Bombendrohungen
Diese Flüge waren betroffen
Erneut haben Bombendrohungen gegen Passagierflugzeuge den europäischen Luftverkehr durcheinandergebracht. Am Donnerstag waren zahlreiche Maschinen betroffen.
© Georg Hochmuth/APA/dpa
Mehrere Bombendrohungen gegen Passagierflüge in Europa: 05.11.2026, Österreich, Schwechat: Flugzeuge von Wizz Air und Austrian Airlines, aufgenommen am Flughafen Wien in Niederösterreich. Gegen mehrere Flüge quer durch Europa wurden am Donnerstagvormittag Bombendrohungen ausgesprochen. Betroffen war auch der Wiener Flughafen in Schwechat, wo per E-Mail eine abstrakte Drohung gegen vier Flüge von und nach Wien eingegangen war.
Von Lukas Böhl
Am Donnerstag gingen erneut Bombendrohungen gegen mehrere Passagiermaschinen in Europa ein. Nach Angaben des Schweizer Rundfunks SRF waren mindestens zwölf Flüge betroffen. Die Drohungen führten zu Sicherheitskontrollen, Flugumleitungen und Militäreinsätzen. Verletzte wurden bislang nicht gemeldet.
Bombendrohungen am Donnerstag: Diese Flüge waren betroffen
Besonders weitreichende Folgen hatte eine Drohung gegen einen Aer-Lingus-Flug von Dublin nach Rom (EI402). Der Airbus A320 wurde zum französischen Militärflugplatz Évreux umgeleitet. Die 151 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder konnten die Maschine unverletzt verlassen. Spezialisten untersuchten das Flugzeug.
Auch Finnair-Flug AY1761 von Helsinki nach Rom erhielt eine Bombendrohung. Italienische Kampfjets begleiteten das Flugzeug beim Anflug auf den Flughafen Rom-Fiumicino. Die Landung verlief planmäßig.
Ein Wizz-Air-Flug von Mailand-Malpensa nach Warschau (W46387) musste dagegen in Wien zwischenlanden. Sicherheitskräfte kontrollierten die Maschine, fanden aber keine verdächtigen Gegenstände. Das Flugzeug konnte seine Reise anschließend fortsetzen.
Weitere gemeldete Bombendrohungen betrafen folgende Verbindungen:
Ryanair FR6410: Madrid – Sofia
Ryanair FR3606: Kopenhagen – Sofia
Ryanair FR1730: London-Stansted – Sofia
LOT LO235: Warschau – Brüssel
Finnair AY1471: Helsinki – Wien
Der Finnair-Flug nach Wien wurde von Jettime durchgeführt und landete planmäßig. Nicht jede Drohung führte somit zu einer Flugumleitung.
Bereits am Dienstag sieben Flüge betroffen
Schon am Dienstag (3. November) hatten Bombendrohungen den Flugverkehr in mehreren europäischen Ländern beeinträchtigt. Nach übereinstimmenden Berichten waren sieben Verbindungen betroffen:
LOT: London-Heathrow – Warschau
SAS: Kopenhagen – Warschau
Ryanair: Manchester – Murcia
Ryanair: Lissabon – Rom
Ryanair: Dublin – Rom
Ryanair: Dublin – Sofia
Wizz Air: Mailand-Bergamo – Sofia
Besonders deutlich waren die Auswirkungen in Polen. Eine LOT-Maschine aus London musste zum Flughafen Warschau-Modlin ausweichen. Dort wurde der Flugbetrieb zeitweise eingestellt. Ein SAS-Flug aus Kopenhagen landete dagegen regulär am Warschauer Chopin-Flughafen und wurde anschließend überprüft.
In Italien begleiteten Kampfjets einen Ryanair-Flug aus Dublin bis zur Landung in Rom. Auch in Spanien wurde nach einer Drohung gegen eine Ryanair-Maschine aus Manchester ein Sicherheitsprotokoll aktiviert.
Bei sämtlichen sieben Vorfällen am Dienstag stellte sich der Bombenalarm als Fehlalarm heraus. Sprengstoff wurde nicht gefunden.
Erste Bombendrohung bereits am Montag
Bereits am Montag (2. November) war ein Wizz-Air-Flug von London-Luton nach Sofia nach einer Bombendrohung nach Budapest umgeleitet worden. Ungarische Gripen-Kampfjets begleiteten die Maschine bei der Landung.
Wer steckt hinter den Bombendrohungen?
Ob die Drohungen miteinander zusammenhängen, ist bislang unklar. Auch zu möglichen Verantwortlichen liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor.
Bei den überprüften Maschinen wurde bislang kein Sprengstoff gefunden. Die Behörden untersuchen die Vorfälle dennoch mit entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen. Die erneute Häufung von Bombendrohungen innerhalb weniger Tage sorgt für erhebliche Beeinträchtigungen im europäischen Flugverkehr.
