Mutmaßlicher Mord in Neuenbürg

Aus Habgier – das sagen die Behörden zum Motiv des Tatverdächtigen

Ende Februar wurde ein Mann in Neuenbürg erschossen. Am 1. April verhaftete die Polizei einen Verdächtigen. Nun geben die Behörden den mutmaßlichen Grund für den Mord bekannt.

In Neuenbürg im Enzkreis wurde am Mittwoch eine Leiche in einem Auto gefunden (Symbolfoto).

© Hendrik Schmidt/dpa

In Neuenbürg im Enzkreis wurde am Mittwoch eine Leiche in einem Auto gefunden (Symbolfoto).

Am Morgen des 25. Februar wurde in Neuenbürg ein lebloser Mann aus dem Enzkreis in einem geparkten Fahrzeug aufgefunden. Den Ermittlungen und den Ergebnissen der Rechtsmedizin zufolge wurde das 41-jährige Opfer erschossen. Der Tatvorwurf lautet Mord.

Jetzt geben die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Pforzheim und die Staatsanwaltschaft Karlsruhe in einer gemeinsamen Mitteilung bekannt, dass gegen einen tatverdächtigen 40-jährigen Mann mit italienischer Staatsangehörigkeit Ende August Anklage vor dem Landgericht Karlsruhe  erhoben wurde.

Das Opfer, ein Mann aus dem westlichen Enzkreis, war am Morgen des 25. Februars in einem geparkten weißen Ford S-Max entdeckt worden. Mutmaßlich wurde er dort, wo er entdeckt wurde, auch getötet. Der Mann hatte als Hausmeister und Lieferant in der Gastronomie gearbeitet.

Die Polizei war aufgrund der Gesamtumstände schnell von einem Tötungsdelikt ausgegangen, hatte die Sonderkommission „Motor“ gegründet und ging seither hunderten Spuren nach.

Am Morgen des 1. Aprils durchsuchten die Ermittler schließlich sieben Wohn- und Geschäftsgebäude, sechs in Neuenbürg und eines in Pforzheim, um Beweismittel zu finden und mögliche Spuren zu sichern.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe erließ das Amtsgericht in Pforzheim zudem einen Haftbefehl wegen Mordes gegen einen 40-jährigen Tatverdächtigen. Zwischen dem Opfer und dem Tatverdächtigen habe eine Vorbeziehung bestanden, heißt es.

Die Festnahme erfolgte in den Morgenstunden des 1. Aprils in Neuenbürg. Noch am selben Tag wurde der dringend Tatverdächtige dem Haftrichter vorgeführt, der den Haftbefehl in Vollzug setzte.

Am 13. Mai rekonstruierte die Polizei den Tatablauf am Leichenfundort mit „verschiedenen Maßnahmen“. Der Parkplatz am Enzufer war aus diesem Grund mehrere Stunden abgesperrt.

Um welche Maßnahmen es sich genau handelte, dazu machte die Polizei auch auf Nachfrage keine weiteren Angaben.

Da neben der Sonderkommission „Motor“ auch Ballistiker des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg vor Ort waren, liegt zumindest nahe, dass auch geschossen wurde, um Erkenntnisse zu gewinnen.

Zum Motiv des mutmaßlichen Täters hatten sich die Behörden indes noch nicht geäußert – bis jetzt.

In der aktuellen Mitteilung erklären Polizei und Staatsanwaltschaft zum Motiv

Dem Angeschuldigten, der sich weiterhin in Untersuchungshaft befindet, wird vorgeworfen, den 41-jährigen Mann erschossen zu haben, um sich seiner Verbindlichkeiten gegenüber dem Tatopfer zu entledigen.

Mit anderen Worten: Den Ermittlungen zufolge soll der mutmaßliche Täter beim Opfer Schulden gehabt haben, erklärte Christian Schwab, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Karlsruhe, Zweigstelle Pforzheim, auf Nachfrage. Um diese nicht bezahlen zu müssen, habe er die Tat begangen. Ihm wird deshalb ein heimtückischer Mord aus Habgier zur Last gelegt.

Die Tatwaffe

Ob die Tatwaffe gefunden wurde, um was für eine Waffe es sich handelt oder ob der Beschuldigte bereits Angaben zur Sache gemacht hat, auch dazu gibt es keine weiteren Informationen. „Aus ermittlungstaktischen Gründen können wir derzeit in dem laufenden Verfahren zu Ihren Fragen keine Angaben machen“, erklärte Benjamin Koch, Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit beim Polizeipräsidium Pforzheim, auf Anfrage.

Zum Artikel

Erstellt:
22. September 2026, 13:46 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen