SG Sonnenhof: Überzeugender Auftritt im Kellerduell
Großaspachs Regionalliga-Fußballer bezwingen den FK Pirmasens mit 4:0. Die Elf aus dem Fautenhau bleibt zwar Vorletzter, ist allerdings bis auf einen Punkt an den Nichtabstiegsplätzen dran. Mit einem Dreierpack hat Sascha Mölders großen Anteil am deutlichen Erfolg.
© imago images/Eibner
Seht her, so wird es gemacht. Aspachs Angreifer Sascha Mölders (links) zeigte mit drei Toren, welche Qualitäten er noch hat. Foto: Imago
Von Uwe Flegel
„Es ist immer schön, wenn du Tore machst. Noch besser aber ist es, wenn du hinten zu null spielst. Denn das zeigt, dass die ganze Mannschaft ihren Job gemacht hat.“ Beim 4:0-Erfolg der Großaspacher Regionalliga-Fußballer im Kellerduell beim FK Pirmasens erwies sich Sascha Mölders nicht nur bei seinem Dreierpack auf dem Platz als äußerst treffsicher. Der Routinier und spielende Co-Trainer der SG Sonnenhof traf auch den richtigen Ton. Der so wichtige Sieg des mächtig unter Druck stehenden Vorletzten war keine reine Solonummer des 36-Jährigen, sondern ein über weite Strecken überzeugender Auftritt der ganzen Mannschaft. Im eiskalten Wind auf der Pirmasenser Husterhöhe hatten die Schwaben mehr zu bieten als ihren eiskalten Torjäger.
Trainer Hans-Jürgen Boysen war deshalb durchaus zufrieden mit dem Auftritt seiner Elf. „Wir haben viel richtig und viel gut gemacht“, urteilte der 64-Jährige zufrieden, ohne aber zu vergessen, dass eine Schwalbe eben noch keinen Sommer macht. Denn dank der drei Punkte in der Pfalz hat der Klub aus dem Fautenhau gerade mal nur den Kontakt zu den Nichtabstiegsplätzen wiederhergestellt, wurde der Abstand doch auf einen einzigen Punkt verkürzt. Das ist einerseits nicht mehr arg viel und andererseits noch nicht genug. Das wussten der SG-Coach als auch sein alter Weggefährte und zumindest in Pirmasens zuverlässiger Torjäger: „Es war eine gute Reaktion auf die Niederlage gegen den TSV Schott Mainz vergangene Woche“, ordnete Mölders den Erfolg ein und machte klar, dass es in den 90 Minuten zuvor weniger um Glanz und Gloria gegangen war, sondern einzig und allein um drei überaus wichtige Zähler.
Großaspach ist in der ersten Halbzeit eindeutig die bestimmende Mannschaft
Für die SG stand auch auf dem Spiel, dass binnen acht Tagen die in der Winterpause mithilfe von Zugängen wie Mölders, Mittelfeldorganisator Manuel Konrad und dem bei seiner Premiere im Aspacher Trikot überzeugenden Innenverteidiger Lamar Yarbrough geschaffene Aufbruchstimmung wieder verloren geht. Deshalb, so der dreifache Torschütze, „war es wichtig, dass wir in Führung gegangen sind“. Früh in Führung gegangen sind, hätte der Angreifer ebenfalls sagen können. Wie Balsam wirkte sein Tor in der vierten Minute für die wunde Seele der Schwaben. Großaspach war auf dem tiefen und holprigen Rasen der Chef im Ring und als der enorm fleißige Dominik Salz, der schon das 1:0 vorbereitet hatte, nach etwas mehr als 20 Minuten mit klugem Direktspiel zu David Tomic den zweiten SG-Treffer auf den Weg brachte, erschien das fast schon als die halbe Miete.
Am Ende war es das dann auch. Wobei sowohl Boysen als auch Mölders wussten, dass der richtig guten ersten Halbzeit eine etwas arg verhalten begonnene zweite Hälfte gefolgt war. „Wir waren da nicht mehr richtig in den Zweikämpfen“, erklärte der Coach und sein Stürme bestätigte: „In der Anfangsphase fehlte es uns an Zugriff.“ Zum Glück für Aspach landete der Versuch des Pirmasenser Offensivmanns Arman Andestani nach gut einer Stunde an der Latte. Und zum Gefallen Boysens zog seine Mannschaft aus dem Warnschuss die richtigen Konsequenzen und legte ihre Zurückhaltung nun wieder ab.
Was nicht gelang, das war, dass die Gäste ihre guten Konteransätze für den vorentscheidenden dritten Treffer nutzten. „Wir hätten den Gegner früher brechen können“, urteilte der SG-Trainer, der sich drei-, viermal den sogenannten letzten Pass ein Stückchen präziser gewünscht hätte. Deshalb musste er sich bis in die Schlussphase gedulden, bis der Sack zu war. Dazwischen hatte er jedoch noch seine Mittelfeldzentrale aus Verletzungsgründen komplett wechseln müssen. „Ich weiß noch nichts Genaues“, sagte er direkt nach der Partie zu den Blessuren von Manuel Konrad und Fabian Messina. Der eine hatte sich an den hinteren Oberschenkel gegriffen, der andere ans rechte Sprunggelenk. Nun hofft die SG, dass es in beiden Fällen nur Wehwehchen sind und keine schlimmeren Verletzungen, hatte das Duo doch großen Anteil daran, dass Pirmasens selten ins Spiel kam.
Wie schon erwähnt, hatte das Kellerduell am Ende mit dem Dreifachtorschützen Mölders ein Sinnbild für das, was Boysen als „Trendwende nach sechs Niederlagen in Folge“ ausgemacht hatte. Dafür gearbeitet hatte aber die komplette Elf und daran erinnerte Sascha Mölders, als er nach der Partie im Blickpunkt stand: „Kämpferisch hat bei der ganzen Mannschaft alles geklappt.“ Damit hat die Basis schon einmal gestimmt und Großaspach ist nun wieder an den Nichtabstiegsplätzen dran. Der erste kleine Schritt ist damit getan. Mehr nicht. Das weiß Sascha Mölders. Inmitten seiner Familie und all der Gratulanten stehend warnte er Fans, Mitspieler und Verantwortliche, nun zu glauben, dass das Rennen um den Klassenverbleib für die SG Sonnenhof zu einem Selbstläufer wird. Für ihn jedenfalls „ist klar, dass es ein langer und harter Kampf bis zum Schluss wird“.
