SG Sonnenhof: Elversberg-Debakel wirkt deutlich nach

Großaspachs Vorstandsmitglied Michael Ferber bezeichnet den Auftritt der Regionalliga-Fußballer in der zweiten Halbzeit als „bedenklich“.

Nach der jüngsten Leistung sehr nachdenklich gestimmt: Michael Ferber. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Nach der jüngsten Leistung sehr nachdenklich gestimmt: Michael Ferber. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

Das Spiel hat Spuren und vor allem Fragen hinterlassen. Zumindest bei Michael Ferber. „Beim 3:3 gegen Homburg hattest du den Eindruck, da steht ein Team, das will“, sagt das für den sportlichen Bereich zuständige Vorstandsmitglied der SG Sonnenhof Großaspach und tut sich entsprechend schwer, das nur vier Tage später folgende 0:6-Debakel des schwäbischen Fußball-Regionalligisten zu verstehen. Fakt ist, dass die Fautenhauelf drei Spiele vor Vorrundenende auf einen möglichen Abstiegsplatz abgerutscht ist und dass auf den Fünftletzten nun morgen das Heimspiel gegen den Tabellendritten Kickers Offenbach sowie am Freitag drauf die Partie bei Spitzenreiter SSV Ulm (Anpfiff jeweils 19 Uhr) warten. Für den Versuch, nach neun sieglosen Spielen den Abwärtstrend zu stoppen, sind beides garantiert keine Wunschaufgaben.

„Die Situation ist gerade nicht einfach“, weiß der 36-Jährige und sagt mit Blick aufs Spiel Elversberg: „Die Leistung in der zweiten Halbzeit war bedenklich.“ Das Argument, dass Großaspach nach den Bundesliga-Reserven aus Mainz, Stuttgart und Hoffenheim die jüngste Mannschaft der Liga ins Rennen schickt, lässt der Geschäftsführer des Kleinaspacher Hotels Sonnenhof nicht uneingeschränkt gelten: „Das kann nicht immer als Grund dienen.“ Zumal sich der Verein ganz bewusst für diesen Weg entschieden habe und er den Akteuren den einen oder anderen Patzer zugestehe, doch: „Wenn sich einzelne Fehler ständig wiederholen, dann fragt man sich schon, warum das so ist.“ Vielleicht ja, weil es mit der Substanz in der Mittelfeldzentrale seit Wochen nicht so arg weit her ist. Schließlich ist mit Kapitän Joel Gerezgiher einer der Köpfe des Teams verletzt, war zudem Routinier Nico Jüllich immer mal wieder angeschlagen, ist mit Andrew Owusu ein weiterer zentraler Mittelfeldspieler mit Sprunggelenksproblemen seit geraumer Zeit keine Alternative mehr und machte der monatelang verletzte Mohamed Diakite gerade erst seine ersten Schritte zurück aufs Spielfeld.

Auf Rang zwei nach sechs Spielen folgte der Absturz auf den fünftletzten Platz

Die Personalprobleme sind mit ein Grund, weshalb die Entwicklung der jüngsten Vergangenheit nicht so war, wie sich der Verein das vorgestellt hat. „So wie der Saisonstart unerwartet positiv war, so überraschend ist nun der Negativlauf“, erklärt Michael Ferber und weiß die Statistik hinter sich. Auf die 13 Punkte aus den ersten 6 Spielen folgten in den vergangenen 9 Partien nur noch 3 Zähler. Was dem Kleinaspacher Vorstandsmitglied dabei aufgefallen ist und er gleichzeitig kritisiert: „Unsere Leistungen waren zu schwankend.“ Guten Auftritten wie gegen den VfB Stuttgart II (1:1), gegen Homburg (3:3) und über weite Strecken auch bei der Niederlage in Aalen (1:2) stehen die Lehrstunden beim TSV Steinbach Haiger (0:4) und nun zuletzt in Elversberg (0:6) gegenüber. Die Folgen des Ganzen sind in der Tabelle zu sehen. Von Rang zwei ging es peu à peu runter bis auf den fünftletzten Platz, der momentan den Abstieg bedeuten würde, da die zweite Mannschaft des SC Freiburg als Viertletzter derzeit aus der Dritten Liga runter müsste.

