Trendwende oder drohende Talfahrt?

Wegweisendes Heimspiel für den Fußball-Regionalligisten Großaspach: Heute Abend geht es gegen den Vorletzten aus Gießen darum, ob sich die SG Sonnenhof zumindest fürs Erste nach oben orientieren darf oder nach unten schauen muss.

Großaspachs Trainer Steffen Weiß verlangt von seinem Team heute Abend „eine klare Reaktion“ auf die jüngsten Rückschläge. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Großaspachs Trainer Steffen Weiß verlangt von seinem Team heute Abend „eine klare Reaktion“ auf die jüngsten Rückschläge. Foto: A. Becher

Von Steffen Grün

Die Partie in Aalen am vergangenen Samstag war für Großaspach das neunte Saisonspiel. Damit ist nach dieser 1:2-Niederlage exakt die Hälfte der Hinserie sowie ein Viertel der gesamten Runde rum. Es ist also ein guter Zeitpunkt für eine kleine Zwischenbilanz, die den Stellenwert des heutigen Regionalliga-Heimspiels gegen Kellerkind Gießen (19 Uhr) unterstreicht – und auch für einen kurzen Blick auf die kommenden Wochen, die ein strammes Programm mit vielen schwierigen Aufgaben bereithalten.

Die bisherige Ausbeute: Nach der enttäuschenden Vorsaison und der durchwachsenen Vorbereitung sah es zunächst so aus, als biege der ehemalige Drittligist wieder in die Erfolgsspur ein. Der Rundenauftakt war mit dem Remis in Hoffenheim respektabel, nach den Dreiern gegen Kassel und in Walldorf grüßte Großaspach sogar für einen Tag von der Tabellenspitze. Auf die 1:3-Heimpleite im frühen Topspiel gegen die Mainzer Bundesliga-Reserve reagierte die Mannschaft um den neuen Trainer Steffen Weiß mit weiteren Siegen bei Schott Mainz und gegen Pirmasens, doch jetzt zeigt die Formkurve zum ersten Mal richtig nach unten.

Mittlerweile sind es drei Niederlagen in Serie, die aber völlig unterschiedlich zu bewerten sind. Das 0:1 beim aktuellen Tabellenzweiten in Bahlingen war zwar ärgerlich, nach dem guten Start allerdings kein Beinbruch. Zur ersten herben Enttäuschung geriet das Heimspiel gegen den Viertletzten Balingen: Es endete mit einem 1:4-Debakel, für das sich die SG Sonnenhof am vergangenen Samstag im württembergischen Derby in Aalen rehabilitieren wollte. Das klappte unter anderem deshalb nicht, weil die Gäste nach dem frühen 1:0 durch David Hummel nicht nachlegten. Der Trainer vermisste die „Kaltschnäuzigkeit im Abschluss – vor allem im zweiten Durchgang. Das hat uns am Ende auch um die Punkte gebracht.“ Zudem habe es seine Elf dem Rivalen dann „viel zu leicht“ gemacht, zu den zwei späten Toren zu kommen, indem sie zweimal binnen weniger Minuten „nicht konsequent genug“ verteidigte. Alles richtig, aber nicht zuletzt ist diese erneute Schlappe der Tatsache geschuldet, dass die SG nur in der ersten halben Stunde so richtig überzeugte und dann die Hausherren ins Rollen kommen ließ.

Die aktuelle Tabellensituation: Vier Siege, ein Unentschieden und vier Niederlagen bedeuten Mittelmaß, mit 13 Punkten belegt Aspach in dem Feld der 19 Klubs den neunten Rang. Der Rückstand nach oben und das Polster nach unten sind fast gleich groß. Von Spitzenreiter Steinbach Haiger trennen die SG sieben Zähler, Schlusslicht Schott Mainz hat acht Punkte weniger.

Das heutige Heimspiel: Die Tabellenkonstellation zeigt, dass es gegen Gießen darum geht, wohin sich der Verein aus dem Fautenhau zumindest fürs Erste zu orientieren hat. Ein Sieg, und es darf mit einem Auge aufs vordere Drittel geschielt werden. Eine Niederlage, und der Blick muss sich vorsichtshalber gen Abstiegszone richten. Das weiß natürlich auch Steffen Weiß, weshalb es für den Aspacher Coach nach den jüngsten Enttäuschungen wichtig ist, „dass wir uns schnell berappeln und gegen Gießen auf heimischem Rasen eine klare Reaktion zeigen“. Die Gäste sind Vorletzter, die sechs Zähler resultieren aus dem Auftaktsieg in Walldorf (1:0) und dem Heimerfolg gegen Balingen (3:1). Zuletzt gab’s in Aalen (0:1) und gegen Steinbach Haiger (1:3) wieder zwei Pleiten, doch um Laufkundschaft handelt es sich beim Team von Daniyel Cimen sicher nicht. In der Vorsaison endeten beide Duelle mit einem 1:1. Bei der SG fallen Mohamed Diakite, Torwart David Nreca-Bisinger und Jonas Meiser weiterhin aus. Ob Joel Gerezgiher (Bänderdehnung im Sprunggelenk) und Lukas Müller (Muskelfaserriss) rechtzeitig fit werden, ist fraglich.

Die nächsten Wochen: Das Duell mit Gießen ist für die Aspacher schon das achte Spiel gegen Teams, die in der aktuellen Tabelle hinter ihnen rangieren. Von den vor ihnen platzierten Klubs hatten sie es bisher nur mit Mainz II und Bahlingen zu tun. Es stehen bis zum Abschluss der Hinserie am 19. November also noch viele hohe Hürden vor der SG, angefangen am nächsten Samstag beim Klassenprimus. Und danach geht es gleich noch mit vier Rückrundenpartien los, bevor Weihnachten gefeiert wird. Umso wichtiger wäre daher ein Dreier im heutigen Heimspiel gegen den Abstiegskandidaten.

Tickets Die Kassen öffnen heute um 17.30 Uhr. Wer kann, soll aber den Online-Verkauf unter www.eventimsports.de/ols/sg94 nutzen, um Wartezeiten zu vermeiden. Jeder kann nur eines der personalisierten Tickets erwerben. Eine Mund-Nasen-Bedeckung (FFP2-/OP-Maske) ist auf dem Gelände vorgeschrieben, außer am Platz. Für den Zutritt gilt die 3-G-Regel. Negative Coronabürgertests mit offizieller Bescheinigung dürfen beim Einlass nicht älter als 24 Stunden sein.

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Erstellt:
28. September 2021, 06:00 Uhr

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