Internationale Kommentare zur Wahl in Sachsen-Anhalt

„An der Schwelle einer gigantischen deutschen Krise“

Auch in anderen Ländern hat der Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt Interesse ausgelöst. Wie blicken dortige Kommentatoren auf die Folgen?

Im Blick der Presse: Das AfD-Führungsduo Tino Chrupalla (3. v. r.) und Alice Weidel (r.) mit dem Wahlsieger von Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund.

© Bernd von Jutrczenka/dpa

Im Blick der Presse: Das AfD-Führungsduo Tino Chrupalla (3. v. r.) und Alice Weidel (r.) mit dem Wahlsieger von Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund.

International hat der Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt große Aufmerksamkeit erzeugt. Eine Auswahl von Zeitungskommentaren:

New York Times (USA): „Es handelte sich nicht um irgendein europäisches Land, sondern um Deutschland – ein Land, das rechtsextreme Parteien seit der Katastrophe des Nationalsozialismus unerbittlich isoliert hat. Und es war nicht nur ein seltsamer Ausreißer, sondern vielmehr der jüngste Schritt in einem stetigen, jahrzehntelangen Vormarsch, der die extreme Rechte immer näher an die Machtzentren Europas herangeführt hat. Angesichts der für nächstes Jahr in ganz Europa anstehenden Wahlen könnte der bemerkenswerte Erfolg der Partei „Alternative für Deutschland“ laut Analysten ein Vorbote weiterer rechtsextremer Siege sein.“

Polityka (Polen): „Nach der Wahl am Sonntag muss die neue Landesregierung innerhalb von 30 Tagen stehen (...). Dies bedeutet, dass Deutschland im kommenden Monat ein Festival politischer Deklarationen ohne Kostendeckung erwartet, ein Festival der Angriffe auf Merz sowie der Debatten über vorgezogene Bundestagswahlen und den möglichen Bruch der Bundesregierung. Berücksichtigt man dazu die schwächelnde Wirtschaft, das vor den Augen der Welt zerfallende Modell der deutschen Industrie und die wachsende Arbeitslosigkeit, dann ist es nicht ausgeschlossen, dass wir alle an der Schwelle einer gigantischen deutschen Krise stehen.“

The Independent (Großbritannien): „Dieser Sieg ist der größte Erfolg in der 13-jährigen Geschichte der AfD und erfolgt in einer Zeit weit verbreiteter Unzufriedenheit mit einer unpopulären Bundesregierung, die die Wähler bislang nicht davon überzeugen konnte, dass sie die schwächelnde Wirtschaft des Landes wieder in Schwung bringen kann.“

Die Presse (Österreich): Nicht nur hat die AfD einen historischen Sieg errungen, am Ende blieb der hellblaue Balken bei 43,8 Prozent stehen. Auch das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) wird mit 5,3 Prozent in Sachsen-Anhalt knapp in den Landtag einziehen. Damit hätten die beiden kremlfreundlichen Parteien Deutschlands gemeinsam die absolute Mehrheit an Landtagssitzen. Es mag nicht allen gefallen. Aber es führt kaum ein Weg daran vorbei: Die AfD sollte regieren.

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Erstellt:
7. September 2026, 13:02 Uhr

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