Der Negativlauf, mit der Vorstellung in Elversberg als Tiefpunkt, gibt dem Kleinaspacher Funktionär jedenfalls „zu denken“. Heißt? „Die Situation zum Beispiel mit dem Trainerteam gemeinsam zu analysieren und zu besprechen“, und beugt einer Schlussfolgerung gleich vor: „Das hat mit einem eventuellen Trainerwechsel nichts zu tun. Schließlich haben wir damit ja in den vergangenen zwei Jahren nicht die allerbesten Erfahrungen gemacht.“ Noch kann Coach Steffen Weiß also beruhigt schlafen.

Eine andere Frage ist, ob der Verein aus dem Fautenhau in der Winterpause im Kader personell nachlegt. Von Michael Ferber kommt hier kein kategorisches Nein. „Wenn es in der Winterpause Veränderungen geben muss und es sind Fußballer auf dem Markt, die uns weiterhelfen, dann kann es sein, dass wir was tun.“ Derzeit sei das allerdings nicht das Thema, sagt das Vorstandsmitglied. Denn: „Jetzt geht es darum, dass die Spieler, die da sind, wieder auf die Beine kommen.“ Zumal der vorhandene Kader im ersten Saisondrittel bereits bewiesen hat, zu was er fähig sein kann.

An anderer Stelle ist übrigens schon klar, dass sich im Verein personell was tut, im vierköpfigen Vorstand mit Sprecher Andreas Benignus, Philipp Mergenthaler, Patrick Eickelmann und Michael Ferber, der bestätigt: „Bei der Mitgliederversammlung am 30. November wird’s Veränderungen geben. Spruchreif ist aber noch nichts. Sicher ist, dass ich weiterhin zur Verfügung stehe.“ So tief sind die Spuren von Elversberg dann bei Weitem noch nicht, dass der 36-Jährige Ur-SGler ans Aufhören denken würde.

In bislang vier Partien gelang der SG Sonnenhof gegen Kickers Offenbach noch kein Sieg

Trainerstimme „Das war ein rabenschwarzer Tag in Elversberg. Wir waren das ganze Spiel nicht gallig genug. Mit solch einer Zweikampfführung und in Anbetracht der Elversberger Klasse brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn am Ende dieses deutliche Ergebnis steht. Aber dieser Verantwortung müssen wir uns stellen, die richtigen Schlüsse daraus ziehen, wie wir es besser machen können, und vermeiden, dass so etwas noch mal passiert. Sicher wird auch das Heimspiel gegen Offenbach alles andere als ein Spaziergang. Wir sind aber gefordert, haben etwas gutzumachen und werfen alles rein, was wir haben.“

Personal Verzichten muss Großaspach am Freitag nach aktuellem Stand auf Andrew Owusu, David Halbich (beide Sprunggelenksverletzung), Jonas Meiser (Muskelfaserriss im Oberschenkel) und Sebastian Schiek (gesperrt, 5. Gelbe Karte). Fraglich sind Joel Gerezgiher (Muskelverhärtung in der Wade) und Kai Gehring (angeschlagen).

Gegner Nach 15 Saisonspielen belegt Kickers Offenbach mit 32 Punkten den dritten Rang. Bisher trafen die SG und der DFB-Pokalsieger von 1970 viermal aufeinander. Dreimal gewann der Ex-Bundesligist. Aspach ist noch ohne Sieg. Vergangene Runde gab’s ein 0:2 und ein 1:3.

Tickets Die Tageskassen öffnen 90 Minuten vor Spielbeginn. Um Wartezeiten am Einlass zu vermeiden, wird empfohlen, unter www.ticket-onlineshop.com/ ols/sg94 den Online-Verkauf zu nutzen oder Karten in der SG-Geschäftsstelle im Fautenhau vorab zu erwerben. Die Tickets werden personalisiert ausgestellt. Pro Kunde kann nur eine Karte erworben werden. Mund-Nasen-Bedeckung (FFP2- oder OP-Maske) ist Pflicht, darf aber am Platz abgenommen werden. Für den Zutritt aufs Arena-Gelände gelten die 3-G-Regeln.

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Erstellt:
4. November 2021, 06:00 Uhr

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