SG Sonnenhof rutscht auf Abstiegsplatz ab

Großaspachs Fußballer müssen mehr denn je um den Verbleib in der Regionalliga bangen. Die Schwaben beginnen das Kellerduell beim FC Gießen stark. Doch die Rote Karte für Abwehrmann Jonas Brändle wirft das Team aus dem Fautenhau aus der Bahn und führt zur 1:3-Niederlage.

Jonas Brändle (links) kann es nicht fassen, dass er in der 24. Minute vom Schiedsrichter die Rote Karte gezeigt bekommt. Foto: J. Hübner

© Oliver Vogler/Jan Huebner

Jonas Brändle (links) kann es nicht fassen, dass er in der 24. Minute vom Schiedsrichter die Rote Karte gezeigt bekommt. Foto: J. Hübner

Von Heiko Schmidt

Mit drei Siegen aus den vergangenen vier Spielen hatten Großaspachs Fußballer viel Mut im Kampf um den Klassenerhalt in der Regionalliga geschöpft. Doch die 1:3-Niederlage im Kellerduell beim FC Gießen wirft die SG Sonnenhof zurück. Trainer Hans-Jürgen Boysen war dementsprechend bedient. Er nennt auch den Grund dafür: „Es hat am Platzverweis für Jonas Brändle gelegen. Ohne die Rote Karte gehen wir niemals als Verlierer vom Platz.“ In der Tat hatte seine Mannschaft bis zur 24. Minute das Spiel und den Gegner im Griff. Schon in den Anfangsminuten waren die Gäste drauf und dran, den Führungstreffer zu erzielen, doch David Tomic und Can Karatas vergaben. „Die zwei Riesendinger müssen wir machen“, ärgerte sich Boysen. Er hatte lediglich eine Veränderung in der Startelf gegenüber dem 2:1-Heimsieg zuletzt gegen den VfR Aalen vorgenommen. Jonas Brändle rückte für Ken Gipson, der Magenschmerzen hatte, in die Anfangsformation.

Den ersten Nackenschlag gab es für die Großaspacher in der 18. Minute, als Donny Bogicevic die erste Möglichkeit der Gießener zum 1:0 nutzte. „Unsere Antwort kam postwendend“, zeigte sich Coach Boysen mit dem 1:1-Ausgleichstor von Sascha Mölders lediglich zwei Minuten später zufrieden. Doch dann kam der Platzverweis für Brändle. Auf einmal wendete sich das Blatt. Die Großaspacher wirkten sichtlich geschockt und standen fortan in der ersten Halbzeit fast nur noch in der Defensive. Offensivmann David Tomic rückte auf die Linksverteidigerposition, die Brändle bis dahin innehatte. Somit spielte die SG mit Viererketten in der Abwehr und im Mittelfeld. Einzige Sturmspitze war nun Mölders. Der spielende Co-Trainer musste aber auch öfter hinten mit aushelfen.

Großaspacher müssen einige Nackenschläge hinnehmen

In der 35. Minute hatte Coach Boysen genug gesehen. „Wir haben zu breit gestanden“, wetterte er und reagierte mit der Einwechslung von Mohamed Diakite als rechtem Außenverteidiger. Sebastian Schiek rückte auf die linke Seite rüber. „In der ersten Halbzeit haben wir auf der rechten Seite einige Probleme gehabt“, sagt Boysen und schiebt nach: „Mit Mo Diakite lief es besser, er hat es sehr gut gemacht.“ Trotzdem musste die Mannschaft aus dem Fautenhau im Gießener Waldstadion noch vor der Pause den zweiten Gegentreffer hinnehmen. Es war ein weiterer Nackenschlag für die SG. Der nächste folgte in der Halbzeit, denn David Tomic musste wegen einer Knöchelverletzung draußen bleiben. Es ist nach Gipson sowie den verletzten Dominik Salz, Lukas Müller und Manuel Konrad schon der fünfte Ausfall in den Reihen des Sonnenhofs.

Die SG ließ sich aber nicht beirren. Der eingewechselte Andrew Owusu stabilisierte die Hintermannschaft der SG. In nummerischer Unterzahl waren die Gäste im zweiten Durchgang gleichwertig und sogar drauf und dran, das 2:2 zu erzielen. Chancen dafür waren auf jeden Fall vorhanden, doch Zählbares sprang nicht heraus. „Wir haben es in der zweiten Halbzeit bis zum dritten Gegentor gut gemacht“, bescheinigte Boysen seinen Schützlingen. Der Trainer, der neben fünf SG-Spielern auch eine Gelbe Karte gesehen hatte, war jedoch auf Schiedsrichter Arianet Besiri nicht gut zu sprechen. „Uns wurde ein klarer Elfmeter nach einem Foul an Sascha Mölders nicht gegeben“, so Boysen. In der Schlussphase des Spiels wurden die Großaspacher immer offensiver. Die Quittung bekamen sie in der 82. Minute mit dem dritten Gegentreffer durch den Doppeltorschützen Giuseppe Burgio, der die 1:3-Niederlage der SG besiegelte. Dementsprechend geknickt waren die Gäste nach dem Abpfiff.

Die Schwaben rutschten in der Tabelle auf Rang 16 ab, der unter den insgesamt 19 Teams am Saisonende den sicheren Abstieg bedeuten würde. Andere Mitkonkurrenten im Kampf um den Ligaverbleib wie der FSV Frankfurt punkteten hingegen. „Es wird noch ganz schwer“, vermutet Trainer Hans- Jürgen Boysen. Deshalb soll in den kommenden Spielen unbedingt etwas Zählbares geholt werden. Die nächste Möglichkeit dazu gibt es am Samstag. Um 14 Uhr geht es in der Heimpartie allerdings gegen den TSV Steinbach Haiger, der am Wochenende spielfrei war und um den Aufstieg kämpft. Offen ist derzeit noch, ob Sebastian Schiek mitwirken kann. Der Defensivmann musste in Gießen in der 86. Minute angeschlagen vom Platz. Hingegen dürfte Offensivakteur Can Karatas wieder dabei sein. „Seine Auswechslung hatte taktische Gründe“, so Boysen, der wie seine Spieler die 1:3-Niederlage in Gießen erst mal verdauen muss.

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Erstellt:
21. März 2022, 06:00 Uhr

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