzdem hatte ich vor der Partie eigentlich ein gutes Gefühl“, erzählt der Schlussmann. Auch weil er nicht nur das Stadion, den Verein und einige Mitstreiter aus seiner ersten Zeit im Fautenhau gut kannte. Dann aber passierte das, was sich keiner für seine Premiere wünscht. Die ersten beiden Schüsse auf Reules Tor waren drin. Beide Male war er schuldlos, ärgerlich war’s trotzdem. „Dabei haben wir gar nicht schlecht angefangen“, so der Rückkehrer, der wenig später nach einer verunglückten Flanke auch noch das 0:3 kassierte. „Bitter, aber das ist Fußball“, sagt er eine knappe Woche danach und blickt nach vorne: „Mittlerweile bin ich voll ins Training eingestiegen. Jetzt gilt es für mich, das nachzuholen, was ich in den ersten sieben Wochen verpasst habe.“

Wer Maximilian Reule kennt, der weiß, dass er das mit großem Ehrgeiz und hoher Motivation machen wird. Denn auch das war ein Grund für seine Rückholaktion. Mit guten Leistungen und seinem Trainingsfleiß soll er ein Ansporn und ein Vorbild sein für seine jungen Herausforderer David Nreca-Bisinger, Lukas Britzelmeir und Michael Gelt, der wie er selbst eine Vergangenheit in der Jugend des KSC hat.

Wobei es für ihn selbst nun erst einmal darum geht, sich mit seinen neuen Vorderleuten richtig einzuspielen. Dass er mit Ken Gipson, Sebastian Schiek und Kai Gehring gleich drei der Abwehrjungs aus den gemeinsamen alten Zeiten im Fautenhau kennt, erleichtert die Aufgabe ein wenig, erledigt ist sie damit aber noch nicht. Was andere im Verlauf einer Vorbereitung nach und nach passend machen, muss bei Reule und Co. nach möglichst wenig Versuchen sitzen. Auf Anhieb hat es nicht funktioniert und erschwerend kommt hinzu, „dass ich aus Ulm ja wenig Spielpraxis mitbringe“.

Deshalb beendete er das Kapitel bei den Spatzen nach nur einem Dreivierteljahr auch wieder und eigentlich war mit dem SGV Freiberg sein neuer Klub schon klar, wenn „der Verein aufgestiegen wäre“. Nach dem Abbruch der Oberliga wegen der Coronapandemie ging es für den SGV aber bekanntlich nicht hoch, obwohl er zum Zeitpunkt des Saisonaus Tabellenführer war, „und in die Oberliga wollte ich noch nicht“.

Gut für Maximilian Reule, dass er trotz seines Abgangs im Sommer 2020 weiterhin immer Kontakt zu Großaspachs Verantwortlichen gehalten hatte. Noch besser für beide Seiten, dass nicht nur die SG Sonnenhof einen neuen und erfahrenen Schlussmann, sondern auch der routinierte Torwart einen neuen Verein suchte. Einer, an dem sich die jungen Herausforderer anlehnen können und der sie gleichzeitig mit seinem Trainingsfleiß in Zugzwang bringt. Eben einer wie Maximilian Reule, der sagt: „Aspach ist für mich schon eine Art Heimat.“ In der ist er nun zurück und weiß, dass die Fans große Erwartungen an ihn haben. Ebenfalls klar ist dem 27-Jährigen, was er zu tun hat, damit er die erfüllen kann. „Ich muss schleunigst richtig fit werden.“

Rund ums Spiel

Gespielt wird morgen ab 14 Uhr auf dem Kunstrasenplatz der Bezirkssportanlage in Mainz-Mombach. Verzichten muss Aspach gegen den TSV Schott Mainz auf David Nreca-Bisinger (Meniskusriss), Jonas Meiser (Muskelfaserriss) und Mohamed Diakite (Reha nach Knie-OP).

SG-Coach Steffen Weiß sagt rückblickend aufs letzte und vorausschauend aufs nächste Spiel: „Mainz 05 II war an diesem Tag einfach besser und steht aktuell zu Recht an der Tabellenspitze. Nichtsdestotrotz haben wir es dem FSV beim 1:3 bei den Gegentreffern viel zu leicht gemacht und waren im Offensivspiel vor dem Tor selbst nicht effizient genug. Das wissen wir und das müssen wir unbedingt besser machen. Morgen haben wir die Chance, zu zeigen, dass wir aus unseren Fehlern lernen. Wir sind heiß aufs Spiel bei Schott Mainz und wollen die Heimreise mit drei Punkten im Gepäck antreten.“

Der TSV Schott Mainz belegt nach vier Spieltagen den elften Tabellenplatz. Einem 0:0 zum Auftakt zu Hause gegen die TSG Balingen folgte eine 1:3-Niederlage beim VfR Aalen. Anschließend gewannen die Rheinhessen ihr Heimspiel gegen den FC Gießen knapp mit 1:0, ehe der TSV am vergangenen Samstag beim TSV Steinbach Haiger knapp mit 2:3 den Kürzeren zog.

Bislang trafen beide Vereine zweimal aufeinander. In Mainz gewann die SG in der vergangenen Saison mit 3:0, daheim verlor Aspach dagegen klar mit 1:4.

Mittlerweile hat die SG Sonnenhof bereits den Vorverkauf fürs nächste Heimspiel gestartet. Karten für die Partie gegen den FK Pirmasens (Sonntag, 12. September, 14 Uhr) gibt es online unter www.sg94.de sowie in der Geschäftsstelle der SG im Fautenhau.

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Erstellt:
3. September 2021, 11:30 Uhr

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