Vorne effektiv und hinten mit etwas Glück

Großaspachs Regionalliga-Fußballer kommen bei Astoria Walldorf zu einem 3:0-Auswärtssieg. Andrew Owusu, Steven Lewerenz und Can Karatas treffen für die SG Sonnenhof, die mit dem klaren Erfolg die Tabellenführung übernehmen. Trainer Steffen Weiß sieht trotzdem Steigerungsbedarf.

Bejubelten mit Aspach einen klaren 3:0-Erfolg: Steven Lewerenz (rechts), Can Karatas und Fabian Messina (links). Foto: M. Mummert

© Magdalena Mummert

Bejubelten mit Aspach einen klaren 3:0-Erfolg: Steven Lewerenz (rechts), Can Karatas und Fabian Messina (links). Foto: M. Mummert

Von Uwe Flegel

Drittes Saisonspiel, zweiter Sieg: Großaspachs Regionalliga-Fußballer dürfen endgültig von einem gelungenen Saisonstart sprechen. Auch weil die SG Sonnenhof nach dem 3:0 beim FC Astoria Walldorf gestern Abend weiterhin ungeschlagen ist und zumindest vorläufig die Tabellenspitze inne hat. Doch trotz des klaren und auch verdienten Erfolgs, zu dem Andrew Owusu (34.), Steven Lewerenz (36.) und Can Karatas (68.) die Tore beisteuerten, war Trainer Steffen Weiß mit der Vorstellung seiner Elf im Dietmar-Hopp-Sportpark nicht restlos zufrieden: „Von unseren bisherigen drei Spielen, war das die Partie mit der meisten Luft nach oben.“ Eine Analyse, die nicht völlig aus der Luft gegriffen war. Ganz so dominant wie es das Ergebnis besagt war das Fautenhau-Team nicht. Wobei der Coach selbst eingestand, dass die Kritik durchaus ein wenig Mäkeln auf hohem Niveau sei. Schließlich, so Weiß, „sollten wir froh sei, dass wir mit drei Punkten heim fahren und wie die Tabelle grad aussieht.“

Richtig. Zumal die SG in Walldorf garantiert kein glücklicher Sieger war. Allerdings waren die Kurpfälzer nicht unbedingt drei Tore schlechter als die Schwaben. Die waren dem FC Astoria jedoch in Sachen Effektivität deutlich voraus. Wobei es die Hausherren waren, die nach einer eher verhaltenen Anfangsphase das erste ganz dicke Ding verzeichneten Denn nach einer guten halben Stunde kombinierten sich die Gastgeber nicht nur gut und schnell durch, sondern kamen durch Janis Haneks Zwölfmeterschuss auch zu einer guten Möglichkeit. Doch SG-Verteidiger Sebastian Schiek rettete auf der Torlinie, in dem er den Ball per Kopf und mithilfe der Latte noch klärte. Fast im Gegenzug zeigte der Aspacher Routinier, dass er auch über ordentliche Offensivqualitäten verfügt. Nach einem eigentlich schon abgewehrten Angriff erkämpfte er sich die Kugel zurück, lief in den Strafraum und sah den frei stehenden Andrew Owusu, der die Kugel aus neun Metern zum 1:0 ins linke Eck schob.

Offensichtlich war’s bei Walldorf ein Wirkungstreffer. Denn nur 120 Sekunden später verloren die Hausherren in der eigenen Hälfte den Ball. Diesmal gegen Steven Lewerenz. Der spielte Can Karatas frei, der aus elf Metern zwar an Torwart Paul Lawall scheiterte, doch Lewerenz erhöhte per Nachschuss aus acht Metern auf 2:0. „Unser Spiel gegen den Ball war heute nicht so wie ich mir das vorstelle und in den ersten 25 Minuten war auch das Spiel mit dem Ball nicht gut“, urteilte Weiß hernach und fügte an: „Dann haben wir allerdings mit diesem Doppelschlag den Grundstock gelegt.“

Offenbar war sich die SG ihrer Sache aber einen Tick zu sicher, denn kurz vor der Pause hätten die Schwaben dem FC Astoria fast noch den Anschlusstreffer geschenkt. Bei einem eigenen Abstoß vertändelten sie im Strafraum beinahe den Ball und als Joel Gerezgiher versuchte, die Kugel rauszuschlagen, traf er nur den gegnerischen Angreifer Niklas Antlitz, von dessen Fuß der Ball aber knapp am leeren Tor vorbei ging.

Nach der Halbzeit versuchte Walldorf mehr Druck zu machen. Die erste Chance hatten aber die Gäste. Der Flachschuss von Karatas zischte jedoch um Millimeter am Pfosten vorbei (49.). Die Partie wurde nun etwas hektischer und die Gastgeber giftiger. Das Plus im Zweikampf brachte ihnen zwei gute Chancen ein, doch zweimal verfehlte der eingewechselte Dennis de Sousa (59. und 64.) das Gehäuse knapp. Aspachs Can Karatas machte das besser. In der 69. Minute war der kurz zuvor für den verletzten Owusu eingewechselte Nico Jüllich frei vor Lawall aufgetaucht und am Schlussmann gescheitert, doch sein Mitstreiter blieb ruhig. Er stoppte den Ball, umspielte noch einen Gegner und jagte die Kugel aus neun Metern flach zum 3:0 ins Eck. Es war die Vorentscheidung. Zwar mühten sich die Hausherren weiterhin und hatten die eine oder andere gefährliche Strafraumszene. Über die Linie brachte der FC Astoria, der damit nach drei Saisonspielen noch ohne Tor ist, die Kugel allerdings nicht.

Für Aspachs Trainer Steffen Weiß waren diese brenzligen Szenen aber ein Grund, um bei seiner Mannschaft gleich mal die Sinne für die kommende Aufgabe zu schärfen: „Am Samstag gegen den FSV Mainz 05 II müssen wir wieder eine Schippe drauf legen.“ Der 32-Jährige sagte auch gleich, wo er zum Beispiel Defizite bei seiner Elf gesehen hat: „Wir haben dem Gegner zu viele Räume gelassen, waren etwas behäbig und langsam. Eventuell hat den Jungs angesichts der englischen Woche ein wenig die Frische fürs konsequente Pressing gefehlt.“ Einerseits völlig richtig. Andererseits und angesichts des klaren 3:0-Erfolgs irgendwie auch ein wenig Mäkeln auf hohem Niveau.

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Erstellt:
25. August 2021, 06:00 Uhr

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