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Zum Auftakt zwei kalte Duschen

Fußball-Drittligist Aspach unterliegt Duisburg 1:4 – In sechs Minuten verliert SG alle Chancen

Eine 1:4-Niederlage ist deutlich. Das war beim Saisonstart der SG Sonnenhof gegen den MSV Duisburg nicht anders. Einerseits. Andererseits war Großaspach über weite Strecken gleichwertig. Doch ein Blackout zwischen der 54. und der 60. Minute kostete alle Siegchancen, machten Moritz Stoppelkampf (2) und Connor Krempicki doch aus einem 1:1 ein 4:1.

Großaspachs Trainer Oliver Zapel konnte es nicht fassen, wie einfach sich seine Mannschaft vom MSV Duisburg binnen sechs Minuten hatte auskontern lassen. Foto: Fotostand

© Fotostand

Großaspachs Trainer Oliver Zapel konnte es nicht fassen, wie einfach sich seine Mannschaft vom MSV Duisburg binnen sechs Minuten hatte auskontern lassen. Foto: Fotostand

Von Uwe Flegel

Trainer Oliver Zapel und seine Spieler standen wie begossene Pudel da. Und das in doppelter Hinsicht. Erstens hatten ihnen Starkregen und Hagel zugesetzt, ehe Schiri Sascha Stegemann die Partie eine Viertelstunde vor Schluss für zehn Minuten unterbrach. Zweitens hatten die Schwaben die Auftaktpartie mit 1:4 verloren. An der ersten kalten Dusche war die SG völlig schuldlos. Bei der zweiten hatte sie tatkräftig mitgeholfen, in dem sie sechs Minuten lang in entscheidenden Zweikämpfen einfach zu wenig tat.

„Darüber müssen wir reden“, kündigt SG-Coach Oliver Zapel nach der Partie an und sieht noch viel mehr Gesprächsbedarf. Denn zum Thema will der 51-Jährige nicht nur die drei Gegentore binnen sechs Minuten machen. Diskutieren will er auch darüber, warum seine Elf in der Schlussviertelstunde dreimal frei vor Duisburgs Torwart Leo Weinkauf stand und den Ball dabei kein einziges Mal über die Linie brachte. Wissen will er zudem, weshalb sein Team in den zehn Minuten nach der Pause zweimal frei im und am Fünfmeterraum stand, Nico Jüllich aber beide Male zu unentschlossen war. „Ich habe gewartet und gewartet, dass ich in der Mitte jemanden finde, der frei steht“, sagte der Mittelfeldmann zur ersten Chance, ärgerte sich aber vor allem über die zweite: „Das muss ich selbst machen und nicht noch quer spielen.“

Für Großaspach war der Vergleich mit dem Zweitligaabsteiger irgendwie ein Duell der verpassten Gelegenheiten. „Wenn das Ergebnis jemand liest, der nicht dabei war, dann denkt er, wir sind abgeschlachtet worden. So war es aber nicht“, erklärte Abwehrkante Kai Gehring kopfschüttelnd. 75 von 90 Minuten waren die Gäste mit dem MSV mindestens gleichauf. Nur in einer kurzen Phase vor und nach der 1:0-Führung der Zebras sowie in den schon geschilderten verhängnisvollen sechs Minuten eben nicht.

Duisburg schlägt zu, als sich Großaspach eine Spur zu sicher ist

Zumindest in der zweiten Periode war die SG sogar richtig von der Rolle. „Dass wir uns so hängen lassen, das kenne ich von meiner Mannschaft nicht“, gestand Oliver Zapel ein und sprach „von rätselhaften fünf Minuten“. Und das in einer Phase, „in der wir alle Trümpfe in der Hand hatten, in der du mit Selbstvertrauen aufgepumpt bist“. Vielleicht lag darin gar der Hund begraben. Duisburg schlug zu, als Aspach Stärke zeigte und prompt den Rückwärtsgang nicht mehr im Blick hatte. Die Gäste ließen Ball und Gegner laufen, vergaßen bei all dem Vorwärtsdrang aber, „die Zweikämpfe zu gewinnen“, kritisierte der Coach.

Duisburgs Trainer Torsten Lieberknecht widersprach nicht. Auch er hatte das Team aus dem Fautenhau besser gesehen, als es das Endergebnis aussagt. Dem Coach der Zebras war zudem nicht entgangen, dass der MSV direkt nach der Pause große Probleme hatte. „Da haben wir zu weit nach hinten, zu viel quer gedacht“, erklärte Lieberknecht und wusste, welcher seiner Spieler die Partie in die entscheidende Richtung drehte: sein Kapitän. „Moritz Stoppelkamp ist ein außergewöhnlicher Fußballer, der Lupfer zum 2:1 von ihm war sensationell.“

Dabei gab es bei den Schwaben einen Spieler, der durchaus zum Helden getaugt hätte. Der vom Regionalligisten Alemannia Aachen gekommene Dimitriy Imbongo feierte ein vielversprechendes Punktspieldebüt. Der Unterschied zwischen ihm und Duisburgs Mann des Spiels: Imbongo hatte einige gute Szenen, machte aus drei guten Möglichkeiten aber nur ein Tor. Stoppelkamp hatte zwei Chancen, die er beide nutzte und er bereitete das Führungstor von Vincent Vermeij in der ersten Halbzeit klasse vor.

Manchmal sind es kleine Dinge, die am Ende große Unterschiede machen. Das weiß auch SG-Torwart Maximilian Reule, der zum Auftakt den Vorzug von Constantin Frommann erhalten hatte. Er forderte: „Wir müssen das abschütteln, denn wir haben ja guten Fußball gespielt.“ Worte, die von Aspachs Akteuren immer wieder zu hören waren. Ein Satz, den Routinier Timo Röttger ebenfalls unterschrieben hätte, obwohl er wusste: „Das Ergebnis sagt, sch... Auftakt.“ Oliver Zapel wird da nicht viel anderes sagen, wenn er zum Gespräch bittet. Denn: „Wir müssen ganz schnell wieder die richtige Balance in unser Spiel kriegen.“

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Erstellt:
22. Juli 2019, 06:00 Uhr

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