Neue Wege in der Streuobstvermarktung im Rems-Murr-Kreis

Die Infoveranstaltung zur Gründung einer Erzeugergemeinschaft für Streuobst in der Region stößt auf reges Interesse.

Streuobstwiesenbewirtschafter wollen sich besser vernetzen. Symbolfoto: Alexander Becher

© Alexander Becher

Streuobstwiesenbewirtschafter wollen sich besser vernetzen. Symbolfoto: Alexander Becher

Rems-Murr. Rund 120 Streuobstwiesenbewirtschafterinnen und -bewirtschafter sowie Interessierte aus der Region haben kürzlich den Saal im Landratsamt Rems-Murr-Kreis, Außenstelle Backnang, gefüllt. Der Grund: ein gemeinsamer Schritt hin zu einer stärkeren Verbundstruktur im Streuobstbau (wir berichteten). Die Lenkungsgruppe zur Gründung einer Erzeugergemeinschaft (EZG) für Streuobst hat an diesem Abend das Konzept für einen regionalen Zusammenschluss erstmals ausführlich vorgestellt und mit den Anwesenden intensiv diskutiert. Die Veranstaltung wurde durch die drei koordinierenden Partner im Projekt – das Schwäbische Mostviertel, die Bio-Musterregion Rems-Murr-Ostalb sowie die Kreisobstbauberatung des Landratsamts Rems-Murr-Kreis – organisiert und stieß bei den Teilnehmenden auf deutlich spürbares und konstruktives Interesse.

Bio-Zertifizierung steht im Fokus

Im Zentrum der Veranstaltung stand die Präsentation des Arbeits- und Konzeptpapiers, das die Lenkungsgruppe in den vergangenen Monaten gemeinsam aus zahlreichen Fachgesprächen, Workshops und einer Lehrfahrt nach Unterfranken erarbeitet hatte. Die Kernaufgaben der geplanten Erzeugergemeinschaft wurden klar benannt: Neben der Bündelung der Mostobstmengen soll vor allem die mögliche Organisation einer Bio-Zertifizierung in Form einer Sammelzertifizierung im Fokus stehen.

Ziel ist es, dauerhaft höhere und stabilere Mostobstpreise zu erreichen, die Abstimmung mit den Annahmestellen zu verbessern und die Bewirtschaftung der Streuobstwiesen insgesamt wieder wirtschaftlich attraktiver zu gestalten. Über eine Erzeugergemeinschaft könnte Mostobst aus ökologischer und aus konventioneller Erzeugung vermarktet werden. Denkbar wäre auch die zentrale Beschaffung von Streuobstbäumen zur Nachpflanzung. Die Teilnehmenden nutzten den Abend vor allem, um Fragen zu Rechtsform, Mitgliedschaft, Verantwortungsbereichen und Fördermöglichkeiten zu klären, wobei deutlich wurde, dass viele Streuobstwiesenbewirtschafterinnen und -bewirtschafter das Potenzial der EZG erkennen und sich vorstellen können, sich zukünftig aktiv einzubringen.

Die Resonanz war insgesamt positiv: Neben einem konstruktiven Dialog war auch ein gemeinsames Interesse erkennbar, die Initiative weiterzutragen. Die Lenkungsgruppe berichtete von der intensiven Zusammenarbeit mit dem Genossenschaftsverband Baden-Württemberg, der die Wegbereitung für eine tragfähige Rechtsform und Organisation beratend begleitet.

Umfrage zu Obstmenge und Wiesen

Weitere Themen

Am Ende des Abends zeichnete sich ein klares Bild ab: Die Idee einer Erzeugergemeinschaft für Streuobst im Rems-Murr-Kreis stößt auf breiten Zuspruch. Die rund 120 Teilnehmenden haben mit ihrem Erscheinen und ihrer aktiven Beteiligung deutlich gemacht, dass sie bereit sind, gemeinsam an einem nachhaltigen Modell zu arbeiten, das wirtschaftliche Perspektiven schafft und gleichzeitig die einzigartige Kulturlandschaft der Streuobstwiesen in der Backnanger Bucht sichert, so das Landratsamt.

Die Lenkungsgruppe betont, dass die Informationsveranstaltung kein Schlusspunkt, sondern ein Auftakt ist. Die nächsten Schritte werden nun in enger Abstimmung mit den Interessierten und den beteiligten Institutionen vorbereitet – mit dem Ziel, eine Erzeugergemeinschaft zu gründen, die die Stimme der Streuobstwiesenbewirtschafter bündelt und langfristig stärkt. Hierfür war es wichtig, einen Überblick zu erhalten, wie viele Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter interessiert sind und welche Obstmenge sich daraus ergeben würde.

Deshalb startete die Lenkungsgruppe bei der Veranstaltung hierzu eine Umfrage. Für alle Interessierten steht der Fragebogen auch auf der Website des Schwäbischen Mostviertels zur Verfügung. pm

Zum Artikel

Erstellt:
27. März 2026, 14:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen