Kandidatin fällt auf 500 Euro zurück
32.000-Euro-Frage wird zum Albtraum
Bei „Wer wird Millionär?“ vertraut eine Kandidatin auf eine Zuschauerin als Zusatzjoker. Die ist selbst nicht sicher. Das geht bitter aus.
© RTL / Guido Engels
"Wer wird Millionär?": Moderator Günther Jauch in der Sendung vom 20.01.2025. (Archivbild)
Von Katrin Jokic
Katharina Heun aus Lauf an der Pegnitz hat sich bei „Wer wird Millionär?“ bis zur 32.000-Euro-Frage vorgekämpft. Doch nun wird es für die Logistik-Direktorin von Adidas ernst.
Von ihren ursprünglich vier Jokern ist nur noch der Zusatzjoker übrig. Weil Heun die Variante mit vier Jokern gewählt hat, gibt es für sie zudem keine Sicherheitsstufe bei 16.000 Euro. Bei einer falschen Antwort würde sie deshalb bis auf 500 Euro zurückfallen.
Günther Jauch stellt ihr die entscheidende Frage:
„Noch vor dem ersten öffentlichen Auftritt führt der Weg für einen soeben gewählten Papst zunächst mal …?“
A) Über die SeufzerbrückeB) In die Kammer der TränenC) Zum Baum der ErkenntnisD) Durch das Tal des Todes
Kandidatin muss ihren letzten Joker einsetzen
Heun kennt die Antwort nicht. Sie erzählt, selbst evangelisch zu sein und ein evangelisches Gymnasium besucht zu haben. Den genauen Ablauf nach einer Papstwahl kann sie nicht wiedergeben.
Also setzt sie ihren letzten Joker ein.
Doch die Auswahl ist überschaubar: Lediglich zwei Frauen im Publikum stehen auf. Jauch kann sich einen Seitenhieb nicht verkneifen und scherzt, im katholischen Köln hätte er mit etwas mehr Resonanz gerechnet.
Heun entscheidet sich für eine junge Zuschauerin, die besonders schnell aufgestanden ist.
Jauch kommentiert: „Aber sie ist jung und braucht das Geld.“
Die Zuschauerin stellt sich als Cassandra Banner vor, Management-Studentin aus Essen. Ihre Familie sei stark christlich geprägt, erklärt sie. Sie halte deshalb Antwort A, die Seufzerbrücke, für wahrscheinlich.
Ganz sicher ist sie allerdings nicht.
Bei der „Kammer der Tränen“ müsse sie eher an Harry Potter und die „Kammer des Schreckens“ denken. Die anderen Antworten ergäben für sie ebenfalls keinen Sinn. Daher lande sie bei der Seufzerbrücke.
„Den genauen Standort kenne ich leider auch nicht“
Heun selbst hatte zuvor ebenfalls zwischen A und B geschwankt. Deshalb versucht sie, von ihrer Joker-Helferin noch etwas mehr Sicherheit zu bekommen.
Sie fragt, ob sich die Seufzerbrücke denn überhaupt im Vatikan oder zumindest in Rom befinde. „Muss sie ja sein“, antwortet Banner.
Spätestens jetzt werden die Zweifel größer.
Auch Jauch hakt nach und will wissen, wo genau die Seufzerbrücke liegt. Die Studentin muss passen: „Den genauen Standort kenne ich leider auch nicht.“
Damit ist klar: Ihre Empfehlung basiert vor allem auf Bauchgefühl. Trotzdem schätzt sie ihre Sicherheit auf rund 80 Prozent.
Für Katharina Heun steht viel auf dem Spiel
Der Adidas-Managerin ist die Unsicherheit deutlich anzusehen. Zumal sie das mögliche Preisgeld gut gebrauchen könnte.
Heun ist schwanger. Das Geld könnte unter anderem in eine längere Elternzeit fließen. Auch der ältere Camper der Familie, der immer wieder repariert werden müsse, wäre ein möglicher Verwendungszweck.
In diesem Moment denkt sie ausgerechnet an ihren ungewöhnlich frühen Joker-Einsatz bei der 100-Euro-Frage zurück.
„Jetzt bräuchte ich den Joker, den ich bei den 100 Euro verbammelt habe“, sagt sie.
Aussteigen will sie trotzdem nicht.
„Ich bin nur einmal hier“, erklärt Heun. Sollte die Antwort tatsächlich falsch sein, nehme sie immerhin eine besondere Erfahrung und einen tollen Abend mit Günther Jauch mit nach Hause.
Dann entscheidet sie sich. Antwort A: die Seufzerbrücke.
Schon Sekunden später ahnt sie, dass es schiefgegangen ist
Kaum ist die Antwort eingeloggt, fragt Jauch ins Publikum, wo sich die berühmte Seufzerbrücke denn eigentlich befindet.
Mehrere Stimmen antworten: „Venedig.“
In diesem Moment weiß Heun bereits, was passiert ist. Ihre Antwort ist falsch.
Richtig wäre Antwort B gewesen: die „Kammer der Tränen“. So wird traditionell der Raum neben der Sixtinischen Kapelle bezeichnet, in den sich der neu gewählte Papst zurückzieht, bevor er erstmals öffentlich auftritt.
Die Seufzerbrücke hingegen befindet sich in Venedig und verbindet den Dogenpalast mit dem ehemaligen Gefängnis.
Auch die beiden anderen Antworten führen auf eine falsche Spur: Der „Baum der Erkenntnis“ stammt aus der biblischen Paradieserzählung. Beim „Tal des Todes“ liegt die Assoziation zum Death Valley in Kalifornien nahe.
Für Katharina Heun bedeutet die falsche Antwort einen drastischen Absturz: Statt mit 32.000 Euro verlässt sie „Wer wird Millionär?“ mit 500 Euro.
Was ihr bleibt, ist genau das, was sie kurz zuvor selbst angekündigt hatte: „eine schöne Erfahrung“ – wenn auch eine mit einem ziemlich teuren Ende.
