Turnen Dritte Liga
Am Ende muss die WTG Heckengäu noch kurz um den Sieg zittern
Drei Wettkämpfe, drei Siege. Die WTG Heckengäu bleibt in der dritten Liga Süd auf Erfolgskurs. Gegen den starken TV Bühl setzte sich die Mannschaft in der Stadionsporthalle Renningen mit 35:27 durch.
© Frank Eichhorn
Freude bei den WTG-Turnern nach dem Erfolg über den TV Bühl.
Von Jürgen Kemmner
Der Endstand von 35:27 erzählt nur die halbe Geschichte. Denn aus einem scheinbar ungefährdeten Nachmittag für die WTG-Riege wurde am Reck plötzlich noch einmal ein Nervenkrimi. Aber der Reihe nach. Schon am Boden zeigten die Gastgeber, dass sie den Schwung aus den ersten beiden Saisonerfolgen mitgenommen hatten. Die WTG erwischte einen Auftakt nach Maß und setzte sich mit 9:2 durch. Lediglich Luc Walterspacher konnte für die Gäste punkten. Auf Seiten der WTG überzeugten vor allem die Spiess-Brüder. Während Lovis Spiess zwei Scorepunkte beisteuerte, holte sein Bruder Niccolò sogar drei. Den größten Beitrag leistete jedoch Kapitän Philipp Lutz, der vier Punkte einfuhr und die Grundlage für den optimalen Start legte.
Auch am Pauschenpferd behielt die WTG die Oberhand. Beim 7:2-Gerätesieg demonstrierten die Gastgeber ihre besondere Stärke an einem Gerät, das in der Liga häufig über Sieg oder Niederlage entscheidet. Besonders bemerkenswert war die Leistung von Manú Tschur. Der 25-Jährige zeigte die höchste WTG-Wertung an diesem Gerät. Gegen den britischen Gastturner George Atkins musste er trotz dessen Sturz zwar Punkte abgeben, hielt den Schaden jedoch in Grenzen. Gemeinsam mit Adrian Dudev und Yannick Kessler sorgte er dafür, dass die WTG auf 16:4 davonzog.
Der TV Bühl siegt an den Ringen
Die Antwort des TV Bühl folgte an den Ringen. Lediglich Yannick Kessler sicherte vier wichtige Scorepunkte. Trotz des 4:7 an den Ringen blieb die WTG mit einer komfortablen 20:11-Führung zur Pause klar in Front. Danach setzte die Riege am Sprung die nächsten Glanzpunkte. Vor allem die Kasamatsu-Sprünge von Niccolò Spiess und Adrian Dudev sorgten für Szenenapplaus - gemeinsam sammelten sie sieben Punkte. Zwar musste Luis Weiß, trotz eines gestreckten Tsukahara drei Zähler an Nick Hofmann abgeben. Dennoch ging das Gerät mit 7:6 an die WTG.
Der TV Bühl hielt am Barren dagegen. George Atkins profitierte davon, dass Niccolò Spiess kleine Probleme im Handstand hatte. Vier Punkte gingen an die Gäste und Bühl gewann das Gerät knapp mit 4:3 zum Stand von 30:21. Neun Punkte Vorsprung sind eigentlich ein komfortables Polster - doch das Reck kann tückisch sein. Der Bühler Rückstand schmolz auf drei Punkte. Jetzt durfte für die Heckengäuer nichts mehr schiefgehen, und in dieser Situation zeigte die Mannschaft ihre gewachsene Reife. Manú Tschur holte zwei weitere Punkte für die WTG. Danach machte Niccolò Spiess mit drei weiteren Punkten endgültig alles klar. Der 35:27-Heimsieg war perfekt. Entsprechend erleichtert fiel das Fazit von Trainer Andreas Zeile aus: „Wir haben das unnötig spannend gemacht.“
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht. Bereits am Samstag (16 Uhr) steht für die WTG der nächste Heimwettkampf in der Stadionsporthalle Renningen an. Gegner ist der Tabellenletzte USC München.
