Jobabbau bei Zulieferer
Bosch will die Hälfte der Stellen im Werk Nürnberg streichen
900 Stellen stehen am Standort Nürnberg auf der Streichliste. Bosch hat auch schon den Zeitpunkt für die Umsetzung bekannt gegeben.
© Simon Granville
Von der Gerlinger Schillerhöhe aus werden bei Bosch tiefgreifende Sanierungsmaßnahmen in die Wege geleitet.
Von Peter Stolterfoht
Harter Schlag für die Bosch-Beschäftigten in Nürnberg. Am Mobility-Standort des weltgrößten Autozulieferers sollen 900 Stellen abgebaut werden. Das ist ziemlich genau die Hälfte der dortigen Arbeitsplätze. Diesen tiefen Einschnitt gab der Konzern am Montagnachmittag bekannt.
Die Bosch-Geschäftsleitung führt die Streichung auf den fortschreitenden Wandel der Automobilindustrie und die sich verändernden Rahmenbedingungen für die Automobilindustrie sowie den Absatzrückgang zurück. „Bosch muss seine Standorte unter diesen Rahmenbedingungen wettbewerbsfähig und wirtschaftlich tragfähig aufstellen“, heißt es in einer Erklärung des Unternehmens. Bosch will bis Ende 2030 rund 22.000 Stellen abbauen.
Die Krise bei den Autoherstellern als Bosch-Begründung
Im Werk Nürnberg werden überwiegend Komponenten für den Verbrennungsmotor sowie Brennstoffzellen-Technik gefertigt. „Der rückläufige Verbrenneranteil und die wachsende Konkurrenz durch chinesische Anbieter reduzieren die Nachfrage erheblich, während die Herstellungskosten deutlich über den wettbewerbsfähigen Marktpreisen liegen.
Da zudem der Hochlauf des Wasserstoffmarktes in Europa hinter den Erwartungen zurückbleibt, sinken Produktionsvolumen und Auslastung des Werks weiter“, so der Konzern. Die würde am Standort zu einem Personalüberhang führen, der langfristig wirtschaftlich nicht tragfähig sei. Vor diesem Hintergrund sei geplant, die 900 Stellen in Nürnberg bis Ende 2029 abzubauen. Die Umsetzung solle möglichst sozialverträglich gestaltet werden.
„Diese Entscheidung fällt uns überaus schwer, da sie für unser engagiertes Team in Nürnberg tiefgreifende Auswirkungen hat. Wir müssen jedoch unsere Strukturen an das veränderte Marktumfeld anpassen und unsere Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellen. Unsere volle Konzentration gilt nun den anstehenden Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern, um für die Belegschaft möglichst sozialverträgliche Lösungen zu finden“, erläutert Alexander Weichsel, kaufmännischer Leiter des Werks Nürnberg.
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