SG sucht nach einer Übergangslösung

Nach dem überraschenden Rücktritt von Trainer Walter Thomae wollen die Verantwortlichen des Fußball-Regionalligisten aus Großaspach schnell handeln. Wenn alles optimal läuft, soll bereits am heutigen Dienstag der neue Coach präsentiert werden.

Großaspachs Sportchef Joannis Koukoutrigas fühlt sich nicht allein gelassen und will heute einen neuen Trainer präsentieren. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Großaspachs Sportchef Joannis Koukoutrigas fühlt sich nicht allein gelassen und will heute einen neuen Trainer präsentieren. Foto: A. Becher

Von Heiko Schmidt

Für die SG Sonnenhof Großaspach läuft es in dieser Saison alles andere als gut. Der Klub aus dem Fautenhau musste lange um den Verbleib in der Fußball-Regionalliga bangen. Nach der Mitteilung der Regionalliga Südwest GbR, dass statt der bislang sechs verkündeten Absteiger nur noch zwei Mannschaften den Gang in die Oberliga gehen müssen, dürften die Großaspacher nach menschlichem Ermessen den Ligaverbleib recht sicher haben. Doch alle Zweifel sind noch nicht ausgeräumt. Der Abstand zum Tabellenvorletzten FC Bayern Alzenau beträgt 13 Punkte bei fünf noch ausstehenden Begegnungen. „Ich gehe nicht davon aus, dass Alzenau alle Spiele gewinnt und wir alles verlieren“, sagt Großaspachs Sportchef Joannis Koukoutrigas.

So, wie die SG-Mannschaft sich gerade am vergangenen Samstag bei der 0:3-Pleite in Koblenz präsentierte, scheint aber alles möglich zu sein. Deshalb kam für einige Insider der Rücktritt von Trainer Walter Thomae nicht ganz überraschend. Hingegen hatte Joannis Koukoutrigas nicht damit gerechnet. „Ich war natürlich überrascht, dass er so konsequent ist und uns um die Auflösung seines Vertrags bittet. Er hat sich aber die Entscheidung nicht leicht gemacht“, so der Großaspacher Sportdirektor Koukoutrigas. Und wieder einmal war die TuS Rot-Weiß Koblenz um Großaspachs Ex-Trainer Heiner Backhaus der Auslöser für personelle Konsequenzen beim Sonnenhof. Bereits nach der 0:2-Heimniederlage in der Vorrunde gegen den Klub vom Deutschen Eck wurde Trainer Hans-Jürgen Boysen freigestellt.

Die Großaspacher schauen nun nach vorne. „Wir haben den Anspruch, aus den letzten fünf Saisonspielen so viele Punkte wie möglich zu sammeln“, macht Koukoutrigas klar. Er hat zusammen mit seinen Vorstandskollegen genaue Vorstellungen, welche Voraussetzungen der neue Trainer mitbringen soll. Zum einen stellt sich die Frage: Wird ein Coach nur für die letzten fünf Saisonpartien oder auch schon für die neue Runde verpflichtet? „Wir suchen eine Übergangslösung für die nächsten fünf Spiele“, antwortet Sportchef Koukoutrigas. Da bieten sich einige interne Lösungen, die natürlich auch kostengünstig sind, an. Zum Beispiel könnte Co-Trainer Dennis Grab oder der A-Jugend-Co-Trainer Timo Röttger übernehmen. Die fehlende A-Lizenz könnte mit Ausnahmegenehmigungen in dieser Zeit überbrückt werden. Diesen Spekulationen erteilt Koukoutrigas aber eine deutliche Absage. Er macht klar: „Es soll eine externe Person sein, die unbefangen und neu für die Mannschaft ist.“ Der Sportchef hat auch eine passende Begründung dafür: „Die Mannschaft braucht einen neuen Impuls.“ Die Gespräche mit einem möglichen Kandidaten, die gestern geführt wurden, scheinen recht weit zu sein und kurz vor dem Abschluss zu stehen. Die Verantwortlichen der SG Sonnenhof halten sich über den Namen bedeckt. Es soll sich aber um keinen ganz Unbekannten in der Region handeln. Wenn alles optimal läuft, möchte der selbst ernannte Dorfklub bereits am heutigen Dienstag den neuen Trainer der Öffentlichkeit und natürlich auch der Mannschaft, die gestern einen trainingsfreien Tag hatte, präsentieren.

„Es muss alles Hand und Fuß haben“, macht Joannis Koukoutrigas klar. Unter dem neuen Coach soll sich auch der letzte SG-Spieler hinter keinem Alibi mehr verstecken können. „Die Mannschaft ist gefordert und muss endlich ein anderes Gesicht zeigen“, lautet die klare Ansage vom Sportchef an seine Akteure. Er schiebt nach: „Wir wollen uns anständig aus der Saison, die zum Vergessen war, verabschieden.“ Es war in der Tat eine Runde mit wenigen Hochs, dafür aber vielen Tiefs und Nackenschlägen für die Großaspacher Fußballer. Deshalb werden alle im Fautenhau froh sein, wenn diese Runde bald zu Ende ist. „Wir können dem lieben Gott danken, dass es nur noch zwei Absteiger gibt“, sagt Koukoutrigas. Wäre es nämlich bei denen vor Saisonbeginn mitgeteilten sechs Absteigern geblieben, wäre für die SG, die auf Rang 19 unter 22 Mannschaften steht, der Abstand zum rettenden Ufer momentan mit fünf Zählern sehr groß. Der Durchmarsch in die Oberliga wäre kaum mehr zu verhindern gewesen.

Das Restprogramm der SG

Die Großaspacher absolvieren noch fünf Begegnungen in der laufenden Regionalliga-Saison. Es sind drei Heim- und zwei Auswärtsspiele. Hier ist der Überblick:

Samstag, 15. Mai, 14 Uhr

SG Sonnenhof – FSV Frankfurt

Samstag, 22. Mai, 14 Uhr

FC Astoria Walldorf – SG Sonnenhof

Samstag, 19. Mai, 14 Uhr

SG Sonnenhof – VfR Aalen

Samstag, 5. Juni, 14 Uhr

FSV Mainz 05 II – SG Sonnenhof

Samstag, 12. Juni, 14 Uhr

SG Sonnenhof – Bahlinger SC

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Erstellt:
11. Mai 2021, 06:00 Uhr

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