Die neue Strecke besteht die Feuertaufe

Nach der Sperrung der Halle in Unterbrüden wurden Start und Ziel des Auenwaldlaufs erstmals an die Mehrzweckhalle in Hohnweiler verlegt. Sowohl die Veranstalter als auch die Teilnehmenden sind mit den neuen Gegebenheiten zufrieden.

Am Start ist es etwas enge, doch die Premiere des Auenwaldlaufs an der Mehrzweckhalle Hohnweiler ist geglückt. Fotos: Alexander Becher

© Alexander Becher

Am Start ist es etwas enge, doch die Premiere des Auenwaldlaufs an der Mehrzweckhalle Hohnweiler ist geglückt. Fotos: Alexander Becher

Ein paar kleine Bedenken hatten die Verantwortlichen vom Lauftreff Auenwald schon vor der diesjährigen 17. Auflage des Auenwaldlaufs. Denn erstmals erfolgten Start und Zieleinlauf nicht an der Auenwaldhalle in Unterbrüden. Denn da diese ja bekanntlich wegen schwerer Sicherheitsmängel kurz nach der Auflage im vergangenen Jahr gesperrt wurde, musste eine Alternative her. Und die wurde an der Mehrzweckhalle in Hohnweiler gefunden. „Allerdings haben wir jetzt rund 60 Höhenmeter mehr“, erklärte der Lauftreff-Vorsitzende Marco Dutenstädter. Was nach wenig klingt, ist angesichts von jetzt insgesamt 180 Höhenmetern immerhin eine Steigerung von 50 Prozent. „Ich bin die Strecke selbst schon gelaufen. Sie ist optisch fast noch schöner als die alte, aber sie hat es auch in sich.“ Dabei deckt sie sich zumindest beim Hauptlauf über zehn Kilometer zu etwa 70 bis 80 Prozent mit der alten Strecke, wie Dutenstädter betont. „Aber am Anfang und am Ende eben nicht – und da hat es einige Steigungen drin.“

Eberhard Bauer, Vorgänger von Marco Dutenstädter als Vorsitzender des Lauftreffs Auenwald und seit Jahren Moderator im Start- und Zielbereich, rechnete daher auch damit, dass die Zeiten etwa ein bis zwei Minuten langsamer sein würden als in den Vorjahren. Doch damit lag er gründlich daneben. Denn Matthias Weber war mit seiner Siegerzeit von 34:38,9 Minuten fast drei Minuten schneller als Martin Pfütze im Vorjahr. Wobei Matthias Weber vielleicht kein wirklich guter Gradmesser ist, da der Fichtenberger zum ersten Mal beim Auenwaldlauf an den Start ging und die bisherige Strecke daher nicht kannte. „Ich kann nur sagen, dass die jetzige Strecke ziemlich rauf und runter geht – aber so etwas mag ich, das liegt mir.“

Doch es kamen insgesamt sieben Läufer in einer Zeit ins Ziel, mit der sie vergangenes Jahr gewonnen hätten – hinzu kam auch eine Frau: Seriensiegerin Sandra Burkhardt blieb in 37:17,9 Minuten ebenfalls unter der damaligen Zeit von Martin Pfütze. Also hat es die neue Strecke doch nicht so sehr in sich? „Es ist schon etwas verwinkelter. Aber ich finde die Strecke jetzt nicht unbedingt schlechter. Und es ist ja sehr gut gelaufen, das war die schnellste Zeit, die ich je beim Auenwaldlauf hatte“, zeigte sie sich hochzufrieden: „Ich könnte mich an die neue Strecke gewöhnen.“

Man dürfe das Rennen nicht zu schnell angehen, hatte Philipp Hoffmann einen Tipp parat. Der Weissacher, bereits mehrfach Sieger des Auenwaldlaufs, kam als Fünfter ins Ziel. „Gerade am Ende geht es nochmal ziemlich bergauf. Aber insgesamt ist es eine wirklich schöne und vor allem abwechslungsreiche Strecke.“

Sieger Matthias Weber vor dem späteren Dritten Jeremia Genthner.

© Alexander Becher

Sieger Matthias Weber vor dem späteren Dritten Jeremia Genthner.

Sieger Matthias Weber sah das wohl ähnlich, da er einem erneuten Start im nächsten Jahr gegenüber absolut nicht abgeneigt war. Er hatte übrigens selbst auch nicht damit gerechnet, so schnell zu sein: „Ich dachte nicht, dass ich unter 35 Minuten laufen kann. Aber die Zwei sind sehr schnell angegangen. Da habe ich mir gedacht, dass ich da einfach mal mitlaufe. Und am Ende hatte ich noch was im Tank.“ Mit „die Zwei“ meinte er David Mettler und Jeremia Genthner, die auf den Plätzen zwei und drei ins Ziel kamen. Pechvogel des Rennens war übrigens Vorjahressieger Martin Pfütze, der erst nach mehr als 41 Minuten humpelnd ins Ziel kam. „Nach etwa drei Kilometern ist es mir in den Oberschenkel gefahren. Ich fürchte, es ist eine Zerrung.“ Für die neue Strecke hatte er daher kaum einen Blick übrig.

Eine etwas schnellere Zeit, als am Ende auf der Uhr stand, hatte sich auch Fabian Frese vorgenommen. Der Sieger des Fünf-Kilometer-Laufs wollte unter 17 Minuten bleiben. „Aber dafür war es dann doch zu hügelig“, räumte er ein. Auch Fabian Frese holte bei seiner ersten Teilnahme am Auenwaldlauf gleich den Sieg – allerdings eher zufällig. Der erst 16-jährige Schorndorfer hatte ursprünglich einen 5000-Meter-Lauf auf der Bahn geplant. „Doch das wäre erst um 21 Uhr in Pforzheim gewesen. Da wäre ich zu spät nach Hause gekommen“, erklärte der Teenager die Planänderung.

Diskussion um die richtige Befestigung des Start-Ziel-Banners

Über fünf Kilometer sowie bei den Jugend- und Schülerläufen waren die Strecken im Gegensatz zum Hauptlauf komplett neu, kamen aber ebenso gut an wie die nur teilweise veränderte Runde über zehn Kilometer. Wobei es noch eine weitere Änderung gab, mit der die Teilnehmenden zurechtkommen mussten: Während man in Unterbrüden aus derselben Richtung ins Ziel kam, in die man gestartet war, kamen die Teilnehmenden jetzt aus der anderen Richtung. Das sorgte für Diskussionen bei den Organisatoren: „Unser Start- und Zielbanner ist nur auf einer Seite bedruckt. Es hing so rum, dass die Läuferinnen und Läufer es lesen konnten, wenn sie ins Ziel kamen. Allerdings war es dadurch nicht zu lesen, wenn man ein Foto vom Start gemacht hat“, erklärte Eberhard Bauer. Doch wenn das das größte Problem am neuen Standort ist, muss man sich um den Auenwaldlauf wohl keine großen Sorgen machen.

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Erstellt:
4. Juli 2026, 23:52 Uhr

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